Advanced Air Mobility Die Zukunft der Luftfahrt und einzigartige Chancen für die Schweizer Industrie

Von Gabriela Schreiber, Ressortleiterin Kommunikation, Swissmem 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Advanced Air Mobility ist ein wichtiger Teil der zukünftigen Mobilitäts- und Aerospace-Landschaft. Das Potenzial ist weitreichend und kann viele Aspekte des täglichen Lebens positiv beeinflussen. Gleichzeitig eröffnet es einen vielversprechenden Wachstumsmarkt für die Schweizer Industrie. Dr. Erik Linden von Orbit Management Services zu den Entwicklungen, Risiken und der Rolle der Schweiz in diesem Thema.

Dr. Erik Linden, Orbit Management Services(Bild:  Orbit Management Services)
Dr. Erik Linden, Orbit Management Services
(Bild: Orbit Management Services)

Gabriela Schreiber: Advanced Air Mobility: Wovon reden wir hier eigentlich genau?

Dr. Erik Linden: Advanced Air Mobility (AAM) bezeichnet den Einsatz von fortschrittlicher Luftfahrttechnologie für den Transport von Personen und Gütern sowie für industrielle Anwendungen. Damit geht das Thema AAM weit über die viel diskutierten Personen-Anwendungen hinaus und bietet ein vielfältiges Anwendungsspektrum.

Können Sie das genauer ausführen. Was macht das Thema Advanced Air Mobility relevant?

Dr. E. Linden: Advanced Air Mobility unterstützt ein neues Zeitalter in der Luftfahrt, welches ökologisch und digital ist. Durch Fortschritte in Grundlagentechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, neuen Antriebstechnologien (Elektrifizierung u. Wasserstoff) und intelligenten Energie- und Speichertechnologien werden neue Luftfahrt-­Architekturen und diversere Anwendungen möglich. Insbesondere in urbanen und sub-urbanen Umgebungen und in dicht besiedelten Regionen bieten AAM-Mobilitäts- und Logistik-Anwendungen nachhaltige und effiziente Möglichkeiten, wie z.B. für die Lieferung von Laborproben oder sicherheitskritischen bzw. zeitkritischen Gütern. Zudem bieten AAM-Industrie-Anwendungen, wie z.B. die Inspektion von Stromtrassen, die Überwachung von Gefahrenbereichen oder der Schutz von Natur und Umwelt, effiziente, kostengünstige und nachhaltige Möglichkeiten als Ergänzungen oder Ersatz von herkömmlichen Methoden.

Wir beobachten aktuell, dass trotz einer allgemeinen Skepsis gegenüber AAM in der kurzen Sicht, langfristig durchweg positive Entwicklungen erwartet werden, wobei Logistik- und industrielle Anwendungen als besonders relevant und nützlich betrachtet werden.

Orbit Management System

Dr. Erik Linden gründete 2021 gemeinsam mit Clemens Kürten die Beratungsboutique Orbit Management Services. Orbit bietet Dienstleistungen an, die sich an Start-ups, Unternehmen und Regierungen richten und sich auf die Exploration, Entwicklung und Skalierung fortschrittlicher Technologien in der Aero space-Industrie konzentrieren.

Welche aktuellen Entwicklungen beeinflussen AAM?

Dr. E. Linden: Es gibt mehrere Treiber, welche die Entwicklung von AAM massgeblich bestimmen:

  • Wachsendes Umweltbewusstsein und die Suche nach emissionsarmen Lösungen in der Luftfahrt und für industrielle Anwendungen.
  • Bevölkerungswachstum, besonders im städtischen Bereich, was den Bedarf an effizienten Transportmöglichkeiten von Menschen und Gütern erhöht.
  • Regulatorische Fortschritte, insbesondere in Bezug auf die Sicherheit und Integration von neuen Technologien wie Drohnen in den bestehenden Luftraum.
  • Technologische Innovationen, besonders bei der Elektrifizierung, Konnektivität und autonomen Systemen.

Was ist bisher in der Schweiz und Europa passiert?

Dr. E. Linden: Die Schweiz wird nicht umsonst oft als «Silicon Valley of Robotics and Drones» bezeichnet. In den letzten Jahren hat sich eine florierende und stark wachsende Start-up- und Industriebasis gebildet, welche international grosse Anerkennung erfährt.

Das hängt damit zusammen, dass die Schweiz beim Thema AAM eine internationale Vorreiterrolle einnimmt und in europäischen und internationalen Gremien an der regulatorischen, technologischen und politischen Weiterentwicklung und Implementierung des Themas mitarbeitet. Unter anderem durften wir als Orbit Management Services stellvertretend für das Swiss Aerospace Cluster und die European Aerospace Cluster Partnership (EACP) bei der Erstellung der «Drohnenstrategie 2.0 für Europa» aktiv mitarbeiten und so den zentralen Rahmen für das Thema mitgestalten. Die entwickelte Strategie soll es ermöglichen, ein dynamisches und tragfähiges AAM-Ökosystem zu entwickeln, dezidierte Fokusbereiche (u.a. innovative Luftmobilität, gesellschaftliche Akzeptanz, Stärkung der Fähigkeiten und Synergien in der Zivil-, Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und Drohnenabwehr) zu adressieren und Fördertöpfe zu stärken bzw. neu zu bilden.

Durch die aktive Rolle der Schweizer Akteure konnten schon viele, zentrale Entscheidungen getroffen werden, u.a. ein umfassender Rechtsrahmen für AAM, die Förderung der Entwicklung zentraler Bausteine des Drohnen-Managementsystems (U-Space) und die Entwicklung der AAM-Industrie und des Marktes für AAM-Anwendungen in Europa und der Schweiz.

(ID:49876356)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung