Advanced Air Mobility

Die Zukunft der Luftfahrt und einzigartige Chancen für die Schweizer Industrie

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Welches Marktpotenzial sehen Sie in den nächsten 5 bis 10 Jahren für Firmen in der Schweiz?

Dr. E. Linden: Der AAM-Markt birgt ein enormes Potenzial für Schweizer Firmen. Besonders in der Soft- und Hardware-Entwicklung, der Herstellung und Produktion sowie bei Dienstleistungen (z.B. Training u. MRO) entstehen signifikante Chancen. Nicht nur traditionelle Luftfahrtunternehmen, sondern auch Start-ups, Technologieunternehmen, Logistikanbieter und diverse Anwender im privaten (z.B. Bau u. Energie) und öffentlichen Bereich (z.B. Städte u. Gemeinden) sollten das Potenzial von AAM deshalb erkunden und nutzen.

Durch die starke Technologie- und Innovations-Basis und eine international renommierte und etablierte Luftfahrt-Zulieferindustrie in der Schweiz sehe ich besondere Möglichkeiten, vom Wachstum im AAM-Markt zu profitieren und die Potenziale in der Anwendung zu nutzen. Somit ist AAM ein wesentlicher Zukunftsfaktor und eine Chance für die Innovationsfähigkeit und -freundlichkeit der Schweiz.

Wo orten Sie Risiken?

Dr. E. Linden: In unserem AAM Risk Report 2023 haben wir die wichtigsten Risiken für die kurze (2 Jahre) und lange Frist (10 Jahre) mit einem Panel von 159 Experten aufgearbeitet. Grundlegend lässt sich sagen, dass kurz- und langfristig die grössten Risiken im regulatorischen Umfeld zu finden sind (u.a. Luftraum-Integration, Zertifizierung). Die Resultate unseres Berichts zeigen aber auch, dass es technologische (z.B. Batterietechnologie, Autonomie u. Avionics, Produktionsaufbau für eine Skalierung) und gesellschaftspolitische Risiken (z.B. soziale Akzeptanz) gibt, welche gelöst werden müssen, sodass AAM eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und Gesellschaft spielt. Die Erfahrungen von etablierten und zertifizierten Luftfahrt-Akteuren, z.B. aus der Zulieferindustrie, können bei der Adressierung dieser Risiken eine zentrale Rolle spielen und der dynamischen und von Start-ups geprägten AAM-Industrie Orientierung geben.

Darüber hinaus existieren Risiken beim Bau, Betrieb und der Finanzierung von digitalen und physischen Infrastrukturen, welche kollaborativ zwischen öffentlichen und privaten Akteuren gelöst werden müssen. Der aktuelle Fokus in der Finanzierung der AAM-Industrie liegt noch auf den Luftfahrzeugen selbst (hauptsächlich auf Passagieranwendungen, auch eVTOLs genannt), wobei er sich zwingend auf andere Anwendungen sowie die Entwicklung des Ökosystems (u.a. Infrastruktur u. Services) verlagern muss und wird.

Und zum Schluss: Haben Sie konkrete Tipps für die Gestaltung eines nachhaltigen AAM-Ökosystem in der Schweiz?

Dr. E. Linden: Es wird auf drei zentrale Punkte ankommen:

1. Technologische Vorreiterrolle ausbauen: Kontinuierliche Investition in Forschung und Entwicklung, um mit neuesten Technologien beispielsweise bei der Elektrifizierung und Autonomie international Schritt zu halten und internationale Standards zu setzen.

2. AAM als integralen Bestandteil sehen: Integration von AAM in die gesamte Luftfahrts-, Mobilitäts- und Logistikkette fördern, um synergetische Effekte zu nutzen und ganzheitliche Lösungen anzubieten.

3. Netzwerke und Kooperationen stärken: Festigung und Ausbau starker Beziehungen zwischen Regulierungsbehörden, der Politik und der Industrie, um die Entwicklung des AAM-Ökosystems strategisch abzustützen.

Um diese Ziele zu erreichen, ist es entscheidend, dass alle Akteure mit einer klaren Vision und einem starken Engagement zusammenarbeiten. Von der öffentlichen Seite benötigt es nun vor allem strategische Klarheit und selektive, finanzielle Unterstützung. Nur so können innovative und nachhaltig erfolgreiche Lösungen entwickelt und die führende Rolle der Schweiz in der AAM-Industrie beibehalten und ausgebaut werden.

(neu) SMM

Orbit Management Services
Info

Dr. Erik Linden gründete 2021 gemeinsam mit Clemens Kürten die Beratungsboutique Orbit Management Services. Orbit bietet Dienstleistungen an, die sich an Start-ups, Unternehmen und Regierungen richten und sich auf die Exploration, Entwicklung und Skalierung fortschrittlicher Technologien in der Aero­space-Industrie konzentrieren.

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