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Wie diese Erfolgsgeschichte möglich war? Das „Geheimnis“ liegt zum einen in der Dynamik der Entwicklungsabteilung, zum anderen im aktiven Motorsport. „Es gibt nichts Besseres, als die Ergebnisse aus den Rennen in die Konstruktion der nächsten Motorräder einfließen zu lassen“, erklärt Thomas Kuttruf das Motorsport-Engagement von KTM, denn von dort kommen die Inspirationen. Deshalb müssen die Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung auch aktive Motorradfahrer sein.
Produktentwicklungssystem auf Basis von PTC-Lösungen
Sind die Ideen geboren, müssen sie umgesetzt werden – schnell, rückverfolgbar und für alle beteiligten Arbeitsgruppen einsehbar. Das realisiert KTM seit 2007 mit einem umfassenden Produktentwicklungssystem (PES) auf Basis von Windchill PDM-Link als PLM-Plattform und setzt dabei auf Software von PTC.
Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre nutzen die KTM-Konstreure CAD-Systeme: zuerst Caddy (2D) und Cimatron (3D-Flächen), ab 1998 schließlich Pro/Engineer für die Motorenentwicklung. Drei Jahre später wurde Pro/Intralink zur Datenverwaltung eingeführt. Schnell hat man allerdings festgestellt, dass Konstruktionsrichtlinien nötig waren. Zudem gab es kein digitales Archiv, sodass aufwendig die Zeichnungen eingescannt und als PDF archiviert wurden. „Die Entwicklung ist ständig gewachsen, die Prozesse sind immer komplizierter geworden“, erklärt Peter Pimmingstorfer, Gruppenleiter R&D Administration. „Wir brauchten ein System, in dem wir die Prozesse vorher abbilden konnten.“ Deshalb entschied sich das Unternehmen 2007 für Windchill PDM-Link von PTC und ging damit im Mai 2008 mit der Version 8.0 live – der Startpunkt des PES. Bereits 2010 kamen Wildfire 4.0 und für die technische Dokumentation Isodraw und Arbortext hinzu, Windchill PDM-Link erhielt ein Upgrade. Danach wurden in Pro/Engineer eine digitale Kabelbaumentwicklung mit einer Schnittstelle zu Zuken E3 integriert und Freigabeworkflows entwickelt. Der letzte geplante Schritt ist 2014 der Umstieg auf Creo 2 und Windchill PDM-Link 10.1.
Kompletter Konstruktionsprozess in PTC-Produkten abgebildet
In der aufgezeigten Softwareumgebung werden alle Motorräder bei KTM entwickelt. Wie Bernd Rossberger, CAD/PDM Consulting bei KTM, erklärt, beginnt die Konstruktion entweder mit Entwürfen für eine Baugruppe, die dann kontinuierlich wächst, oder einer bestehenden Konstruktion, die verändert wird. In dieser Konzeptphase kommen CAD-Software und CAD-Datenmanagement zum Einsatz. In der Entwicklungsphase werden die einzelnen Bauteile im Kontext der Gesamtbaugruppe konstruiert – und zwar unter definierten Rahmenbedingungen. Die Entwicklung von Motor, Fahrgestell und elektrischen Komponenten erfolgt dabei parallel in einer gemeinsamen Baugruppe. Begleitet werden diese Konstruktionsphasen von FEM-Berechnungen mit Pro/Mechanica.
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