Rückblick: Berufe in der Industrie Drei Schweizer Mechaniker und ihre Lebenserinnerungen

Autor / Redakteur: Fabian Brändle / Sergio Caré

Christian Schenk, Jakob Geilinger und Fritz Frei erzählen von ihrem Leben als Mechaniker, von einer Zeit, in der der Begriff 4. industrielle Revolution noch nicht mal erfunden wurde. Eine Historiengeschichte über die Berufe in der Industrie.

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Wer sich die Hightech-Welt der Maschinenindustrie fasziniert kanneine technische oder kaufmännische Berufsausbildung machen. Zum Beispiel an einer der LIBS-Standorte in den Kantonen Aargau, St. Gallen oder Zürich. Der/Die heutige Polymechaniker/in im Fachbereich Fertigung produziet zum Beispiel grosse und kleine Maschinenelemente für ein Motor. (LIBS steht für Industrielle Berufslehren Schweiz)
Wer sich die Hightech-Welt der Maschinenindustrie fasziniert kanneine technische oder kaufmännische Berufsausbildung machen. Zum Beispiel an einer der LIBS-Standorte in den Kantonen Aargau, St. Gallen oder Zürich. Der/Die heutige Polymechaniker/in im Fachbereich Fertigung produziet zum Beispiel grosse und kleine Maschinenelemente für ein Motor. (LIBS steht für Industrielle Berufslehren Schweiz)
(Bild: LIBS)

Dass Mechaniker Feile und Schaber mit der Schreibfeder tauschten, um über ihr Leben, ihre Kindheit und Jugend oder über ihre Lehre zu schreiben, hat in der Schweiz Tradition. Im 19. Jh. mussten Handwerksgesellen mehrere Jahre lang in der Fremde von Werkstatt zu Werkstatt «wandern», um jene Fähigkeiten zu erwerben, die sie zur Meisterschaft und somit zur Selbstständigkeit qualifizierten. Den damals noch mehrheitlich autoritären europäischen Obrigkeiten sowie den konservativen Handwerksmeistern waren diese «unruhigen Gesellen» auf der «Walz» ein wenig unheimlich, saugten sie doch in ausländischen Grossstädten wie Wien, Paris oder Berlin «gefährliche» Ideen wie (direkte) Demokratie oder Sozialismus auf. Nicht nur Menschen wanderten also, sondern auch Ideen und politische Theorien.

Die Gesellen waren straff («Gesellenbünde») organisiert und somit aktionsfähig. Zur besseren Kontrolle der manchmal bettelnden, aber trotzdem stolz, aufmüpfig und bildungshungrig auftretenden Gesellen verlangten die Behörden das Führen von «Wanderbüchlein» mit Arbeitsnachweisen. Aus dieser von oben verordneten Schreibpraxis heraus entwickelten sich bereits im 17. und 18. Jahrhundert private, von abenteuerlichen Erlebnissen erzählende «Reiseberichte»: Eine Schreibtradition war geboren, die sich im 19. Jahrhundert weiterentwickelte, ausdifferenzierte und ausbreitete.

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