Wie sieht die Zukunft der Teilefertigung aus? Welche Trends prägen die Branche und wer setzt die Massstäbe? Diese Fragen standen u.a. im Mittelpunkt des zweitägigen Open House im Citizen Technologiezentrum Ost in Radebeul. Rund 200 Fachbesucher erhielten hier kompakte und fundierte Einblicke.
Grosser Andrang herrschte beim diesjährigen Open House im Citizen Technologiezentrum Ost in Radebeul.
(Bild: Citizen Machinery Europe GmbH)
Unter dem Motto «Werkstatt der Innovationen» demonstrierte der Drehmaschinehersteller mit Stammsitz in Esslingen, wie er seine leistungsstarken Miyano Kurz- und Cincom Langdreher, ausgerüstet mit Citizen Technologien wie etwa Laser, Industrie 4.0, Spanbruchkontrolle LFV sowie Werkzeugwechselsystem ATC, mit innovativen Produkten hochkarätiger Technologiezulieferer verzahnt. Die hatten zum Teil Weltneuheiten im Gepäck, wie etwa der neue Stangenlader Express 126 von LNS Europe aus der Schweiz oder die automatisierbare Werkzeugschnittstelle Sauter Solid Pro von Sauter Feinmechanik GmbH, hier präsentiert in der Kooperation mit Heimatec GmbH.
Die Open House-Veranstaltungen des Drehmaschinenherstellers Citizen Machinery Europe sind in der Branche längst kein Geheimtipp mehr, sondern geschätzter Bestandteil im Terminkalender von vielen Branchenexperten: Nicht nur wegen des attraktiven Rahmenprogramms wegen, sondern das stete «Feuerwerk an Innovationen», die zeigen, dass Citizen als Pionier und Trendsetter stets Wege und Lösungen aufzeigt, die Teilefertigung, produktiver, qualitativ hochwertiger und nachhaltiger zu gestalten.
«Das Technologiezentrum Ost wurde 2021 eröffnet, und dieses Open House ist hier die dritte Veranstaltung seitdem», so Ralf Schröder, Niederlassungsleiter des Citizen Standorts Radebeul. Von hier aus betreut er mit seinem Team die gesamten neuen Bundesländer; heisst u. a. Vertriebssteuerung, Reparatur- und Kundenservice. «Unser Konzept, neben der zweijährlich stattfindenden Messe INTEC in Leipzig ein Open House zu veranstalten, bei dem wir noch näher an den hiesigen Kunden und den Citizen Vertriebspartnern sind, wird hervorragend angenommen. Dieses Jahr hatten wir so viele Anmeldungen wie nie. Gleichzeitig findet hier eine Schulung aller europäischen Citizen Händler und Vertriebspartner statt. Neben Cincom Langdreh- und Miyano Kurzdrehautomaten, darunter die L32-1M12 ATC, L12 VII, D25 VIII, R04 VI, ANX-42SYY mit Automation, BNE-65MYY und GN-3200, die wir zum Open House präsentieren, haben wir es geschafft, viele hochkarätige Technologiezulieferer mit an Bord zu holen. Dabei ist es heutzutage die Kunst, verschiedene Technologien zu vereinen – dies demonstrieren wir hier beim Open House. So können wir von CAM über die Schneide und Robotik bis zum Messen alles zeigen. Manche lüften sogar ihren Mantel für Weltneuheiten, die erst zur AMB offiziell gezeigt werden.»
Ein Beispiel ist Smart Jet von Smartec-tools (Israel) – eine leistungsstarke, deutlich preisgünstigere Alternative zu Hochdruckpumpen in Bearbeitungsmaschinen. CEO Teddy Jaffe demonstrierte das System auf einer Cincom L12 VII, die zur Bearbeitung von Werkstücken mit kleinem Durchmesser – mit oder ohne Führungsbuchse und hochtouriger Spindel mit 15 000 U/min – prädestiniert ist. «Die meisten Maschinen kommen mit einer On-Board-Pressure von 2-5 bar, das ist für manche Operationen zu wenig; dann kommen oftmals teure Hochdruckpumpen ins Spiel. Unser Smart Jet ist problemlos adaptierbar, nutzt den vorhandenen Luftdruck, erzeugt einen Sog, der das Kühlmittel mitzieht und schiesst es – ohne es zu zerstäuben – mit Schallgeschwindigkeit in die Kontaktzone. Für wenige Euro erfüllt es so die gleiche Funktion wie eine High-Pressure-Anlage.»
Automation eröffnet neue fertigungstechnische Horizonte
Automationslösungen für den herkömmlichen Einsatz von Drehmaschinen eröffnen neue Horizonte für die industrielle Fertigung. Seit Citizen das Geschäftsfeld «Automation» ins Leben rief, sieht sich das Unternehmen nach Maschinen-Gesamtlösungen «alles aus einer Hand» einer grossen Nachfrage gegenüber.
Markus Reissig, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH: «Neben kundenindividuellen, bauteilfokussierten Automationslösungen haben wir nun auch eine Standardzelle entwickelt, die an alle Citizen Anlagen adaptiert werden kann. Das senkt für alle die Kosten und macht den Einsatz variabler. Zugleich vertiefen wir auch die Zusammenarbeit mit Technologiezulieferern, die uns u. a. im Bereich Automation genau die richtigen Lösungen bieten und unsere Maschinen vielseitig und noch produktiver machen. Hier in Radebeul zeigen beispielsweise LNS einen neuen Stangenlader und Heimatec sowie Sauter ein neues Werkzeugwechselsystem, mit dem die durchgängige Automation einer Drehmaschine möglich wird.»
Durchmesser-flexibler «Express»-Stangenlader: schnell, variabel und vibrationslos
Exemplarisch ist die Express-Serie von LNS Europe zu nennen: Sie repräsentiert eine Palette hochleistungsfähiger Stangenlader, die speziell entwickelt wurden, um eine optimale Führung der Stäbe auf festen oder beweglichen Spindelstock etwa in Citizen Maschinen zu gewährleisten. Sie integrieren eine Vielzahl von automatischen Funktionen, die darauf abzielen, die Abläufe bei Produktionswechseln zu vereinfachen. Mit der Einführung des Express 126, dem neuesten Mitglied dieser Familie, wird die Bearbeitung von Stäben mit Durchmessern von 1 bis 26 mm ermöglicht. Der Zuführer verfügt über ein 2-in-1-Ladesystem, bestehend aus einer ausfahrbaren Rampe für die Verarbeitung von Stäben ab 5 mm und einem Schraubensystem für kleinere Durchmesser. Der Wechsel zwischen Rampe und Schraube erfolgt vollautomatisch, was schnelles und zuverlässiges Laden ermöglicht. Carlos Muniz, Head of Marketing & Communication Europe von LNS: «Früher mussten bei gleichem Spektrum 2 Lademagazine ausgewählt werden. Wir haben die Belademechanismen, die bisher komplett separiert waren, zusammengeführt. Darüber hinaus haben wir dank konstruktiver Neuheiten die Vibrationen deutlich minimiert, was die Qualität des zu bearbeitenden Werkstücks in der Citizen Maschine erhöht.»
Stand vom 30.10.2020
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Automatisierter Werkzeugwechsel mittels Adapter
Für Felix Schöller, CEO Sauter Feinmechanik GmbH ist sein neues Sauter Solid Pro als automatisierbares Werkzeugschnellwechselsystem das letzte fehlende Puzzleteil hin zur durchgängig automatisierten Drehmaschine. «Citizen Kunden profitieren von der Kooperation zwischen Heimatec und Sauter. Denn durch die Zusammenarbeit findet ein Austausch statt, der die neue Technologie auf eine breitere Basis stellt. Die Kooperation bietet beiden Werkzeugsystem-Herstellern eine Bündelung ihrer Stärken und Ressourcen», so Felix Schöller für Sauter und Dirk Hund, Leiter Vertrieb der Heimatec GmbH.
Die Sauter Solid Pro Schnittstelle startet in der Basisausführung mit einer herkömmlichen Spannzange und kann mit entsprechendem Upgrade Set auf das neue modulare Schnellwechselsystem umgerüstet werden. Dadurch lässt sich der Sauter Solid Pro-Adapter automatisiert wechseln, ohne hierfür den gesamten Werkzeughalter auszutauschen und neu einrichten zu müssen. Das neue System wächst mit steigenden Anforderungen, ist aber bei Bedarf wieder auf Spannzange rückwärtskompatibel. Der Spannmechanismus ist in 0 bzw. 180-Grad-Stellung, also auf beiden Seiten, automatisch zu betätigen – und damit ist der Spann-Betätiger mal vorne oder hinten. Felix Schöller: «Das ist die eigentliche Innovation: Es gab bis heute kein Wechsel-System, das eine Automatisierung des Werkzeughalters zulässt. Sauter Solid Pro ist der letzte Schritt – sozusagen zur Gesamtautomatisierung der Drehmaschine!»
Neben der Kooperationspräsentation mit Sauter hat die Heimatec GmbH beim Open House auch ihr eigenes Produktportfolio ausgestellt. Als Lieferant von Citizen bietet der Präzisionswerkzeughersteller das komplette Werkzeugprogramm mit festen und angetriebenen Werkzeugen für die Citizen Cincom Langdrehautomaten an. Ein Beispiel ist die erst kürzlich auf dem Markt eingeführte Werkzeugeinheit für das Gewindewirbeln bei Langdrehern, die zur Herstellung von hochpräzisen Gewinden dient und durch den zeitminimierten, rückseitigen Schneidplattenwechsel besticht.
Markus Reissig: «Die Herausforderung einer intelligenten, vernetzten und sich weitgehend selbst organisierenden Produktion zwingt die Arbeitswelt nach und nach in einen radikalen Umbruch hin zur Vernetzung und aller an der Wertschöpfungskette beteiligten Faktoren. Dabei entsteht die Wertschöpfung immer mehr aus der Kombination von Maschinenhardware mit entsprechender Software, aus fortschreitender Automatisierung und zugehörigen Services. Und wenn Spezialisten ihre Kompetenzen bündeln, dann entstehen Synergien, die in Produkten münden, mit denen Industriekunden ihre wirtschaftlichen Herausforderungen optimal lösen können. Das konnten wir hier in Radebeul in Zusammenarbeit mit unseren Technologiezulieferern bzw. Lieferanten beeindruckend unter Beweis stellen.»