Energieführungskette sorgt für Prozesssicherheit
Die städtische Kläranlage von Nersingen (D), wurde durch den Einsatz einer Energieführungskette von Murrplastik Systemtechnik für die Zukunft fit gemacht. Unter anderem werden nun Energiekosten eingespart, die bisher durch die motorgetriebene Kabeltrommel entstanden. Kostenintensive Betriebsausfälle durch Aderbrüche im Kabel oder durch den Ausfall der Kabeltrommel gehören der Vergangenheit an.
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joe. Der Spezialist für Energieführungs-Systeme, Murrplastik Systemtechnik aus Oppenweiler (D), hat zusammen mit dem Betreiber des Klärwerks ein komplettes Energieführungssystem nach dem Baukastenprinzip entwickelt. Dieses wird nun eingesetzt für die Stromversorgung der Schrittmotoren einer 12 m breiten Räumerbrücke an einem Vorklärbecken.
Das Besondere dieser Lösung: Statt der üblicherweise eingesetzten, motorbetriebenen Kabeltrommel versieht eine Energieführungskette mit beheizter und dadurch frost- und schneefreier Ablegewanne ihren Dienst. Durch den Einsatz dieses Systems werden nicht nur Energiekosten eingespart, die bisher durch die motorgetriebene Kabeltrommel entstanden, auch gehören kostenintensive Betriebsausfälle durch Aderbrüche im Kabel oder durch den Komplettausfall der Kabeltrommel der Vergangenheit an.
Klärwerkmitarbeiter Martin Walk erläutert: «Moderne Kläranlagen, wie das Klärwerk Nersingen, arbeiten dreistufig. Zur Reinigung der Abwässer werden mechanische, biologische und chemische Verfahren eingesetzt. Die Energieführungskette von Murrplastik setzen wir an einem so genannten Vorklärbecken ein, das der mechanischen Reinigung dient.» Das Vorklärbecken, mit rund 710 m3 Kapazität, hat im Prinzip die Funktion eines grossen Filters: Schmutzwasser fliesst langsam durch das Vorklärbecken, ungelöste Stoffe setzen sich ab oder schwimmen an der Oberfläche auf. Die aufgeschwemmten Stoffe werden zur weiteren Verarbeitung in ein Zusatzbecken verschoben. Zum Verschieben wird eine 12 m breite Räumerbrücke eingesetzt, die mit einem horizontalen Verfahrweg von rund 30 m, während 24 Stunden am Tag, die aufgeschwemmten Stoffe in das Zusatzbecken befördert. Hierzu wird die Brücke von einem Schrittmotor angetrieben, der sie gemächlich mit rund 0,5 km pro Stunde - vorwärts schiebt.
Problemfall Kabeltrommel
Als neuralgischer Punkt erwies sich in den letzten Jahren immer wieder die motorbetriebene Kabeltrommel, die auf der Räumerbrücke installiert war. Über diese Kabeltrommel wurde eine Versorgungsleitung auf- und abgewickelt, die den Schrittmotor der Räumerbrücke mit Strom versorgte. Martin Walk dazu: «Im Rahmen der Sanierung des Klärwerks haben wir die Steuerung des kompletten Betriebs auf SPS umgerüstet und uns gleichzeitig Gedanken über mögliche Problemfälle und den Wartungsaufwand am Vorklärbecken gemacht. Dabei wurde schnell klar, dass wir von der potentiell störanfälligen Lösung mit der Kabeltrommel weg mussten.» Zusammen mit der Murrplastik Systemtechnik erarbeitete man in der Folge eine Lösung für den Einsatz eines Energieführungssystems mit horizontalem Verfahrweg, das dauerhaft und zuverlässig bei jeder Witterung seinen Dienst erfüllt.
