Absichtserklärung Schweiz-USA: Flächendeckende 15 Prozent-Zölle Entlastung für MEM – Risiken für Schweizer Volkswirtschaft

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Die Schweiz konnte einen sogenannten «Deal» mit der Trump-Administration erreichen: Die USA reduzieren den zusätzlichen Importzoll auf Schweizer Produkte von 39 Prozent auf 15 Prozent. Im Gegenzug macht die Schweiz eine Reihe von Zusagen. So sollen beispielsweise Schweizer Firmen und Investoren bis 2030 200 Mrd. US-Dollar in die USA investieren.

(Bild:  KI-generiert)
(Bild: KI-generiert)

Der gesenkte Zollsatz dürfte ein Plus des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) zwischen 0.3 und 0.5 Prozent bedeuten, wie das KOF Institut berechnet hat. Hätte der Zollsatz von 39 Prozent für längere Zeit weiter bestanden, wären gemäss den Schätzungen des KOF Instituts 7500 bis 15 000 Vollzeitstellen in der Schweiz in den betroffenen Branchen Maschinenbau, Präzisionsinstrumente, Uhren- und Nahrungsmittelindustrie gefährdet gewesen. «Mit einem Zollsatz von 15 Prozent für die betroffenen Branchen und verschiedenen Sonderregelungen und Anwendung der MFN-Zölle für einzelne Produktkategorien ist der Grossteil dieser Arbeitsplätze nun nicht mehr bedroht. Allerdings sollte nicht vergessen gehen, dass auch ein Zoll von 15 Prozent auf bestimmte Warenexporte in die USA die Wirtschaftsleistung in der Schweiz beeinflusst», sagt KOF Co-Direktor Hans Gersbach.

In den betroffenen Industrien gäbe es Firmen mit einem hohen Exportanteil in die USA, die bei der gegenwärtigen Wechselkursentwicklung ihre Exporte in die USA reduzieren müssten, wenn ihre Marktmacht nicht gross sei. Trotzdem seien die sogenannten Second-Layer-Effekte nicht hoch, da die EU-Länder mit dem gleichen Zollsatz für ihre Warenexporte in die USA belegt wurden. «Dass die Schweiz den gleichen Zollsatz hat wie die EU, ist strategisch passend», so Gersbach.

«Für die MEM-Branche ist das eine gute Nachricht. Erstmals haben wir wieder gleiche Rahmenbedingungen im US-Markt wie unsere europäischen Wettbewerber», sagt Nicola Tettamanti, Präsident von Swissmechanic. Die Gesamtlage bleibe jedoch schwierig: «Der starke Franken und hohe Herstellungskosten bleiben bestehen», so Tettamanti. Die Unternehmen stünden weiterhin unter Druck: unter anderem aufgrund schwankender Nachfrage, hohen Energiekosten und einer global angespannten Investitionsdynamik. Swissmechanic bewertet die Zollreduktion deshalb als einen wichtigen, aber nicht ausreichenden Hebel.

Auch Swissmem-Präsident Martin Hirzel sagt: «Die Zollsenkung bedeutet für die Tech-Industrie ein kurzes Aufatmen – aber keine Entwarnung. Neue Zölle könnten kommen. Der starke Franken bleibt. Und die Unsicherheit im Markt ist riesig. Es wäre töricht, die Hände in den Schoss zu legen: Die Politik muss jetzt Belastungen senken und neue Märkte öffnen.»

«Dass nun auch Sektoren betroffen sind, die bisher zollfrei exportieren konnten, schafft grosse Herausforderungen – bis hin zu möglichen Produktionsverlagerungen», warnt Erich Sannemann, Direktor von Swissmechanic. «Zusätzliche volkswirtschaftliche Kosten könnten entstehen, wenn aufgrund der Zolldrohung sehr hohe Investitionen in den USA von Schweizer Firmen zu geringeren Investitionen in der Schweiz führen würden, die zentral für die Kapitalbildung und den technischen Fortschritt in der Schweiz sind», ordnet Gersbach ein. «Die Investitionszusagen von 200 Mrd. US-Dollar sind enorm hoch und die Direktinvestitionen von Schweizer Firmen in die USA müssten sich in den nächsten fünf Jahren vervielfachen und auch schon im Jahre 2026 massiv sein. Das wird nicht ohne negative Rückwirkung auf die Investitionen in der Schweiz bleiben.»

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