Interview mit Paul Hüppi, Swissmem

Erfolg durch gut ausgebildete Berufsleute

| Redakteur: Sergio Caré

Paul Hüppi, Leiter Entwicklung, SWISSMEM Berufsbildung: «Die Bildung entscheidet wesentlich mit, wie erfolgreich die Schweiz in Zukunft sein wird.»
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Paul Hüppi, Leiter Entwicklung, SWISSMEM Berufsbildung: «Die Bildung entscheidet wesentlich mit, wie erfolgreich die Schweiz in Zukunft sein wird.» ( Swissmem)

Der wirtschaftliche Erfolg der Schweiz ist zu einem wesentlichen Teil in der beruflichen Ausbildung begründet. In der MEM-Industrie fehlt nicht nur jetzt, sondern auch durch den demografischen Wandel in Zukunft, der Nachwuchs. Wir sprechen mit Paul Hüppi – Leiter Entwicklung, SWISSMEM Berufsbildung – über das duale Bildungssystem in der Schweiz, aber auch über die Durchführung der Schweizer Meisterschaften in den Berufen Automatiker/in EFZ, Elektroniker/in EFZ und Konstrukteur/in EFZ an der diesjährigen PRODEX vom 15. bis 18. November 2016 in Basel.

SMM: Herr Hüppi, wie unterstützt SWISSMEM die MEM-Firmen bei der Ausbildung von Lernenden?

Paul Hüppi: SWISSMEM Berufsbildung sorgt für attraktive Berufsbilder und entwickelt die dazugehörigen Bildungspläne sowie dem Stand der Technik entsprechende Lernmedien für die betriebliche Ausbildung und die Berufsfachschulen. Zu den Kernberufen der MEM-Industrie zählen die eher mechanisch orientierten Berufe wie Anlagen-Apparatebauer/in EFZ, Konstrukteur/in EFZ und Polymechaniker/in EFZ, Berufe mit einem elektrotechnischen Schwerpunkt wie Automatiker/in EFZ und Elektroniker/in EFZ sowie die Kauffrau/der Kaufmann EFZ. Beim Berufsfeld Maschinenbau gibt es neben den vierjährigen Ausbildungen auch drei- und zweijährige. Im Berufsfeld Automation können die Jugendlichen neben der vierjährigen Ausbildung Automatiker/in EFZ auch die dreijährige zum/r Automatikmonteur/in EFZ wählen. Künftig wird dieses Berufsfeld durch eine zweijährige Ausbildung ergänzt. Mit diesem neuen Berufsbild wird SWISSMEM Berufsbildung insgesamt zehn Berufe betreuen und laufend den Bedürfnissen der MEM-Industrie anpassen.

Jugendliche mit einer abgeschlossenen Berufslehre in der MEM-Industrie können bei Ihnen unter einem breiten Weiterbildungsangebot auswählen. Das duale Bildungssystem der Schweiz zählt in Europa als Erfolgsmodell. Bemerken Sie eine Erhöhung Interessierter und welche Weiterbildungsangebote sind der «Renner»?

P. Hüppi: Die duale Bildung geniesst grundsätzlich ein gutes Ansehen. Dennoch entscheiden sich viele Jugendliche für eine schulisch orientierte Ausbildung wie sie zum Beispiel Gymnasien bieten. Für die Industrie stellt dies eine grosse Herausforderung dar, denn wir sind in unseren Hightech-Berufen auf schulstarke Jugendliche angewiesen. In den vergangenen Jahren zugelegt haben vor allem Ausbildungen im Bereich Automation. Dies widerspiegelt auch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung in der Branche. Im Weiterbildungsbereich sind aufgrund des angespannten wirtschaftlichen Umfelds, in welchem sich exportorientierte Firmen bewegen, vor allem praxisnahe, eher kürzere Ausbildungen gefragt.

Am ersten Tag des Messe- Power-Duos PRODEX und SWISSTECH findet auch dieses Jahr wieder traditionell der Nachwuchstag der MEM-Industrie statt. Den Jugendlichen aus Fachhochschul- und Berufsfachschulklassen sowie Lehrlingsgruppen aus Indus­triebetrieben werden vom Veranstalter ein kostenloser Messebesuch sowie ein Mittagessen am Dienstag, 15. November, offeriert. Wurde in der Vergangenheit das Angebot in Anspruch genommen und was erwarten Sie dieses Jahr?

P. Hüppi: Das Angebot wird geschätzt und findet einen guten Zuspruch. Es ist wichtig, dass sich Lernende und Studenten auch während ihrer Ausbildung mit neuen Technologien auseinandersetzen. Hier liegt denn auch eine der Stärken der dualen Bildung. Sie passt sich laufend an und kann rasch zwischen Theorie und Praxis vermitteln. Wir erwarten auch in diesem Jahr wieder viele Jugendliche. Die PRODEX ist eine wertvolle Plattform, um Nachwuchstalenten Perspektiven aufzuzeigen und ihnen die Attraktivität der Branche näherzubringen.

Dieses Jahr richtet SWISSMEM wieder die Schweizer Berufsmeisterschaft mit den je zwölf besten jungen Berufsleuten der Berufe Automatiker/in EFZ, Elektroniker/in EFZ und Konstrukteur/in EFZ aus. Live zeigen die Jungprofis ihr Können während den vier Messetagen. Können Sie uns darüber schon etwas berichten?

P. Hüppi: Die Aufgaben an der Schweizer Meisterschaft orientieren sich an den Bedingungen, welche die besten Jungtalente auch an der Berufsweltmeisterschaft vorfinden werden. Diese findet im Jahr 2017 in Abu Dhabi statt. Die Schweizer Meister und damit Goldmedaillengewinner an der PRODEX qualifizieren sich in unseren Berufen direkt für die «WorldSkills Abu Dhabi 2017». Eine spezielle Herausforderung für die Jugendlichen an der PRODEX wird sein, vor vielen Zuschauern und unter Zeitdruck die Konzentration zu wahren und die Aufgabenstellungen möglichst präzise zu lösen. Den Zuschauern vermitteln die Wettbewerbe einen guten Eindruck, wie vielfältig und anspruchsvoll die dualen Ausbildungen in der MEM-Industrie sind.

Herr Hüppi, SWISSMEM ist im Messebeirat der PRODEX vertreten. Wie wichtig ist die Messe für den Werkplatz Schweiz?

P. Hüppi: Die Messe ist eine zentrale Plattform für die Branche. Sie fördert nicht nur die Verkaufsaktivitäten der Unternehmen, sondern ist auch eine ideale Bühne, um die Innovationsfähigkeit der Schweizer Betriebe unter Beweis zu stellen und zu fördern. Wo Menschen sich treffen, werden auch Ideen ausgetauscht. Die PRODEX bietet hierzu ein gutes Umfeld. In diesem Sinne liefert die PRODEX für viele Firmen auch wichtige Impulse, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Noch kurz zum Schluss. Wie kann sich unsere Jugend für die Zukunft «rüsten», damit die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Wirtschaftsstandortes nicht verloren geht?

P. Hüppi: Die Bildung entscheidet wesentlich mit, wie erfolgreich die Schweiz in Zukunft sein wird. Die Ausbildungen in der MEM-Branche schaffen für die Jugendlichen eine sehr solide Basis, um später im Berufsleben erfolgreich zu sein und Erfüllung zu finden. Nicht zuletzt sind aber über die ganze berufliche Laufbahn Flexibilität und der Wille, Neues zu erlernen, gefragt. Die MEM-Branche bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um am Puls der Zeit zu bleiben. <<

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