Firmenjubiläum Ernst Schäppi & Co. AG: 150 Jahre auf Messer spezialisiert

Autor / Redakteur: Rolf Dorner, Fachjournalist BR/SFJ / Susanne Reinshagen

>> Nach Wanderjahren in Frankreich gründete Jakob Schäppi 1861 in Horgen eine Mechanische Werkstatt und Messerschmiede. Zunächst produzierte er für die ansässige Textil- und Seidenindustrie vor allem Einziehaken und Forcen. Dann spezialisierte sich Schäppi schrittweise auf die Herstellung von Taschen-, Küchen- und Tafelmesser, chirurgische Instrumente sowie Werkzeuge für Landwirtschaft, Reb- und Gartenbau.

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Ernst Heini Schäppi, VR-Präsident (li.) und Hansjürg E. Schäppi, Geschäftsleiter. (Bild: Dorner)
Ernst Heini Schäppi, VR-Präsident (li.) und Hansjürg E. Schäppi, Geschäftsleiter. (Bild: Dorner)

1910 war ein Meilenstein in der Firmengeschichte: Im neuen Fabrikationsgebäude wurde die Produktion von Messern für das graphische Gewerbe sowie für Stanzmesser und Stanz-Apparate für die Leder-, Papier- und Metallindustrie aufgenommen.

Während des Zweiten Weltkriegs begann das Unternehmen, Spezialwerkzeuge und Messer herzustellen, die vor dem Krieg aus dem Ausland in die Schweiz importiert worden waren.

1964 konnte das neue Betriebsgebäude an der Tödistrasse 62 in Horgen, dem heutigen Firmensitz, bezogen werden. Eine neue Härterei mit Schutzgas-Atmosphäre und moderne grössere Planschleifmaschinen erschlossen dem Unternehmen neue anspruchsvollere Anwendungen, insbesondere für lange Werkstücke. «Investieren, Modernisieren, Spezialisieren» heisst das Credo des Messer-Spezialisten bis heute. Mit 150-jähriger Erfahrung ist Schäppi heute die Victorinox für Industriemesser.

Firmenrundgang

Es sind vor allem drei Bereiche, die für die Herstellung von Qualitätsmessern wichtig sind: eine Mechanische Abteilung, eine eigene Härterei und eine präzise Schleiferei.

In der Mechanischen Abteilung fällt die Vielzahl an Bearbeitungsmaschinen auf, denn um Qualitätsmesser herzustellen, sind verschiedenste Fertigungsprozesse nötig. Ob Bohr-, Fräs-, Peripherieschleif- oder Rundschleifmaschinen: Alle sind hier vertreten. Nicht zu vergessen Drehbänke und Sägen. Da hier Einzelanfertigungen nach Kundenspezifikation im Vordergrund stehen, genügen die eher konventionellen Maschinen, die von erfahrenen Spezialisten bedient werden.

Ein Blick in die Schleiferei! Auf Planschleifmaschinen mit elektromagnetischen Spannplatten werden Messer im Hundertstelmillimeter-Bereich genau geschliffen, – bis zu 4,2 Meter Länge. Weitere Schleifmaschinen ermöglichen eine effiziente kostengünstige Fertigung.

In der Härterei, mit Schutzgas-Einsatz, können Teile bis zu 2,5 Meter Länge behandelt werden. Die Werkstücke werden je nach Legierung auf die vom Stahlwerk vorgeschriebenen Austenitisierungs-Temperaturen erhitzt und dann im Salzbad als Abschreck-Medium abgekühlt.

Das Lager an Zackenmesser zum Perforieren oder Trennen von Folien, Eishobelmesser, Blechscherenmesser, Papierschneidemesser usw. ist überschaubar, da hier nur die gängigsten Messer für Ersatzlieferungen auf Abruf bereit stehen.

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