Auf die Entwicklung und Herstellung von Düsen zum definierten Versprühen unterschiedlichster Medien hat sich die Jato-Düsenbau AG spezialisiert. Darunter fallen Düsen zum Beschichten von Medikamenten über Düsen zur Wasserbestäubung, zum Kühlen von Stahl bis hin zu Düsensystemen in Turbinen. Aus fertigungstechnischer Sicht ist das eine enorme Herausforderung, die hervorragende Fachkräfte benötigt. Damit auch in Zukunft dieses Know-how im Unternehmen weiterentwickelt wird, wird konsequent in die Ausbildung investiert. Von insgesamt 34 Mitarbeitenden sind acht davon angehende Polymechaniker.
Die Ausbildung bei der Jato-Düsenbau AG macht richtig Freude. Interessierte Frauen und Männer sind eingeladen, sich für 2026 zu bewerben.
(Bild: Thomas Entzeroth)
Als die SMM-Redaktion bei der Jato-Düsenbau AG zu Besuch war, fragte sie einen der Auszubildenden im vierten Lehrjahr, der gerade kleine Düsenköpfe auf einem Drehzentrum fertigte, worauf es bei der Düse ankäme. Er antwortete: «Entscheidend ist, dass das Sprühprofil korrekt ist. Insbesondere dann, wenn wir neue Düsen entwickeln, müssen wir uns an die End-Geometrie herantasten. Wir variieren die Düsen-Geometrie so lange, bis das Sprühbild passt.»
Düsentechnologie: form follows function
Roland Häfliger: «Der junge Mann weiss genau, worauf es ankommt. Das Sprühbild ist entscheidend. Die Geometrie der Düse richtet sich nach dem Sprühbild, form follows function. Denn nur dann, wenn wir hervorragendes Personal haben, können wir auch Spitzentechnologie herstellen. Diese Aussage zeigt exemplarisch, dass wir im Rahmen unserer Ausbildung vieles richtig machen und einen Riesenschritt in die Zukunft mit diesen jungen Menschen gehen.»
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Bemerkenswertes technologisches Know-how
Mit 34 Mitarbeitenden gehört die Jato-Düsenbau AG am Stadtrand von Luzern zu einem typischen KMU, das technologisch im High-End-Bereich angesiedelt ist. Viele der Bauteile und Komponenten, die im Besprechungsraum auf der Vitrine stehen, dürfen nicht veröffentlicht werden, Stichwort Geheimhaltungsvereinbarung. Wie beispielsweise eine komplette 3D-gedruckte, 17 kg schwere Brennereinheit einer Turbine, die Roland Häfliger in der Hand hält: «Da muss alles stimmen. Wir bieten solche Systeme aus einer Hand an. Das sind äusserst komplexe Komponenten. Das Sprühbild des Brennstoffs darf sich auch bei kontinuierlichem Wärmeeintrag nicht verändern.» Direkt daneben zeigt R. Häfliger auf einen Metallfilter (D = 30 mm, L = 150 mm). Nur wenn man den Filter in das Gegenlicht hält, erkennt man die 58 000 Bohrungen mit D = 0.16 mm an diesem kleinen Bauteil.
R. Häfliger: «Hierbei handelt es sich um einen Hochleistungsfilter. 58 000 Bohrungen auf dieser kleinen Fläche in höchster Präzision prozesssicher zu fertigen, gehört zu unseren Kernkompetenzen. Ziel unserer Ausbildung ist es, dass die Auszubildenden nach ihrer Ausbildung sich mit solch sehr komplexen Projekten auseinandersetzen und fertigungstechnische Lösungen entwickeln können.» Ein Beispiel: «Wir haben uns einen Namen als Problemlöser gemacht. Wir machen eine Düsen-Entwicklung, auch wenn nur eine Düse bestellt wird. Wir hatten einmal einen Kunden, der extra aus Amerika bei uns einflog. Er suchte nach einer Düsenlösung, die perfekt zerstäubt, auch bei geringsten Durchflussmengen. Das ist ein anspruchsvolles Unterfangen. Unsere Spezialisten konnten das Problem tatsächlich lösen und seither haben wir ihn als Kunden gewonnen.»
Wichtig: lösungsorientiert denken
Urs Mathis (Berufsbildner): «Wenn unsere Auszubildenden bereits sehr früh an die Herausforderungen herangeführt werden, lernen sie, lösungsorientiert zu denken. Es kommen immer wieder neue Anfragen bezüglich Düsenlösungen mit spezifischen Sprühbildern. Um das zu lösen, braucht es enorme Erfahrung. Und einiges davon sammeln unsere Auszubildenden dann bereits in den ersten vier Jahren, wovon sie dann zukünftig profitieren können.»
Investition in neue Fertigungsprozesse
Aktuell hat das Unternehmen wieder in den Maschinenpark investiert, um neue Fertigungsprozesse zu integrieren, die bisher ausgelagert waren.
R. Häfliger: «Man muss die Situation in unserer Produktion immer genau analysieren und evaluieren. Wann ist Outsourcing besser und wann sollten wir die Technologien inhouse haben. Insourcing neuer Technologien hat mit dem 3D Additiv Manufacturing angefangen, zuvor waren wir auf die klassischen Bearbeitungsverfahren inklusive Erodierbohrverfahren fokussiert.
Der Ausbildungsbereich der Jato-Düsenbau AG, wo die Auszubildenden möglichst früh an CNC-gesteuerte Maschinen hingeführt werden.
(Bild: Thomas Entzeroth)
Heute beherrschen wir ein sehr breites Technologiespektrum, und das ist natürlich auch etwas, das für unsere Auszubildenden enorme technologische Möglichkeiten bietet. Unsere Auszubildenden denken am Ende ihrer Ausbildung in den unterschiedlichsten Fertigungsprozessen, wie ein Düsensystem herzustellen ist: Erodieren, Bohren, Fräsen, 3D Additiv Manufacturing, Lasern, Schleifen usw. Jede Düse ist einzigartig. Ein Neuauftrag fordert das gesamte Team, und unsere acht Auszubildenden werden an ihre neuen Herausforderungen strategisch perfekt herangeführt.»
Stand vom 30.10.2020
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Luzerner Berufswahlparcours öffnet die Türen
Als die Jato-Düsenbau AG im Rahmen des Luzerner Berufswahlparcours erstmalig die Türen geöffnet hatte, löste dies einen Bewerbungsschub aus. Die ist eine schweizweite Berufsbildungskampagne, die die jungen Schülerinnen und Schüler in die Unternehmen schnuppern lässt. Für Roland Häfliger ist die Kampagne wirklich hervorragend geeignet, um in Kontakt mit den jungen Menschen zu kommen, wie er sagt: «Beim letzten Berufswahlparcours schnupperten 52 Sekundarschüler innerhalb von drei Tagen bei uns rein. Fanden Schülerinnen oder Schüler Interesse an unserem Unternehmen, dann bewarben sie sich für eine Schnupperlehre. Dank diesem Projekt bekommen wir sehr guten Kontakt zu den jungen Menschen und haben aktuell mehr Anfragen, als wir Stellen besetzen können.»
Pro Lehrjahr zwei neue Auszubildende
U. Mathis: «Wir versuchen pro Lehrjahr immer zwei Auszubildende zu gewinnen. Wichtig ist, dass gewisse Fähigkeiten wie Mathematik und geometrisches Vorstellungsvermögen vorhanden sind. Das sind im technischen Bereich wichtige Kompetenzen. Anhand der Stellwerktests können wir die Grundvoraussetzungen für den technischen Beruf relativ gut einschätzen.»
R. Häfliger: «Aber letztlich muss der Mensch zu unserem Unternehmen passen, damit es auch eine langfristige, kooperative Zusammenarbeit gibt. Bisher hatten wir immer Glück, nicht zuletzt deshalb, weil wir auch einiges richtig gemacht haben im Rahmen unserer Ausbildung.»