Empa röntgt Satelliten in Dübendorf «Eurecas» letzte Reise
Eureca hat das Verkehrshaus in Luzern verlassen, um an der Empa in Dübendorf geröntgt zu werden. Ziel: Die strukturellen Veränderungen zu untersuchen. Ab dem 25. November 2016 erhält der Satellit einen prominenten Platz im Verkehrshaus Luzern.
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Der europäische Forschungssatellit Eureca (European Retrievable Carrier), der in den 1990er Jahren knapp zwölf Monate im Weltraum verbrachte und seit dem Jahr 2000 im Verkehrshaus an der Decke hängend ausgestellt war, wird bei der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf untersucht. Ab November wird er in der neuen Raumfahrtausstellung des Verkehrshauses einen prominenten Platz erhalten.
EMPA röntgt Satelliten in Dübendorf
Der Satellit hat das Verkehrshaus verlassen, um an der Empa in Dübendorf geröntgt zu werden. Eureca war im Weltraum extremen Bedingungen wie starken Temperaturschwankungen, kosmischer Strahlung, Kleinstpartikeln und Mikrogravität ausgesetzt. Nur an der Empa ist es möglich, den mannshohen, drei Tonnen schweren, vier Meter breiten und drei Meter langen Satelliten als ganzes Objekt zu durchleuchten und sein Inneres zu erforschen. Neben der Hauptstruktur des Satelliten wird sich die Empa auch mit einzelnen Eureca-Experimenten und mit einer detaillierten Analyse der Materialveränderungen beschäftigen, die durch den einjährigen Aufenthalt im All hervorgerufen worden sind. Neue 3D-bildgebende Algorithmen sollen für eine detailgetreue Analyse der Veränderungen der Satellitenstrukturen angewendet werden. Ziel: Die strukturellen Veränderungen zu untersuchen, die durch Kollisionen mit Kleinstpartikeln entstanden.
Die Schweiz im All
Die aufregende Reise von Eureca fing am 31. Juli 1992 mit dem Start des Space Shuttles «Atlantis» an. Der Satellit sollte mehr über die Einflüsse einer sehr geringen Erdanziehung, der sogenannten Mikrogravität, in Erfahrung bringen. Um den Abfall im Weltall und die Baukosten zu verringern, setzte die Europäische Weltraumorganisation ESA auf einen wiederverwendbaren Satelliten. Mit an Bord des Space Shuttles befand sich damals der Schweizer Astronaut Claude Nicollier, der zuständig für das Aussetzen der delikaten Fracht war. Ausgerüstet mit rund 70 verschiedenen Experimenten, umkreiste Eureca fast ein Jahr lang die Erde mit einer Geschwindigkeit von 28 000 km/h und machte dabei wissenschaftliche Messungen.
Ab dem 25. November 2016 erhält der Satellit einen prominenten Platz im Verkehrshaus Luzern. Am neuen Ort kann Eureca seine volle Pracht mit einer Spannweite der Solarpanels von rund 20 Metern ganz entfalten. Hauptattraktion der neuen Raumfahrt-Ausstellung ist der Raumwandler. Mutige können einen Multi-Axis-Trainer testen. -sc-
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