Exportperspektiven Exportbranche trotzt dem anspruchsvollen Umfeld

Von Susanne Reinshagen 3 min Lesedauer

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Die Abkühlung in der Exportbranche setzt sich fort. Dies zeigen sowohl das Credit-Suisse-Exportbarometer als auch die Umfrage zur Exportstimmung von Switzerland Global Enterprise. Aufgrund der zahlreichen globalen Herausforderungen fokussieren sich die KMU auf die Sicherung des Erreichten. Die Erschliessung zusätzlicher Märkte rückt in den Hintergrund. Am meisten Sorgen bereiten den Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise, Währungsrisiken und Unterbrüche in der Wertschöpfungskette.

Die Energie- und Rohstoffpreise bereiten den Unternehmen grosse Sorgen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Energie- und Rohstoffpreise bereiten den Unternehmen grosse Sorgen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die aktuelle Exportstimmung, die von Switzerland Global Enterprise in einer halbjährlichen Umfrage ermittelt wird, liegt bei 60,5 Punkten und damit weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein etwas getrübteres Bild zeichnet das Credit-Suisse-Exportbarometer, das auf ein minimales Wachstum hindeutet. Eindeutig ist, dass sich die Schweizer Exportwirtschaft aufgrund der anhaltenden globalen Herausforderungen weiter abkühlt. Grosse Sorgen bereiten den Unternehmen aktuell die Energie- und Rohstoffpreise, Währungsrisiken und die Inflation. Nach wie vor beschäftigen die Firmen Unterbrüche in der Wertschöpfungskette und der Fachkräftemangel.

Positive Stimmung

Allen Widrigkeiten zum Trotz stehen die KMU aber weiterhin überraschend gut da und blicken verhalten positiv in die Zukunft. So erwarten 53% der Unternehmen im Jahr 2023 ein Exportwachstum, 29% rechnen mit einer Stagnation, und nur 18% erwarten einen Rückgang der Exporte. Gleichzeitig geben 91% der befragten Firmen an, dass sie die Zahl der Beschäftigten in den nächsten zwölf Monaten bei­behalten oder ausbauen wollen. Nur 9% gehen davon aus, dass sie den Personalbestand reduzieren müssen.

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Alberto Selini, Senior Director Global Consulting bei S-GE im Videotalk

Robuste KMU

Die Gründe für diese verhältnismässig positi­ve Stimmung sind die grosse Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der KMU und die vergleichsweise geringe Inflation in der Schweiz. Die globalen Herausforderungen sorgen aber auch für Verunsicherung, sodass sich die Unternehmen aktuell darauf konzentrieren, Erreichtes zu sichern. 26% aller Unternehmen geben an, im Jahr 2023 in keine neuen Märkte expandieren zu wollen. Stattdessen liegt ihr Fokus auf bewährten Absatzmärkten wie Europa und den USA.

Andreas Gerber, Leiter Firmenkunden Schweiz bei der Credit Suisse, sagt: «Die Folgen der anhaltenden globalen Krisen führen zu einer weiteren Abkühlung in der Exportwirtschaft. Trotzdem stehen die Schweizer KMU gut da. Beleg dafür ist unter anderem die tiefe Arbeitslosigkeit, an der sich in naher Zukunft kaum etwas ändern dürfte. Aktuell gehen 9 von 10 Unternehmen davon aus, dass sie ihren Personalbestand in den nächsten Monaten halten oder sogar ausbauen werden. Gründe dafür sind darin zu sehen, dass gut geführte Unternehmen auf Herausforderungen rasch und angemessen reagieren. So hat eine sehr grosse Mehrheit der KMU längst Strategien entwickelt, um beispielsweise die Risiken unterbrochener Wertschöpfungsketten abzufedern. Dank der Widerstandsfähigkeit und dem unternehmerischen Geschick unserer KMU können wir auch in der aktuellen Situation verhalten positiv in die Zukunft blicken.»

Alberto Silini, Leiter Beratung bei Switzerland Global Enterprise (S-GE), stellt fest: «Die zahlreichen globalen Herausforderungen belasten die international tätigen KMU. Am meisten Sorgen bereiten ihnen aktuell die Energie- und Rohstoffpreise, Währungsrisiken und Unterbrüche in der Wertschöpfungskette. Trotz dieser schwierigen Situation rechnet mehr als die Hälfte der Exportfirmen in diesem Jahr mit einem Wachstum, wie die Umfrage von Switzerland Global Enterprise zur Exportstimmung zeigt. Fakt ist aber auch, dass eine Unsicherheit besteht und dass fast ein Viertel der Unternehmen im Jahr 2023 keine neuen Märkte anvisiert. Sie konzentrieren sich stattdessen auf bewährte Abnehmer wie Europa und die USA. Bei den übrigen Unternehmen liegen Südamerika, die Golf- und die ASEAN-Staaten als neue Märkte im Trend.»

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