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Unfalldatenspeicher sind Zulassungsvoraussetzung
Unsicherheiten jenseits der technischen Ebene bestehen darüber hinaus bei rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen. Eine Studie von Roland Berger zeigt, dass das Schadensvolumen durch autonome Fahrzeuge bis 2030 um durchschnittlich 20 bis 25 Prozent abnehmen könnte. Welche Folgen hat das für die Kfz-Versicherer? Und wie ist die rechtliche Lage, wenn auch ohne Fahrer ein Unfall passiert? In der Fraunhofer-Studie heisst es dazu, Experten der Automobil- und Versicherungsbranche hätten sich inzwischen auf Unfalldatenspeicher, ähnlich einer Black Box, geeinigt, die «eine Zulassungsvoraussetzung für hochautomatisierte Pkw sein werden. Automobilhersteller, Versicherungen und Fahrzeughalter müssten im Falle eines Unfalls zweifelsfrei die Frage nach Schuld und Verantwortung beantworten können.» Welche Daten mit welchen Aufzeichnungsraten gespeichert werden und welche Akteure welche Zugriffsrechte haben sollen, gilt es jedoch – unter Berücksichtigung von Datenschutzaspekten – noch zu klären.
Neue Mobilitätskonzepte und Geschäftsmodelle gefragt
So vielversprechend die Möglichkeiten des automatisierten Fahrens auch sind, sie werden sich nur durchsetzen, wenn wir Mobilität neu denken und selbstfahrende Autos in ganzheitliche Verkehrskonzepte einbinden. So kann etwa Car Sharing zum Treiber für autonomes Fahren werden. Denn Menschen lassen sich eher überzeugen, wenn sie ohne grossen Aufwand und Investition mit der Technik in Berührung kommen. Fraunhofer-Forscher arbeiten daran, autonome Fahrzeuge intelligent in den Alltag von morgen zu integrieren – unter anderem sollen sie selbstständig Ladestationen in Parkhäusern finden oder als Car-Sharing-Fahrzeuge autonom zum nächsten Einsatzort fahren. Zudem gilt es, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So erforschen Wissenschaftler am Fraunhofer IAO, womit wir uns künftig im Auto beschäftigen werden. Welche neuen Services sind im Auto denkbar, wenn die Insassen plötzlich mehr Zeit haben? Wird es gar einen App-Store für Nebentätigkeiten wie Musikhören oder Filmeschauen geben?
Jürgen Geisler, der Pionier von damals, hat heute mit dem Thema nur noch selten Berührungspunkte. Das Forschen überlässt er der nächsten Generation an Fraunhofer-Wissenschaftlern. Ob er sich vor 25 Jahren einen App-Store für Entertainment-Möglichkeiten im fahrerlosen Auto hätte träumen lassen? Vermutlich nicht. Doch er und seine Kollegen haben schon damals den Grundstein dafür gelegt, dass wir in wenigen Jahren beim Autofahren nur noch entscheiden müssen, ob wir nebenbei telefonieren, lesen oder einfach mal entspannen wollen. SMM
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