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Backenschnellwechsel für konventionelle Drehfutter
Bei kleinen und mittleren Serien wiederum bieten Palettenwechselsysteme sowie Backenschnellwechselsysteme ein hohes Effizienzpotenzial. Sie ermöglichen wahlweise einen manuellen oder voll automatisierten Werkstückwechsel. Jüngstes Beispiel ist das Backenschnellwechselsystem Pronto. Mit ihm sinkt die Rüstzeit für einen kompletten Backensatz bei konventionellen Drehfuttern auf gerade einmal 30 Sekunden. Das sind rund 95 Prozent weniger als bei herkömmlichen Lösungen. Schunk Pronto kombiniert spitzverzahnte Trägerbacken (1/16 Zoll’ x 90° oder 1,5 mm x 60°) mit speziellen Schnellwechseleinsätzen, über die sich der Spanndurchmesser in Sekundenschnelle um bis zu 45 mm erweitern lässt – achtmal mehr als bei herkömmlichen Drehfuttern. Zum rasanten und wiederholgenauen Backenwechsel genügt es, die Verriegelung des Wechseleinsatzes mit einem Sechskantschlüssel zu lösen, den Einsatz zu entnehmen und durch einen anderen zu ersetzen. Dabei ist eine Fehlpositionierung ausgeschlossen. In verriegeltem Zustand sorgt ein Sechs-Seiten-Formschluss für maximale Prozessstabilität und ermöglicht eine hohe Kraft- und Drehmomentübertragung. Das System eignet sich zur Spannung von Roh- und Fertigteilen. Passend zur jeweiligen Anwendung stehen unterschiedliche Trägerbackenvarianten für kleine, mittlere und grosse Spannbereiche zur Wahl. Als Aufsatzbacken hat das innovative Familienunternehmen harte Kralleneinsätze für unterschiedliche Durchmesser und Spannbereiche sowie weiche Wechseleinsätze für die Fertigteilbearbeitung im Programm. Einmal ausgedreht können letztere immer wieder auf dem System genutzt werden. Die Spanntiefe ist über Auflagebolzen variierbar. Eine Einstellhilfe erleichtert den Backenwechsel. Schunk Pronto lässt sich herstellerunabhängig auf allen spitzverzahnten Drehfuttern der Baugrössen 200, 250 und 315 einsetzen. Der modulare Aufbau des Systemprogramms ermöglicht eine individuelle und damit besonders wirtschaftliche Zusammenstellung der einzelnen Komponenten. Dazu zählt auch, dass die Wechseleinsätze mit sämtlichen Trägerbacken kompatibel sind, lediglich deren Position variiert.
Parallele Nutzung von Pneumatik und Mechatronik
Grösstmögliche Flexibilität und dadurch maximalen Kundennutzen garantiert Schunk auch bei seinen Greifsystemen: Im Automobilbau zum Beispiel ist Schunk Vorreiter in der teilweisen Mechatronisierung. Bei der automatisierten Maschinenbeladung werden mechatronische Greifer, Schwenkeinheiten, kombinierte Greif-Schwenkeinheiten oder Linearmodule je nach Anwendung mit bewährten pneumatischen Modulen kombiniert. So ist es möglich, die Vorteile beider Antriebswelten optimal zu nutzen – statt komplett auf mechatronische Greifsysteme umsteigen zu müssen. Mechatronikkomponenten ermöglichen ein hohes Mass an Flexibilität, sie erlauben die lückenlose Erfassung von Prozessdaten und die Weitergabe dieser Informationen an die nachgelagerten Stationen, um Werkzeugmaschinen und Montagezellen in Betrieb zu halten. In Kombination mit bewährten pneumatischen Modulen lässt sich ein optimales Verhältnis aus Flexibilität und Wirtschaftlichkeit erzielen.
Beispielsweise lassen sich beim Pleuelhandling die pneumatischen Universalgreifer PGN-plus so mit mechatronischen ERM-Drehmodulen kombinieren, dass die Inbetriebnahme der Anlage deutlich vereinfacht wird und die Flexibilität bei der Prozessgestaltung steigt. Das wartungsarme ERM vereint hohe Drehmomente mit einer hohen Genauigkeit und kann selbst grosse Lasten flexibel und auf Anhieb präzise positionieren. Damit ist es pneumatischen Komponenten überlegen. Adaptiv konzipiert lässt es sich mit allen gängigen Industrie-Servomotoren ausstatten, so dass die Eigenschaften der Anlagensteuerung hinsichtlich Programmierung, Safety oder Feldbussen direkt auf das Modul übertragen werden können. Ähnlich verhält es sich mit dem elektrisch angetriebenen Grosshubgreifer EGA. Auch er lässt sich mit allen gängigen Servomotoren ausstatten und gilt derzeit als der am flexibelsten einsetzbare Standardgrosshubgreifer am Markt. Der robuste Mechatronikgreifer basiert auf einer mechanischen Plattform, die sich beim pneumatischen Grosshubgreifer PHL schon vielfach bewährt hat. Er baut extrem flach und kompakt und weist nur geringe Störkonturen auf. Die Führungswägen seiner Grundbacken sind auf Kugeln gelagert, wodurch die Reibung minimiert und Kräfte optimal verteilt werden. Daraus resultieren eine dauerhafte Präzision und eine lange Lebensdauer. Zudem kommt die gewichtsoptimierte Bauweise der Dynamik und Energieeffizienz der Anlage zugute.
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