Flacher Anstellwinkel bringt doppelten Vorschub

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Kontinuierlicher Optimierungsprozess: Rohgussvermessung

Für die aufwändige Fräsbearbeitung dieser Produkte ist man in einem kontinuierlichen Optimierungsprozess, um dem Kundenwunsch nach Kostenreduzierung und hoher Flexibilität zu entsprechen. Einen wichtigen Schritt in Richtung höherer Wirtschaftlichkeit hat man im Jahre 2006 durch die Installation einer Digitalisierungsanlage (GOM ATOS III) für Rohguss getan.

Dabei wird die Rohgussoberfläche optisch erfasst und ein optimiertes NC-Programm erstellt. Das Werkstück mit den optimierten Fräswegen wird an einem Tebis- WOB-Arbeitsplatz (Programmierplatz) angezeigt, der an jeder Fräsmaschine vorhanden ist. Durch die Digitalisierung der Gussoberfläche und der Programmoptimierung ist sichergestellt, dass der Fräser direkt am höchsten Aufmass mit der Zerspanung beginnt und nicht mit Vorschubgeschwindigkeit unnötige Fräsbahnen in der Luft fährt.

Optimierungen durch intelligente Werkzeuggeometrien

Die Optimierung des NC-Programms brachte einen immensen Produktivitätsvorteil, und man setzte sich bei Thyssen-Krupp System Engineering das Ziel, weitere Kostenreduzierungen durch den Einsatz von optimierten Werkzeugen zu erzielen. Hierzu wurde auch Karl-Heinz Hettig, ­Aussendienstmitarbeiter der Fa. Ingersoll, angesprochen.

Er empfahl für die Schruppbearbeitung ein neu entwickeltes Werkzeug der Deka-Serie. Dieses Werkzeug der Serie DP5G «High Feed Deka» wurde mit einem extrem flachen Anstellwinkel von 20° Grad speziell für die Bearbeitung mit höchsten Vorschüben entwickelt

Neuer Hochvorschubfräser auf dem Prüfstand

Das neue Werkzeug mit einem Durchmesser von 66 mm und sechs Wendeschneidplatten wurde zuerst an einem Testwerkstück eingesetzt und zeigte von Beginn an seine Überlegenheit gegenüber den bisher verwendeten Rundplattenwerkzeugen.

Deshalb wurde es schnell in der Produktion bei der Bearbeitung eines Blechumformwerkzeuges für die Tür-Innenbleche eines namhaften Deutschen Automobilherstellers eingesetzt. Hier zeigte der «High Feed Deka»-Fräser die gesamte Palette seiner Vorzüge:

- Der flache Anstellwinkel von 20° erlaubt 3-fach höhere Vorschubwerte gegenüber Eckfräsern.

- Weiterhin erzeugt der flache Anstellwinkel hohe Axialkräfte und nur geringe Radialkräfte. Der Fräser wird nicht ausgelenkt und kann ohne Vibrationen mit Verlängerungen eingesetzt werden.

- Die Wendeschneidplatte hat zehn nutzbare Schneiden in einer Schnittrichtung und ist daher äusserst wirtschaftlich.

Sehr weicher Schnitt reduziert Leistungsaufnahme

Die Bearbeitung wurde auf einer Portalfräsmaschine von Waldrich Siegen (80 kW) ausgeführt. Dank des weichen Schnittes betrug die Leistungsaufnahme kaum 20 Prozent.

Aufgrund der Geometrievorteile konnte der Vorschub bei linearer Bearbeitung gegenüber dem «Ist-Zustand» um 50 Prozent auf 8000 mm/min gesteigert und die Verweildauer der Werkstücke auf der teuren Portalfräsmaschine beträchtlich verkürzt werden. Weitere Zeiteinsparung wurde durch eine universale Hartmetallsorte erreicht, die sowohl Stahl als auch GGG wirtschaftlich bearbeitet und ein Wechseln des Fräsers bei Hybridwerkstücken erübrigt.

Geringe radiale Zerspankräfte ideal für lange Werkzeuge

Durch die geringen radialen Zerspanungskräfte konnte das gesamte Werkstück mit der maximal erforderlichen Verlängerung zerspant werden. Ein Werkzeugwechsel für die Zerspanung der flachen Passagen und der tieferen Kavitäten wird nicht erforderlich.

Das Tiefziehwerkzeug für Tür-Innenbleche wurde mit dem «High Feed Deka»-Fräser bis zu einem Aufmass von 1 mm geschruppt, dann wird mit Torusfräsern mit Rundwendeschneidplatten weiterbearbeitet.

Information

Ingersoll Werkzeuge GmbH

D-35708 Haiger

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