Keba: offene Automation Flexibel individuell automatisieren

Von Konrad Mücke 4 min Lesedauer

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Der österreichische Automationsspezialist Keba Group AG, Linz, entwickelt im Dialog mit Anwendern seine universelle Automatisierungsplattform Kemro X fortlaufend weiter. Dazu gehören auch eine komfortable Programmierung für Roboter und innovative Mensch-Maschine-Bediensysteme (HMI).

Martin Schwarz, CSO der Keba Industrial Automation GmbH: «Gemeinsam überlegen, wie Digitalisierung unterstützen kann.»(Bild:  Keba)
Martin Schwarz, CSO der Keba Industrial Automation GmbH: «Gemeinsam überlegen, wie Digitalisierung unterstützen kann.»
(Bild: Keba)

Die Spezialisten von Keba sind übezeugt, im Dialog die Forderungen und den Bedarf industrieller Unternehmen aufzuspüren. So wollte und will man vor allem die Ideen und Wünsche aus der Praxis ergründen und daraus geeignete Produkte, Hard- und Software entwickeln. «Beim Thema Digitalisierung geht es sehr stark darum, zuzuhören, wo Unternehmen in ihren Abläufen und beziehungsweise oder Prozessen Schwachstellen und Hürden haben oder in Zukunft erwarten, um dann gemeinsam zu überlegen, wie Digitalisierung hier unterstützen kann», sagt Martin Schwarz, CSO der Keba Industrial Automation GmbH.

Offene Automatisierungsplattform

Als komplettes System für Hard- und Software enthält die Automatisierungsplattform Kemro X alle Komponenten für eine Smart Factory. Das betrifft sämtliche mobilen und stationären Panels, Antriebe sowie Hardwarevarianten und auch das Engineering-Tool. Das System ist aus Modulen aufgebaut. Sie können wie Smartphone-Apps genutzt werden. Dabei kann auf Module von Keba, kundenspezifische oder auf dem offenen Betriebssystem Linux basierende Standardmodule zurückgegriffen werden. Durch die Offenheit können Anwender eigene Software-Bausteine und Software von Drittanbietern integrieren und so Wissen schützen und ihre Unabhängigkeit bewahren. Die offene Systemarchitektur ermöglicht, zwischen Prozessen ungehindert zu kommunizieren. Nach einem Baukastenprinzip hat Keba eine umfangreiche Palette an Software-Units entwickelt, die Maschinenhersteller für ihre Automatisierung nutzen können. Das Spektrum reicht vom Engineering-Tool bis zum Simulationswerkzeug.

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Künstliche Intelligenz integrieren

Das Team, das sich in Linz mit Artificial Intelligence (künstliche Intelligenz KI) befasst, hat inzwischen Möglichkeiten und Chancen ergründet, künstliche Intelligenz in Steuerungsprozesse einzubinden. Das betrifft beispielsweise, Objekte unverzüglich zu erkennen und zu verfolgen. Dazu haben die Spezialisten aus Linz ihr KI Development Kit verwirklicht. Es besteht aus der auf dem Betriebssystem Linux basierten Steuerung Keba C5, ergänzt um I/O-Karten und ein Erweiterungsmodul. Letzteres wurde speziell für Anwendungen zur künstlichen Intelligenz im industriellen Umfeld unter Einhaltung aller relevanten Normen entwickelt. Die darin enthaltene Toolchain umfasst alle Werkzeuge, um Modelle für das KI-Erweiterungsmodul zu trainieren. Ergänzende Funktionsbausteine ermöglichen, die Modelle direkt im SPS-Code auszuführen. Industrieunternehmen mit Bedarf für KI können so den raschen Einstieg in die Welt der neuronalen Netze schaffen und ihre Anlagen um den Mehrwert von KI erweitern.

Robotik einfach zugänglich

Zur industriellen Robotik stellt Keba eine einfache Integration in weitreichende Automationssysteme mit dem Modul drag&bot zur Verfügung. Es ist inzwischen Bestandteil der Automatisierungsplattform Kemro X. Um die Programmierung von Roboteranlagen zu vereinfachen und zu beschleunigen, arbeitet Keba seit Kurzem mit dem Unternehmen Robodk zusammen. Letzteres wurde im Jahr 2015 in Kanada gegründet. Die kanadischen Experten entwickeln Software, mit der Roboter offline, also unabhängig von den Roboteranlagen, programmiert und komplette Arbeitsabläufe von Roboteranlagen simuliert werden können. Damit beabsichtigt man, Produktionsausfälle zu eliminieren, die durch die Programmierung in der Fertigung verursacht werden. Simulation und Offline-Programmierung ermöglichen es, mehrere Szenarien einer Roboterarbeitszelle zu untersuchen, bevor die Produktionszelle eingerichtet wird. Zur Optimierung gehört beispielsweise, Roboter optimal zu positionieren, um die Taktzeiten der Roboterzellen zu minimieren. Das betrifft aber auch, zu gewährleisten, dass der Roboter sämtliche Positionen erreicht und Produktvarianten ausnahmslos handhaben kann. Simulation und externe Programmierung tragen dazu bei, Zeiten und Aufwand beim Installieren und bei der Inbetriebnahme der Roboteranlagen deutlich zu verkürzen.

Die aktuell verfügbare Funktionalität ermöglicht, Roboterprogramme in der Programmiersprache Kairo von Keba innerhalb der Software von Robodk auf Basis von 3D-Modellen zu erstellen. Diese lassen sich einfach auch auf Steuerungen Kemotion übertragen. Die Ausführung der Roboterbewegung kann zum einen in einer digitalen Umgebung, zum anderen auch mit der eigentlichen Robotersteuerung innerhalb der Software Robodk überwacht werden.

Handbediengeräte individuell konfigurieren

Im Geschäftsbereich Komponenten bieten die österreichischen Automationsspezialisten zum einen kabellos und dennoch sicher kommunizierende Terminals und Bediengeräte, zum anderen eine universelle, flexible Konfiguration für individuell optimierte Bediengeräte. Mit nur wenigen Mausklicks können Interessenten mobile und stationäre Panels Ketop nach ihrem jeweiligen Bedarf konfigurieren. Sie wählen aus einem grossen Spektrum an Basisgeräten ein weitgehend passendes aus und konfigurieren in nur wenigen Schritten die Tastatur, das bevorzugte Design und die Einbauelemente. Das dazu passende Zubehör, wie Anschlussboxen und Kabel, können sie ebenfalls konfigurieren.

Produktprogramm ergänzt

Jüngst haben die österreichischen Automatisierer ihr Produktprogramm um ein mobiles Handbediengerät Ketop T135 erweitert. Der ebenfalls erst aktuell präsentierte, vollständig integrierte Servoantriebsregler Kedrive D3-AC enthält den AC-Netzanschluss, das Netzfilter und den Bremswiderstand sowie drei Achsregler in einem Gerät. Der Dreiachs-Servoregler wurde mit dem Fokus auf dreiachsige Handlingskinematiken entwickelt. Besonders bei kartesischen Robotern ist eine erhöhte Antriebsleistung in der Z-Achse erforderlich. Daher gibt es Varianten mit je 4 A für die X- und die Y-, 6 A für die Z-Achse sowie 8 A für die X- und die Y-, 12 A Nennstrom für die Z-Achse. Durch die Integration dreier Achsregler sind die Antriebsregler kompakt aufgebaut. Sie minimieren den Aufwand für Installation und Verdrahtung. In der Baureihe Ketop stehen auch Servoantriebsregler für einzelne und zwei Achsen zur Verfügung.

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