Flexible Fertigungszelle für Implantat-Produktion

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5-Achs-Simultanbearbeitung zwingend

Darüber hinaus sind die Werkstücke derart komplex, dass in vielen Fällen oft nur mit 5-Achs-Simultan-Bearbeitung akzeptable Ergebnisse erreicht werden können. Dank A-Schwenkachse (–120 bis –30°) und 360°-C-Achse sind mit der OKK selbst komplexeste Geometrien fertigbar. Die maxi­male Werkstückgrösse (DxH) liegt bei 400 x 240 mm.

B. Fürholz sagt über das Werkstückspektrum: «Ich würde es so sagen, unsere Teile sind nicht gerade einfach herzustellen, es gibt fast keine einfachen Werkstücke. Und die Prototypen haben es wirklich in sich. Das fängt in der komplexen Entwicklung an und geht über in anspruchsvollste CAM-Strategien. Wenn unsere Prototypen dann in Serie gehen, geht es hoch bis zu einer 8000er-Losgrösse. Dann kommt es bei der Automation auf höchste Prozesssicherheit an, das ist ein enorm anspruchsvoller Prozess. Unsere jüngste OKK-Lösung ist sowohl für den Prototypenbau, die Klein- als auch Grossserie perfekt zugeschnitten. Gesteuert werden die Aufträge und CNC-Programme der OKK über die Robotersteuerung, sie übernimmt den Lead des flexiblen Fertigungssystems. Damit eine mannlose zweite Schicht gefahren werden kann, ist sowohl ein grosser Werkstückspeicher (60 Plätze) als auch ein ausreichender Werkzeugspeicher (inklusive Schwesterwerkzeuge) sowie automatische Werkstück- und Werkzeugvermessung sowie Werkzeugbrucherkennung zwingend Voraussetzung. Zum Werkstückvermessen wird ein Renishaw-Messsystem zur Nullpunktbestimmung eingesetzt. Hier hat die BWB AG ausgezeichnete Arbeit geleistet aus meiner Sicht.»

Hohe Maschinendynamik entscheidend

Aber auch die Dynamik spielt eine Rolle, wie B. Fürholz gegenüber dem SMM sagt: «Entscheidend für uns ist eine hohe Maschinendynamik, weil wir viel abzeilen müssen. Darüber hinaus benötigen wir auf unser Werkstückspektrum zugeschnittene CAM-Programmiersysteme, mit denen sehr komplexe, aber auch sehr kleine 3D-Partien effizient programmiert und gefertigt werden können. Aktuell nutzen wir ein CAM-System, mit dem wir eine sehr gute Oberflächenqualität erzielen können.»

Doch das beste CAM-System nutzt nichts, wenn die Daten nicht perfekt umgesetzt werden, genau hierfür sorgt die OKK VC-X350. Die 12 000er-Spindel ist mit Kaiser-«BigPlus-Schnittstelle» (BT40) konfiguriert, das heisst konkret: Steilkegel mit Planauflage, der eine hochsteife und exakte Positionierung, auch in Z-Richtung, der Werkzeugschnittstelle bringt. Mit einer Leistung von 22 kW (30 min), einem Drehmoment von 166 Nm verfügte die OKK über genügend Leistungsreserven. Da Startech maximal 16 mm Durchmesser messende Fräswerkzeuge einsetzt, ist das Drehmoment perfekt ausgelegt. Die hohe Dynamik der Maschine wird für perfekte Oberflächen voll ausgereizt.

Langfristig Prozesssicherheit im Zentrum

Aber: Generell wird bei Startech nicht an die Leistungsgrenzen von Maschine und Werkzeug gegangen, wie Fürholz betont: «Wir setzen langfristig auf Prozesssicherheit. Das heisst, wir gehen eher auf mittelhohe Belastungen des OKK-Bearbeitungszentrums. Das zahlt sich aus in der Lang­lebigkeit unserer Werkzeugmaschinen und in der langfristigen Präzision, was sich letztlich auch in der Wirtschaftlichkeit der Fertigungslösung und auf die Produktqualität unserer medizintechnischen Werkstücke positiv auswirkt. Auf die Frage, ob sie im Nachhinein etwas anders gemacht hätten an der OKK-Fertigungslösung, antwortete P. Stalder: «Aus aktueller Sicht haben alle Beteiligten genau das Richtige gemacht und entschieden. Die Komplett-Lösung dieser flexiblen OKK-Fertigungszelle ist perfekt auf unser Werkstückspektrum und unsere Ansprüche zugeschnitten.»<<

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