Zerspanung Fünf-Achs-Fräsen von Formen für Carbon-Bauteile

Autor / Redakteur: Ralph Schiffler / Rüdiger Kroh

Carbon gehört in den Motorsport wie Porsche auf die Rennstrecke. Ein Spezialist für diesen Werkstoff beliefert das Porsche-Team in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft mit Anbauteilen für die Front und das Lenkrad. Die Formen dafür werden auf fünfachsigen Bearbeitungszentren von DMG Mori gefräst.

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Mit insgesamt drei fünfachsigen Bearbeitungszentren der DMU-Baureihe arbeiten die Carbon-Experten von ubc.
Mit insgesamt drei fünfachsigen Bearbeitungszentren der DMU-Baureihe arbeiten die Carbon-Experten von ubc.
(Bild: DMG Mori)

Die ubc Composites GmbH aus Murr zählt zu den Partnern des Porsche Teams in der LMP1-Klasse, die massgeblich am Bau des Porsche 919 Hybrid beteiligt sind. Was das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern zum Erfolg des Rennstalls beisteuert, ist jahrelange Expertise in der Verarbeitung von Carbon. Seit rund 20 Jahren konstruiert und produziert ubc anspruchsvolle Bauteile aus Kohlefasern – für den Motorsport und auch für Serienfahrzeuge wie den aktuellen Porsche GT3 RS. Für Qualitätssicherheit und Flexibilität sorgt unter anderem eine Fertigungstiefe von 100 % und ein moderner Maschinenpark. Das gilt auch für die Zerspanung mit drei Bearbeitungszentren der DMU-Baureihe von DMG Mori.

Carbon-Anbauteile für Front und Lenkrad

Seit vielen Jahren gilt Carbon als einer der wichtigsten Werkstoffe im Motorsport. Sehr leicht und zugleich stabil eignet sich die Kohlefaser sowohl für aerodynamische Anbaukomponenten als auch für sicherheitsrelevante Strukturteile wie das lebensrettende Monocoque. Da ubc bereits etliche Rennsportteams in unterschiedlichen Klassen beliefert hat, wissen die Fachkräfte dort sehr genau um die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten und vor allem, wie man diese in der Praxis zielorientiert realisiert. Darin sieht Thorsten Lengwenus, Teamleiter CNC bei ubc Composites, die Herausforderung: «In der Konstruktion und Verarbeitung der Carbon-Teile können wir die späteren Eigenschaften stark beeinflussen.» Dabei gehe es um Gewicht und Festigkeit, aber auch um Druckbeständigkeit, Vibrationsbelastbarkeit und Temperaturbeständigkeit. «In vielen Fällen ist Carbon dabei eine perfekte Alternative zu herkömmlichen Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium und Titan.»

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Nachdem Porsche bereits in der Vergangenheit auf Motorsportebene mit ubc gearbeitet hatte, ist der Rennstall auch mit dem Wiedereinstieg in die LMP1-Klasse auf die Carbon-Experten aus Murr zugekommen. So umfasst der Auftrag diesmal unterschiedliche Anbauteile für die Front und das Lenkrad. Während hier die Einzelteilfertigung oder kleine Losgrössen im Mittelpunkt stehen, betätigt sich das Unternehmen darüber hinaus auch im Bereich der Serienfertigung für den Porsche 911 GT3 RS, der ebenfalls in eine Karosserie aus Carbon gehüllt ist, und als Reparaturbetrieb für Porsche. «Beschädigte Anbauteile können wir vollständig reparieren, was meist günstiger ist als ein komplettes Ersatzteil», so Lengwenus.

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