Awardverleihung Fünf Medical Cluster Awards verliehen
>> Fünf Medical Cluster Awards für insgesamt vier Masterarbeiten wurden in diesem Jahr vergeben. Zwei Awards wurden am 25. Mai auf dem Biomedical Engineering Day vergeben, der es Schweizer und internationalen Unternehmen ermöglicht, Studenten kennenzulernen und sich als attraktive Arbeitgeber vorzustellen.
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In diesem Jahr vergab Medical Cluster erstmals fünf Medical Cluster Awards. Am 25. Mai 2012 erhielten anlässlich des vierten Medizintechnik-Tags (Biomedical Engineering Day) der Universität Bern im Auditorium Ettore Rossi des Universitätsspitals Bern Jonas Reber für seine Masterarbeit und Harald Studer für seine Dissertation (PhD Thesis) die Auszeichnung. Der Medizintechnik-Tag wird in Kooperation mit der Berner Fachhochschule organisiert und ist ein Tag für die berufliche Entwicklung, der Schweizer und internationalen Unternehmen aus dem Gebiet der Medizintechnik die Gelegenheit bietet, hochqualifizierte Studenten und Doktoranden persönlich zu treffen und sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Zudem ist der Anlass eine Plattform, klinische und technologische Forscher der beteiligten Schulen zu treffen und ihre Arbeiten in einer Ausstellung anzuschauen.
Drei weitere Preisträger wurden anlässlich der Diplomfeier der Berner Fachhochschule schon am 2.5.2012 gekürt. Der Medical Cluster Award ging an Gerhard Amann, Christoph Spicher und Reto Kaufmann für ihre Masterarbeiten. Diese Masterarbeiten entstanden berufsbegleitend und sind mehr auf praktische Anwendungen bezogen.
Entwicklung eines Simulators
Christoph Spicher und Reto Kaufmann wurden für ihre Master Thesis in Medizintechnik ausgezeichnet. Ihre Arbeit mit dem Titel «Entwicklung und Validierung eines Simulators für tcPCO2-Sensoren» wurde aus einer ganzen Reihe exzellenter Kandidaten der Masterstudenten 2012 in Medizintechnik und Medizininformatik der Berner Fachhochschule ausgewählt.
Hier die Zusammenfassung der Master Thesis: «Die Prüfung von Sensoren für das transkutane Monitoring von CO2 geschieht heute unter Laborbedingungen. Gemäss den gültigen Normen wird der Sensor hierfür mit trockenem oder feuchtem CO2-Gas beströmt. Dieser In-vitro-Test bildet jedoch die Verhältnisse beim Patienten nicht ideal ab, sodass die bestehende Testumgebung für Sensoroptimierungen und Neuentwicklungen ungeeignet ist. Im Rahmen der Arbeit wurde daher ein neues Testsystem für transkutane CO2-Sensoren entwickelt und validiert. Das Testsystem wurde möglichst ähnlich dem physiologischen Aufbau der Haut entwickelt. Die Validierung erfolgte anhand von Vergleichsmessungen mit 10 freiwilligen Probanden an verschiedenen Applikationsstellen. Es wurden sowohl an Probanden wie auch am Testsystem mehrstündige CO2-Vergleichsmessungen durchgeführt. Ausgewertet wurden Sensordriftwerte, zeitlicher Verlauf der Heizleistung und Einpegelzeiten der Sensoren. Das konstruierte Testsystem ermöglicht stabile mehrstündige Simulationen. Die Temperatur und der CO2-Fluss können präzise geregelt werden, eine Wasser-Vaporisierungseinheit befeuchtet das Gas. Das Testsystem wird mit einer Membran abgedeckt, welche für Feuchtigkeit und CO2 durchlässig ist. Auf dieser Membran können die Sensoren mit demselben Zubehör wie am Menschen appliziert werden. Die Resultate zeigen, dass die Sensordriftwerte zwischen allen Probanden und dem Testsystem zwar signifikant verschieden sind, sich absolut aber nur wenig unterscheiden. Wird die Applikationsstelle ‹Ohrläppchen› gesondert ausgewertet, bildet das Testsystem das Driftverhalten am Menschen akkurat ab. Der Verlauf der Heizleistung der Sensoren am Testsystem entspricht dem Verlauf an allen Applikationsstellen mit guter Genauigkeit.»
Publikation der Masterarbeit
Die ausgezeichnete Master Thesis von Gerhard Amann hat die Fachjury ebenfalls überzeugt. Seine Arbeit mit dem Titel «Effect of acceleration forces during transport through a pneumatic tube system on ROTEM® analysis» wurde im März 2012 in der Zeitschrift Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (CCLM) publiziert. Die Rotem-Analyse ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem Gerinnungseigenschaften von Blut untersucht werden kann, und ist ein wichtiges Hilfsmittel in Gefahrensituationen. Um ausseranalytische Einflüsse auszuschliessen, sollte der Einfluss der Beschleunigung beim Bluttransport durch ein Druckluft-Schlauchsystem bei Rotem getestet werden.
Jonas Reber erhielt den Medical Cluster Award für seine Masterarbeit «Analysis of high-speed opto-biological data from exitable tissues.» Er hat eine Softwareumgebung entwickelt, die es erlaubt, eine detaillierte Analyse durchzuführen über die Ausbreitung elektrischer Aktivität in gesunden und in leicht erregbaren Geweben wie sie durch hochempfindliche optische Datenerfassung aufgezeichnet werden. Ein weiterer Award ging an Harald Studer für seine Doktorarbeit «Simulation of Refractive Surgery for Optimization of Vision Correction», die ein neues biomechanisches Modell der Augenhornhaut aufstellt, welches in der Lage ist, patientenspezifisch refraktive Operationen zu simulieren. <<
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