Schweizer Qualitätszulieferer 2017: Robert Ott AG Geht nicht – gibt’s nicht

Redakteur: Matthias Böhm

Die 65 Mitarbeiter starke ROBERT OTT AG kommt dann zum Zug, wenn es fertigungstechnisch anspruchsvoll wird. Sie bearbeiten Bauteile, die an der Grenze des Machbaren sind. Vor knapp 30 Jahren gründete Robert Ott, nach seiner Ausbildung, sein Unternehmen. Heute gehört es zu einem der innovativsten und stärksten Schweizer Zuliefer-Unternehmen.

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Beispiel 5-Achs-Simultanfräsen: Das Bauteil wird nach der spanenden Bearbeitung komplett auf der Maschine 5-achsig simultan entgratet. Kurz: ein fertigungstechnisches Meisterwerk.
Beispiel 5-Achs-Simultanfräsen: Das Bauteil wird nach der spanenden Bearbeitung komplett auf der Maschine 5-achsig simultan entgratet. Kurz: ein fertigungstechnisches Meisterwerk.
(Bild: Thomas Entzeroth)

Die ROBERT OTT AG hat sich in den fast drei Jahrzehnten vom Ein-Mann-Unternehmen hin zum 65 Mitarbeiter starken KMU herausragend entwickelt. Möglich ist das, weil der Inhaber und Gründer Robert Ott immer auf einen modernen Maschinenpark und auf hochqualifizierte Mitarbeiter setzt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Robert Ott: «Generell konzentrieren wir uns auf Fertigungs-Bereiche, die andere nicht mehr machen können oder wollen. Fertigungstechnisch sind wir exzellent ausgerüstet, das zeigt unser moderner und automatisierter Maschinenpark: Fräsen (18 CNC-Maschinen), Drehfräsen (17), Langdrehen (6), Flach- und Rundschleifen (6), bis hin zum Draht- und Senkerodieren (2) und Laserbeschriften. Bei der Bauteilgrösse verfügen wir ebenfalls über ein breites Spektrum. Wir fertigen sowohl kleinste Präzisionsteile, aber auch bis zu D = 750 mm und L = 2000 mm grosse Drehteile.» Die Bauteile gehen in die Maschinenindustrie, Energietechnik, Armaturenindustrie, Medizinaltechnik, Luft- und Raumfahrt, Automotiveindustrie, Chemie- und Prozesstechnik usw.

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Kontinuierliche Investition in Werkzeugmaschinenpark

Die über 50 CNC-Werkzeugmaschinen produzieren im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. In den letzten zwei Jahren wurden wieder drei Millionen Schweizer Franken in vier neue voll automatisierte Dreh-Fräszentren sowie auch zwei 5-Achsen-Bearbeitungscenter investiert. Davon ist eine Maschine für die Grafitbearbeitung ausgelegt.

R. Ott: «Damit sind unsere Investitionen längst nicht abgeschlossen. Wir haben im Juni 2017 in eine grosse Drehmaschine investiert, für Bauteile bis D = 750 mm und L = 2000 mm. Das sind Grössen, die nur wenige abdecken. Aktuell sind wir ganz hervorragend mit unserer Produktion aufgestellt. Wir haben Maschinen ersetzt, die erst 5 bis 10 Jahre alt waren und nicht mehr unserem heutigen Fertigungsspektrum entsprachen.»

Geht nicht – gibt’s nicht

«Geht nicht – gibt’s nicht»: Was das heisst, wird spätestens klar, als dem Chefredaktor ein Präzisionsbauteil mit zirka 5 × 12 × 10 mm Kantenlänge präsentiert wird. Vom Prototypen bis hin zur Grossserie von über 50 000 Stück wird ein riesiges Fertigungsspektrum abgedeckt. Raphael Rudolf (Verkaufsleiter): «Wir waren laut Aussage des Kunden die Einzigen, die dieses Bauteil fertigen konnten. Wir machen Unmögliches möglich.»

Die Stärke der ROBERT OTT AG liegt zum einen an dem hochmodernen Maschinenpark und zum anderen an den hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern. Robert Ott: «Wir setzen nahezu zu 100 Prozent auf automatisierte Fertigungsprozesse. Praktisch alle 5-Achsen-Bearbeitungscenter sind mit Palettisierungssystemen ausgerüstet. Unsere Drehzentren verfügen sowohl über Stangenlader als auch über Be- und Entladeroboter. So kann ab Stange oder per Futterteil vollautomatisch gefertigt werden. Mit drei Revolvern sind unsere vier jüngsten Drehzentren extrem produktiv und wirtschaftlich. So können wir ganz hervorragend den stetig steigenden Ansprüchen unserer Kunden an Präzision, Qualität und Kosten gerecht werden. Entscheidend sind auch die Motivation und das Know-how unserer Mitarbeiter. Effizienzsteigerung und -optimierung von Prozessen gehören zu unserer Firmenkultur. Mir ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter sich und damit unsere Produktion weiterentwickeln, und dies auch selbstständig realisieren. Denn nur dann, wenn unsere Mitarbeiter das Beste aus den Maschinen rausholen, können wir auf dem Markt auch in Zukunft bestehen bleiben.»

In diesem Zusammenhang spielt auch die Lehrlingsausbildung eine ganz entscheidende Rolle. Für Inhaber R. Ott ist das ein ganz wesentlicher strategischer Bereich: «Wir sind auf gut ausgebildete junge Mitarbeiter angewiesen. Mir liegt die Lehrlingsausbildung sehr am Herzen. Denn unsere Mitarbeiter sind letztlich dafür verantwortlich, dass Präzision kein Zufall ist.»

Internationaler Markt

In der Schweiz ist die ISO-9001- und ISO-13485-zertifizierte ROBERT OTT AG hervorragend verankert. Doch auch das internationale Geschäft läuft rund. Mittlerweile gehen 15 Prozent vom Umsatz direkt in den Export. R. Ott: «Mir zeigt das, dass wir auch gegenüber unseren europäischen Mitbewerbern, dank unseres hohen Automatisierungsgrads und unserer innovativen Mitarbeiter, konkurrenzfähig sind. Gerade wenn wir exportieren, müssen wir eine hohe Lieferperformance bieten und eine Top-Qualität gewährleisten.»

  • Autor: Matthias Böhm, Chefredaktor

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