Umfrage zur Arbeitssicherheit Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz

Redakteur: Susanne Reinshagen

Die Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz ist für die Beschäftigten in der MEM-Industrie ein zentrales Anliegen. Dies zeigt eine Umfrage der Gewerkschaft Unia, die sie 2011 bei Arbeitnehmern der MEM-Industrie durchgeführt hat.

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Nervenkitzel inbegriffen... gefährliche Arbeitssituationen müssen vermieden werden, dafür will sich die Unia vermehrt einsetzen.
Nervenkitzel inbegriffen... gefährliche Arbeitssituationen müssen vermieden werden, dafür will sich die Unia vermehrt einsetzen.
(Bilder: die-besten-100.de)

Eine 2011 von der Unia bei 1411 Beschäftigten der MEM-Industrie in der Deutschschweiz und in der Romandie durchgeführte Umfrage zeigt: Ein Drittel der Industriearbeitnehmenden (33.2%) erachtet ihre Arbeit als gesundheitsgefährdend. Besonders betroffen sind Temporärangestellte, Schichtarbeitende und ältere Arbeitnehmende. Die befragten Arbeitnehmenden leiden vor allem unter folgenden gesundheitlichen Problemen, die mit der Arbeit in Zusammenhang stehen: Stress (49.1%), allgemeine Erschöpfung (31.3%), Rückenschmerzen (30.0%), Gliederschmerzen (26.7%).

Physische und psychische Belastungen

Als Hauptursachen für Gesundheitsbelastungen und Unfälle werden im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzgestaltung Durchzug, Temperaturschwankungen, Hitze und Kälte (47.5%), Lärm (39.3%), Staub (30.9%), das Handhaben schwerer Lasten (26.0%) und chemische Gefahrenstoffe (23.7%) genannt. Im Bereich des psychischen Drucks und sozialer Komponenten sind Angst vor Arbeitsplatzverlust (36.9%), fehlende Anerkennung (36.0%) und ständige Überstunden (32.9%) die wichtigsten Auslöser.

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Um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu erhöhen, erwarten die Arbeitnehmenden vor allem Verbesserungen beim Führungsverhalten, eine bessere Instruktion der Beschäftigten und einen Abbau des psychischen Drucks.

Gesundheit als fundamentales Recht

Anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse unterstrich Corrado Pardini, Sektorleiter Industrie und Mitglied der Geschäftsleitung Unia, dass physische und psychische Unversehrtheit ein fundamentales Recht aller Arbeitnehmenden sei und niemals dem Gewinnstreben der Unternehmungen untergeordnet werden dürfe.

Dario Mordasini, Unia-Fachsekretär für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erklärte, dass die Berufsunfallzahlen in den letzten Jahren dank einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Kontrollinstanzen (Suva, seco und Arbeitsinspektorate) gesenkt werden konnten. Bei den muskulo-skelettalen Belastungen stelle man aber eine Stagnation fest, und der psychische Druck am Arbeitsplatz nehme zu.

Drei Handlungsfelder

Für den Projektleiter Manuel Wyss ergeben sich aus den Ergebnissen der Umfrage drei grosse Handlungsfelder: Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung, Information und Instruktion sowie Mitwirkung der Arbeitnehmenden. Wyss betonte, dass sich mehr Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für alle Seiten lohne, da damit viel menschliches Leid und damit verbundene Kosten verhindert werden könnten.

Christian Gusset, Unia-Branchenleiter MEM-Industrie, betonte, dass die Unia ihr Engagement für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz weiter ausbauen wolle. Die Gewerkschaft werde die Ergebnisse der Umfrage mit allen beteiligten Kreisen vertiefen und entsprechende Vorschläge auch in den eben angelaufenen Verhandlungen zum neuen Gesamtarbeitsvertrag für die MEM-Industrie einbringen. <<

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