ICE-Wartung mit flexibler, mobiler Schraubstation

>> 250 000 Verschraubungen in einem Jahr – statt in zehn

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Die Prozesssicherheit in Verbindung mit der Möglichkeit, die korrekte Verschraubung nachweisen zu können, führte die Instandhalter übrigens bereits vor der Verkürzung der Prüfzyklen zur Tool-Station. Vor Anschaffung der Schraubstationen arbeitete man mit Druckluftwerkzeugen und dem «Nachknicken» per Drehmomentschlüssel. «Entscheidend war für uns neben der Flexibilität die Kombination von Schraubtechnik und Mobilität», betont Kurz. «Diese Kombination fanden wir nur bei Atlas Copco, insbesondere bezüglich der Drehwinkelüberwachung und der softwaregestützten Werkerführung, die wir leicht an unsere Bedürfnisse anpassen können.» Denkbar sei alternativ die Installation an Führungselementen entlang der Hallendecke gewesen, um die Schraubtechnik «mitzunehmen». Das wäre allerdings wesentlich teurer geworden, so der Instandhaltungsprofi, und längst nicht so flexibel.

Flexibilität ist jederzeit gegeben – auch mit kabellosem Gerät

Sobald die Deutsche Bahn den Velaro D auf die Schiene setzt, lässt sich die Tool-Station wiederum leicht an die veränderten Randbedingungen anpassen. Modifikationen ergeben sich z.B. aufgrund abweichender Schraubensicherungen, die entsprechend in der Werkerführung und im Schraubprogramm abzubilden sind. Auch bezüglich der Tool-Station selbst plant die Deutsche Bahn Verbesserungen, um den Werkern die Arbeit weiter zu erleichtern. So sind inzwischen die leistungs- und dokumentationsfähigen STB-Akkuschrauber von Atlas Copco verfügbar, von denen einer die beiden bislang verwendeten kabelgebundenen ST-Schrauber ersetzen kann. Denn die Arbeit ohne Kabel ist deutlich einfacher – und die Akku-Schraubwerkzeuge erfüllen die Ansprüche ebenfalls.

Bereits bei der Montage der Druckplatte mit dem hohen Drehmomentwert von 250 Newtonmeter hatte sich früh gezeigt, welches Potenzial ein Akkuwerkzeug bietet – hier insbesondere der intelligente Drehmomentschlüssel des Typs ST-Wrench. «Erste Versuche mit einem ST-Schrauber für bis zu 370 Newtonmeter mit Gegenhalter zeigten, dass sich diese Kombination nicht ohne Weiteres eine ganze Schicht hindurch mühelos bedienen lässt – das Eigengewicht ist einfach zu hoch», erläutert Kurz. «Daraufhin empfahl uns Atlas Copco den ST-Wrench, der inklusive Akku nur rund zwei Kilogramm wiegt.» Alle sechs Tool-Stationen sind deshalb schon mit diesem Drehmomentschlüssel ausgerüstet. Die Verschraubungsdaten werden übrigens unmittelbar nach dem Anzug per Bluetooth an die Schraubstation übertragen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in Frankfurt an den Tensor STB.

Inklusive Wartungsvertrag

Einziges Manko des ST-Wrench ist aus Sicht von Tobias Kurz und seinem Team dessen Länge – was sich allerdings aufgrund des geforderten Drehmoments und der konkreten Montagesituation am Laufwerk nicht vermeiden lässt. «Die Länge ist gewöhnungsbedürftig, denn aufgrund der Arbeitsposition lässt sich eigentlich nur der untere halbkreisförmige Arbeitsbereich nutzen.» Leichter bedienbar wäre an dieser Stelle ein gesteuerter Impulsschrauber wie der Pulsor C von Atlas Copco – «unser Wunschwerkzeug», wie Kurz es formuliert. Dieses bietet zwar auch bereits eine eingebaute Drehmomentüberwachung, eignet sich aber – weil druckluftbetrieben – nicht für die Stufe 5 der Prozesssicherheit. Diese setzt zwei voneinander unabhängige Messwertgeber für Drehmoment und Drehwinkel voraus.

Die ST-Serie bleibt bei der Bahn daher Mittel der Wahl. «Die Werkzeuge laufen absolut zuverlässig und haben sich in den letzten zwei Jahren zusammen mit der Tool-Station bewährt», sagt Kurz. So gut, dass sich inzwischen auch seine Kollegen in Berlin, Köln und München für die Schraubstationen von Atlas Copco Tools entschieden haben. Wartungsseitig muss die Schraubtechnik übrigens einmal pro Jahr kalibriert werden. Um sich ganz auf die Arbeiten an den Zügen konzentrieren zu können, hat die Deutsche Bahn die Wartung inklusive Planung im Rahmen eines Wartungsvertrages auf Atlas Copco übertragen. <<

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