Siemens GuD-Kraftwerk mit dreifachem Weltrekord geplant

Redakteur: Stéphane Itasse

Siemens will am Standort Lausward im Düsseldorfer Hafen ein Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 595 MW errichten. Das ist Weltrekord für einen einzigen GuD-Block. Der Netto-Wirkungsgrad wird laut Siemens-Mitteilung mehr als 61 % betragen.

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Nach 60,75 % - dem bisherigen Spitzenwert im GuD-Kraftwerk Irsching - werde auch das ein Weltrekord. Eine dritte Weltbestmarke will der Konzern mit der Fernwärmeauskoppelung erzielen: Nie zuvor sei es gelungen, 300 MW (thermisch) aus einem einzigen Gasturbinen-Kraftwerksblock im GuD-Betrieb auszukoppeln. Der Gesamtnutzungsgrad des Brennstoffs Erdgas steige auf 85 %. Der Auftrag habe ein Volumen von annähernd einer halben Milliarde Euro. Zur Laufzeit des Vorhabens machte Siemens keine Angaben.

Eine Gasturbine kann Strom für eine ganze Großstadt produzieren

In Lausward kommt die Gasturbine SGT5-8000H zum Einsatz, die sich seit mehr als einem Jahr in Irsching im kommerziellen Betrieb bewährt, heißt es in der Mitteilung. Sie sei an den Siemens-Standorten in Erlangen, Berlin und Mühlheim sowie Orlando im US-Bundesstaat Florida in Kooperation mit Universitäten und Forschungsinstituten in etwa zehn Jahren von rund 750 Mitarbeitern entwickelt worden.

Von der Baureihe SGT-8000H seien inzwischen zwölf Gasturbinen von Energieversorgern in Deutschland, Südkorea und den USA bestellt worden. Weitere Aufträge stünden bevor. Eine einzige SGT5-8000H Gasturbine könne im GuD-Betrieb alle Privathaushalte einer Großstadt wie Berlin mit 3,5 Mio. Einwohnern mit Strom versorgen.

GuD-Kraftwerke ergänzen Ökostrom aus Wind und Sonne

GuD-Kraftwerke sind laut Siemens eine ideale Ergänzung zu erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne, deren Erzeugungsleistungen schwanken. Diese Schwankungen könnten GuD-Kraftwerke schnell und flexibel ausgleichen. Sie leisteten einen erheblichen Beitrag für die Versorgungssicherheit und Stabilisierung des Stromnetzes und spielten damit eine bedeutende Rolle bei der Energiewende in Deutschland.

Die neuen Siemens-GuD-Kraftwerke benötigen nach Angaben des Herstellers rund ein Drittel weniger Erdgas pro erzeugter Kilowattstunde Strom, verglichen mit dem Durchschnitt der weltweit installierten GuD-Anlagen. Neben der Einsparung bei den Brennstoffkosten trage die Technik wegen der deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen auch zum Klimaschutz bei.

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