Gühring (Schweiz) AG: Hartreiben statt Erodieren in gehärteten Stahl
>> Schnittdaten über Cermet-Niveau verspricht der Werkzeughersteller Gühring für seine Vollhartmetall-Hochleistungs-Reibahlen HR 500. Kein leeres Versprechen, wie ihr Einsatz im Werkzeugbau der Ensinger GmbH in Nufringen zeigt. Denn hier reduzierte die HR-500-HPC-Reibahle die Bearbeitungszeiten bei der Feinbearbeitung von Bohrungen in Spritzgiesswerkzeugen aus gehärtetem Stahl von 35 Minuten auf 1 Sekunde – pro Bohrung. Für ein Spritzgiesswerkzeug summierte sich die Bohrungsbearbeitung davor auf 48 Stunden.
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82 hochpräzise Durchgangsbohrungen enthält das Spritzgiesswerkzeug, mit dem bei dem Unternehmen Ensinger ein komplexes Kunststoffbauteil gefertigt wird. In diesen Bohrungen sitzen Auswerfer, mit denen das fertige Bauteil aus der Form gedrückt wird.
Minimale Toleranz von zwei Hundertstelmillimeter
Damit es beim Giessen und Auswerfen keine Gratbildung am Bauteil durch die Kante zwischen Auswerfer und Bohrungswand gibt, ist für die Bohrung nur eine minimale Toleranz von maximal 0,02 mm zulässig. Deshalb ist nach dem Setzen der Bohrungen eine Feinbearbeitung erforderlich.
Weil die Spritzgiesswerkzeuge aus gehärtetem Stahl mit 54 HRC gefertigt sind, erfolgte diese Feinbearbeitung früher durch Erodieren. 35 Minuten dauerte das Erodieren pro Bohrung – insgesamt also knapp 48 Stunden, zwei volle Tage. Für Bernhard Haid, Leiter Werkzeugbau bei Ensinger in Nufringen, eine Ewigkeit: «Gerade für uns im Werkzeugbau ist Flexibilität und Schnelligkeit entscheidend, wenn in der Produktion Werkzeuge benötigt werden. Deshalb haben wir nach einer Alternative zum Erodieren gesucht.»
Reiben und Bohren in einer Aufspannung
Fündig wurde Bernhard Haid bei dem Unternehmen Gühring. Mit der Hochleistungs-Reibahle HR 500 reduzierte er die Bearbeitungszeit auf 1 Sekunde pro Bohrung bzw. insgesamt knapp 1,5 Minuten statt 48 Stunden.
Verfügbar in Hundertstel- Abstufungen
Und nicht nur das: «Die Reibbearbeitung kann jetzt in derselben Aufspannung laufen wie das Bohren. Wir sparen also nicht nur reine Bearbeitungszeit, sondern müssen auch die Maschine nicht mehr wechseln», erläutert Bernhard Haid. Die höhere Präzision beim Reiben und die bessere Reproduzierbarkeit der Bearbeitungsergebnisse über die zahllosen Bohrungen hinweg sind weitere Argumente für die HR-500-Reibahle – ebenso wie ihre Verfügbarkeit in Hundertstel-Abmessungen im Rahmen des Standardprogramms. Die Auswerferbohrungen haben die Durchmesser 4, 5, 6 und 7 mm bei einer Bohrtiefe von 2 x D.
Gühring bietet rund um diese Durchmesser Standardwerkzeuge in Hundertstel-Stufung an. «Dadurch sparen wir uns teure Sonderlösungen, die lange Lieferzeiten haben oder von uns bevorratet werden müssten. Stattdessen greifen wir bei Bedarf schnell und einfach auf die Lagerbestände bei Gühring zurück», schliesst Bernhard Haid.
Zusammenspiel von Maschine und Reibahle
Möglich wird das Hartreiben mit der Gühring HR-500-Hochleistungs-Reibahle allerdings nicht allein durch die hervorragenden Werkzeugeigenschaften, wie Bernhard Haid hervorhebt: «Um diese Reibergebnisse zu erzielen, bedarf es nicht nur einer tollen Reibahle. Auch die Maschine muss mitmachen. Glücklicherweise sind wir hier im Werkzeugbau mit modernen, leistungsstarken Maschinen ausgerüstet und bringen auch von dieser Seite beste Voraussetzungen mit, um das Potenzial des Werkzeugs auch zu nutzen.» Sie sind mit dafür verantwortlich, dass die Gühring HR-500-Hochleistungs-Reibahle im gehärteten Stahl ihre Leistungsfähigkeit mit Schnittgeschwindigkeiten bis zu 40 m/min bei Vorschüben von bis zu 0,2 mm/U ausspielen kann. <<
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