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Sauberkeit – Hygiene – Sicherheit – Wohlbefinden
Die Reinigungsziele auf dem Passagierschiff sind: Sauberkeit – Hygiene – Sicherheit – Wohlbefinden. Kranke Menschen werden auf einer Quarantänestation isoliert. Zu gross ist die Angst, keinen Hafen anfahren zu können. In Mexiko wurde im Jahr 2014 ein Kreuzfahrtschiff aus Angst vor Ebola abgewiesen. Die «Carnival Magic» mit 4000 Passagieren an Bord durfte nicht an der mexikanischen Insel Cozumel anlegen – weil sich an Bord eine Frau in Ebola-Quarantäne befand.
Auf der «Aidaprima» geht es aber in der Regel (und zum Glück) um die «normalen» Reinigungsarbeiten – wenn man die täglich zu reinigenden 60 000 m2 als normal bezeichnen kann. Ganz klar, dass neben der erwähnten Sauberkeit und dem Wohlbefinden für die Gäste auch Effektivität und Zeitersparnis im Fokus der Reinigung stehen. 1647 Kabinen in 14 verschiedenen Varianten und der Grundsatz «Flecken, die gestern nicht da waren und heute da sind, müssen noch heute verschwinden – denn Flecken sind nicht gerne alleine.» Der Reinigungsspezialist Kärcher hat die «Aidaprima» mit einem umfangreichen Sortiment an Reinigungsgeräten und Reinigungsmitteln ausgestattet. Die eingesetzten Maschinen sind dabei so divers wie die Aufgaben: von Teppichreinigungsgeräten über Scheuersaugmaschinen und Hochdruckreinigern für den Einsatz auf Hartböden, Schiffsdeck und Balkonen bis hin zu Dampfsaugern für den Wellnessbereich.
Reinigen, Abtragen und Entschichten
Szenenwechsel – im Trockendock der Norder-Werft in Hamburg steht die «Berlin». Sie ist eines der grössten Einsatzversorgungsschiffe der deutschen Marine. Im Drei-Schichten-Betrieb wird der Einsatzgruppenversorger von Schmutz, Rost und Farbe für eine Generalüberholung befreit. Im Fachjargon sagen die Werftmitarbeiter «Einmal waschen und rasieren» dazu. 5000 m2 Flächen «reinigen, abtragen und entschichten». Am mächtigen Bug hängt einer der fünf Reinigungsroboter – «Magnet-Crawler» genannt. Mit Höchstdruck von 2500 bar entfernen sie den grauen, 1,5 mm dicken Lack vom Schiffsrumpf. 2500 bar: Das hält kein Mann lange durch. Das ist so, wie wenn ein Mensch pausenlos im Millisekundentakt mit einer Schrotflinte schiessen würde. Darum sind die «Crawler» am Werk. Die magnetischen Raupen kriechen mit einem hochtönigen Pfeifen über das Metall. Gesteuert werden die schubkarrengrossen Maschinen, die wie grosse Staubsauger aussehen, per Joystick. Die «Crawler» sprühen Wasser mit Höchstdruck auf das Metall. In der Luxusvariante wird das Schmutzwasser sogleich per Vakuum wieder eingesaugt. In der günstigen Variante verdampft ein Teil des Wassers mit 80 Grad, erhitzt durch den Druckaufbau. Der Druck stammt von einem Kompressor am Boden. Der Rest des Schmutzwassers fliesst wie ein Sturzbach dem Stahl entlang ins Trockendock: 40 Liter pro Minute. Das Wasser wird gefiltert und für den neuerlichen Einsatz aufbereitet.
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