Reportage

Hafenwelt – mit Hochdruck in Hamburg

| Redakteur: Sergio Caré

Aidaprima vor der St.-Pauli-Landungsbrücke in Hamburg.
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Aidaprima vor der St.-Pauli-Landungsbrücke in Hamburg. (Bild: Aida)

Schiffe, Werften, Menschen, Energie – das ist die Hafenstadt, Heimat für Millionen, hier kreuzen sich Schifffahrtswege aus aller Welt, hier liegen Gut und Böse dicht beieinander: Tag und Nacht. Eine erfahrene Truppe sorgt für Sauberkeit und Wohlbefinden. Moderne Technik steht in ihrem Dienst. Nach Unterlagen von Kärcher Schweiz und Zeugenbeschreibung entstand dieser Artikel – Sie lesen heute «Hochdruck»*.

Das Erste, was der Kreuzfahrer an einem beliebigen Samstagmorgen im Monat Oktober vom Anlegedock des Mehrgenerationenschiffes «Aidaprima» sieht, ist ein lichtdurchfluteter Parkplatz. Auto an Auto, Bus an Bus reihen sich die Fahrzeuge ordentlich im Chaos des Hamburger Hafens ein. Goldig leuchtet die Sonne auf das Heck des Kreuzfahrtschiffes, als rufe es verheis­sungsvoll nach seinen Passagieren. Die italienische Flagge hängt schlaff über die Reling, ganz wie der Gemütszustand der europäischen Politik oder das Gemächt eines uralten Mannes vor dem Koitus.

Vor dem Schiff steht ein riesiges Schiffsterminal. Es sieht wie ein Flugzeughangar aus. Davor ein ebenso grosser Fernbuscarport. In ihm herrscht reger Betrieb. Die Menschen strömen aus den Bussen direkt in die Arme der rotgewandeten Aida-Mitarbeiter. Sie weisen den Menschen effizient den Weg.

Ergänzendes zum Thema
 
«Hafenpolizei»

Sicherheitskontrolle?

Rund um das Aida-Dock stehen die Anleger für die riesigen Containerschiffe. Menschen oder Container: Beides bezahlt seinen Preis für den Transport auf einem Schiff. Wo ist da der Unterschied?! Zugegeben der Empfang für die Kreuzfahrer ist weniger ruppig. Im Inneren des Terminals wähnt man sich in einer Abfertigungshalle eines kontinentaleuropäischen Flughafens. Zu Hunderten stehen die Passagiere in der Schlange für die Sicherheitskon­trolle – rund 3300 wollen auf den 300 Meter langen Kahn. Vorher aber die Sicherheits-, Ticket- und Identitätskontrolle. Jeder Kreuzfahrer, egal ob gross oder klein, erhält eine eigens für die Aida-Flotte entworfene Identitätskarte. Sie garantiert den Eintritt auf das Schiff und den Konsum von Dienstleistungen und Waren im schwimmenden Vergnügungshotel. Noch ist es aber nicht so weit. Es wird geröntgt: Mensch, Tier und Gepäck. Händedesinfektion und dazu ein Zettel, auf dem gefragt wird, ob der Passagier in den letzten Tagen Fieber, sich kränklich gefühlt oder Durchfall hatte.

Sicherheitskontrolle!

Die «Aidaprima», das Flaggschiff in der Aida-Flotte: 40 Meter breit, 54 Meter hoch – davon 8 Meter Tiefgang – und 300 Meter Länge. Die Sorte Schiff, die in Venedig für kurze Zeit als höchstes Gebilde der Stadt firmiert. Als Ganzjahresschiff konzipiert, werden am besagten Samstag 3300 Gäste das Schiff verlassen und 3300 Passagiere wieder besteigen. 650 Mio. Euro hat dieser Pott gekostet. Hergestellt in einer japanischen Werft von Mitsubishi. Ein Jahr verspätet ausgeliefert. Kein Wunder, dass Aida zu jeder Zeit die Sicherheit des Schiffes und der Passagiere gewährleisten muss. Die Gefahr, Ziel eines terroristischen Anschlags zu werden, ist vorhanden. 1985 wurde bereits einmal ein Kreuzfahrtschiff von Terroristen gekapert: Die Achille-Lauro, entführt durch die palästinensische PLO. Das erklärt auch den Aufwand, der hier betrieben wird. Während der Sicherheitsprozedur sind 950 Crewmitglieder aus 150 Nationen auf dem Boot aktiv. 150, um das Schiff von A nach B zu befördern, 150 für die Reinigung. Der Rest? Köche, Animateure, Tierwärter, Spa-Mitarbeiter, Ärzte usw. Also alle die, die sich um das leibliche Wohl der Kreuzfahrer kümmern.

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