Reportage

Hafenwelt – mit Hochdruck in Hamburg

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Schneller als von Hand

Die Geschwindigkeit, mit welcher der Roboter über den Rumpf kriecht, ist vom Verschmutzungsgrad abhängig. Das Vakuum-Saugsystem ist schneller, als wenn ein Arbeiter von Hand den Schmutz «abkärchern» würde – drei Mal so schnell. Würde der «Crawler» jedoch ein Rennen gegen eine Oma mit Rollator veranstalten, die betagte Dame würde gewinnen. Zugegeben, die Oma würde den Stahl nicht senkrecht erklimmen können. Die Flächen sind jedoch nicht immer so platt und frei von Hindernissen wie der Rumpf eines Schiffes. Dann kommen die Geräte von Woma zum Einsatz. Woma ist ein Unternehmen der Kärcher-Gruppe und ist Hersteller von Höchstdruckpumpen. Um Schiffe, Bauwerke und industrielle Anlagen instandzuhalten und zu reinigen, bietet Woma das Höchstdruck-Wasserstrahl-System EcoMaster MK 3 an. Es wird unter anderem zum Abtragen von Beton und Freilegen der Stahlarmierung, zum Reinigen grosser Flächen oder zum Entfernen von Beschichtungen, Lacken und Putzen verwendet.

Ergänzendes zum Thema
Über
Alfred Kärcher

Das 1935 gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Winnenden (Baden-Württemberg) ist weltweit agierender Anbieter von Reinigungstechnik für den privaten, gewerblichen und industriellen Einsatz. Zu den ersten wirtschaftlichen Erfolgen zählte ein Salzbadofen, in dem Leichtmetalle energiesparend gehärtet und veredelt wurden. Das Produktprogramm heute umfasst neben den klassischen Reinigungsgeräten wie Hochdruckreinigern, Saugern und Dampfreinigern, Fenstersaugern, Kehr- und Scheuersaugmaschinen auch Kfz-Waschanlagen, Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen, Trockeneisstrahlgeräte, Reinigungsmittel, Garten- und Haushaltspumpen, Bewässerungssysteme und Trinkwasserspender.

Das Jahr 1974 markiert einen besonderen Wandel in der Firmengeschichte von Kärcher: den Wechsel der Firmenfarbe von Blau nach dem heute bekannten Gelb. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2015 weltweit 11 300 Mitarbeiter und sein Umsatz beträgt 2,22 Mia. Euro.

Hochdruck!

Derweil herrscht reger Betrieb in der 3100 m2 messenden Wellnessoase der «Aidaprima». Der goldige Morgen hat sich vom trüben Regennachmittag vertreiben lassen. Je nach Witterung und Jahreszeit werden die Saunen und Whirlpools an Bord unterschiedlich stark genutzt. Klar, dass auch in diesem Bereich des Schiffes der Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt. Hier ist aber nicht mehr von Höchstdruckstrahlen die Rede, sondern von Hochdruckwaschen. Von den Reinigungsarbeiten sehen die Kreuzfahrer an Bord in der Regel wenig bis gar nichts. Nur das blitzeblanke Resultat, obwohl der Dauerbetrieb auf hoher See Mensch und Maschine vor besondere Herausforderungen stellt.

Während in der Norder-Werft emsig das Salzwasser abgewaschen und der Stahl von Rost und Lack befreit wird, verlässt die «Aidaprima» mit einem ohrenbetäubenden Tuten den Hamburger Hafen in Richtung Rotterdam. In fünf Jahren steht dann vielleicht die «Aidaprima» im Trockendock der Norder-Werft. So lange bleiben in der Regel Schiffe im Wasser, bevor es ans «Waschen und Rasieren» geht. Es wird ein beliebiger Samstag in einer nahen Zukunft sein. Denn: Mit «Hochdruck» wird in Hamburg immer gearbeitet. SMM

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