Hermle (Schweiz) AG: High-End-Feinwerktechnik für die Optik-Industrie
>> Dieser Bericht zeigt eindrücklich auf, wie ein typisches KMU auf Technologie-Integration setzt. Das im Präzisionsbereich für die optische Industrie tätige Unternehmen hat «peu à peu» in eine vollumfassende Fertigungsumgebung investiert, um hochwertige mechanische Bauteile u.a. für die Optik-Industrie zu fertigen. 6000 unterschiedliche Teile meist in kleinen Losgrössen fertigt das Unternehmen auf Kundenwunsch. Ein Vorzeigeunternehmen, das seinen Sitz leider nicht in der Schweiz hat, aber den Trend klar erkannt hat.
Anbieter zum Thema
Die Uwe Weller Feinwerktechnik GmbH in Wetzlar verfügt mit ihren 130 Beschäftigten über ein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der Feinwerktechnik. Durch die strategische Investitionspolitik verfügt das Unternehmen heute über ein nahezu vollständiges Technologiespektrum zur Herstellung mechanischer Komponenten sowie mechanischer und mechatronischer Baugruppen. Hochflexible CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentren der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG sind Teil des Fertigungsverbunds, in dem komplexe Produkte für unterschiedliche Marktsegmente des Unternehmens entstehen.
Umfangreiches Portfolio an Technologien
Qualität wird sich stets durchsetzen – nach dieser Devise führt Dipl.-Ing. Uwe Weller sein Unternehmen. Es ist nun schon seit fast 20 Jahren sehr erfolgreich als einer der führenden Anbieter von mechanischen Bauteilen und mechatronischen Baugruppen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden heute ein vergleichsweise umfangreiches Portfolio an Technologien und einen modernen Maschinenpark zur Herstellung hochpräziser Komponenten an.
Gefräst, geschliffen und drahterodiert
Doch hat sich mit den neuen Kunden, die mit den Betriebsübernahmen hinzugekommen sind, auch das Produkt- und Teilespektrum nachhaltig verändert. Es wird nun mehr gefräst, geschliffen und drahterodiert bei Weller. Auch sind die Bauteile grösser und technisch noch anspruchsvoller geworden. Eine Kombination aus Dreh-, Fräs- und weiteren Bearbeitungsschritten ist die Regel geworden. Bauteildimensionen von etwa 500 x 500 x 500 prägen nun die Fertigung.
Investition in Oberflächentechnologie
2008 folgt ein weiterer mutiger Schritt in Richtung der Erweiterung des technologischen Spektrums. Zusammen mit dem Geschäftsführer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Markus Limberger entscheidet sich Uwe Weller, in eine eigene Oberflächentechnologie zu investieren. Bereits im Mai des Folgejahres nimmt die Oberflächentechnik ihre Arbeit auf. In der Wilhelm-Loh-Strasse erhalten ausschliesslich die selbst hergestellten Werkstücke ihre galvanische Oberfläche. Masshaltigkeit und kosmetische Perfektion stehen im Vordergrund, wenn die Bauteile eloxiert, passiviert oder chromatiert werden.
Alle Technologien unter einem Dach
«Alle Technologien unter einem Dach zu haben», führt Markus Limberger aus, «das war und ist das Ziel, dem wir im Frühjahr 2009 mit unserem Umzug in die neuen Firmengebäude am Leitz-Park in Wetzlar wieder ein Stück näher gekommen sind. Die Produktionsfläche von knapp 10 000 qm bietet uns die Möglichkeit, den Kunden das Produkt aus einer Hand anzubieten. Mit unseren über 130 Mitarbeitenden können wir heute von der Entwicklung und Serienreifmachung über die Fertigung und Beschichtung der Produkte bis hin zur Montage anspruchsvoller mechanischer und mechatronischer Baugruppen alles in unserem Hause abdecken.»
Ausgeprägte Ordnung des Maschinenparks
Was beim Rundgang durch die weitläufige Fertigungshalle rasch auffällt, ist die klare Struktur und ausgeprägte Ordnung des Maschinenparks. Qualität und Präzision werden sicht- und fühlbar. «Hier fertigen wir die anspruchvollsten Komponenten zum Bau von Beleuchtungssystemen für die Halbleiterindustrie», erläutert Uwe Weller, als er zwischen mehreren Hermle-Bearbeitungszentren stehen bleibt. Fünf 5-Achsen-Hochleistungsbearbeitungszentren sind dort als Fertigungsgruppe installiert. Es handelt sich um vier Maschinen des Typs C30U und eine des Typs C40U, alle vergleichbar ausgestattet und mit der CNC-Steuerung iTNC 530 von Heidenhain versehen.
Die CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentren verfügen über Motorspindeln mit 10 000 1/min und jeweils 32 Werkzeugplätze im Magazin. Die vier Maschinen des Typs C30U sind mit einem NC-Schwenkrundtisch mit 630mm Durchmesser bestückt. Die grosszügigen Verfahrwege von X = 650 mm, Y = 600 mm und Z = 500 mm erlauben eine ausgesprochen flexible Nutzung der Aggregate für Werkstücke verschiedener Dimensionen. Das Bearbeitungszentrum C40U mit Verfahrwegen von X = 850 mm, Y = 700 mm und Z = 500 mm und einem NC-Schwenkrundtisch mit 800 mm Durchmesser rundet das Leistungsspektrum ab.
Rüstzeiten spielen grosse Rolle
Die räumliche Anordnung und spezifische Ausstattung der CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentren sind Teil des Konzepts. «Wir fertigen hier sehr komplexe und qualitativ höchst anspruchsvolle Produkte», erzählt Uwe Weller und Markus Limberger fährt fort: «… aber leider nur selten in grösseren Stückzahlen. Losgrössen zwischen einem und 20 Stück sind in diesem Marktsegment üblich.
Das Verhältnis von Rüst- zu Bearbeitungszeiten bei solchen Fertigungslosen ist oft gewaltig. Um die hohen Anforderungen an die Form- und Lagetoleranzen der Werkstücke garantieren zu können, streben wir an, die komplette Bearbeitung in möglichst wenigen, im Idealfall einer einzigen Aufspannung zu realisieren».
6000 verschiedene Artikel kleiner Losgrössen
Uwe Weller nennt einen weiteren Grund für die Anordnung und Ausstattung der Hermle-Bearbeitungszentren: «Wir können für unsere Kunden auf Wunsch insgesamt weit über 6000 verschiedene Artikel in unterschiedlichster Stückzahl anfertigen. Dies erfordert neben dem umfangreichen Werkzeug- und Messmittelpark auch ein flexibel nutzbares und hoch belastbares Bearbeitungszentrum».
Trend wird sich fortsetzen
«Und dieser Trend wird sich fortsetzen», ergänzt Markus Limberger, «da die Ansprüche vieler unserer Kunden aus den Marktsegmenten Optik, Medizintechnik, Transportation und Mechatronik stetig wachsen. Interne Entwicklung komplexer Bauteile und eine höchst flexible Fertigung, die sich hinsichtlich Losgrössen und Lieferterminen dem jeweiligen Logistik-Modell des Kunden unterordnet, sind Gegenwart und Zukunft unseres Unternehmens.» «Aus diesem Grund», beschliesst Uwe Weller den Fertigungsrundgang, «haben wir uns entschieden, in ein weiteres CNC-5-Achsen-Hochleistungsbearbeitungszentrum zu investieren. Eine Maschine des Typs C22U steht ganz oben auf unserer Wunschliste – nicht zuletzt weil wir mit Reaktionsschnelligkeit und Servicequalität dieses Herstellers sehr gute Erfahrungen gemacht haben.» <<
(ID:25996820)
