Im neuen Ceratizit-Produktionswerk Kreckelmoos übernehmen zwei Knoll-KSS-Zentralanlagen die zuverlässige Versorgung Hunderter Schleifmaschinen mit Öl und wässriger Lösung – perfekt gereinigt und auf ±0,2 Kelvin exakt temperiert. Damit erreichen die Werkzeugspezialisten beim Schleifen und Trennen von Hartmetallstäben und Wendeschneidplatten höchste Qualität und Wirtschaftlichkeit.
V. l. n. r.: Tobias Raggl, Technischer Leiter, und Anton Pfanner, Instandhaltungsgruppenleiter bei Ceratizit Austria, freuen sich mit Knoll Projektmanager Fabian Schmidt über die gelungene Installation der zwei grossen Zentralanlagen in Kreckelmoos.
(Bild: Knoll)
Ceratizit hat ein klares Ziel vor Augen: «Wir wollen zur weltweiten Nummer 3 der Hartmetallbranche werden.» Dazu treibt das zur Plansee Group gehörende Unternehmen nicht nur das Wachstum in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent weiter voran, auch bei Ceratizit Austria in Reutte – am Stammsitz des Mutterunternehmens – hat es Gestalt angenommen. Im Breitenwanger Ortsteil Kreckelmoos, nur ein paar hundert Meter oberhalb des bestehenden Unternehmenssitzes, ist ein zusätzliches Produktionswerk entstanden, das in vielerlei Hinsicht neue Massstäbe setzt.
Das dreigeschossige Gebäude bietet auf rund 38 000 qm Gesamtfläche unterschiedlich grosse Produktionshallen, Lager- und Logistikflächen, Büros sowie Sozialräume für rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Produktion stehen etwas mehr als 15 000 qm zur Verfügung, die zurzeit zu rund zwei Dritteln ausgelastet werden. Tobias Raggl, Leiter der Abteilung Technik bei Ceratizit Austria und Bauherrenvertreter für den Neubau, erklärt: «An unserem Standort Reutte stellen wir Hartmetall her und verarbeiten dieses zu Wendeschneidplatten, Stäben und Formteilen. Durch den Neubau konnten wir die Hartmetallproduktion – inklusive Pressen und Sintern – und die Bearbeitung der ausgehärteten Rohlinge räumlich trennen und für beide Bereiche Wachstumsmöglichkeiten schaffen.»
Von Januar bis Dezember 2023 siedelte Ceratizit Austria rund 220 Grossanlagen vom unteren Werk nach Kreckelmoos um, vornehmlich Maschinen zum Schleifen und Trennen von Wendeschneidplatten und Stäben. Ein besonderer Kraftakt, da die laufende Produktion aufrechterhalten wurde. «Unsere Vorgabe lautete: Jede Maschine muss nach zwei Tagen wieder den Betrieb aufgenommen haben», bestätigt Projektleiter Raggl. «Das erforderte eine räumlich und zeitlich exakte Planung.»
Unerlässlich: eine zentrale Versorgung mit KSS
Ein besonderes Augenmerk legten die Verantwortlichen auf die Versorgung der Maschinen mit Kühlschmierstoff (KSS), ohne den keine der zerspanenden Anlagen in Betrieb gehen kann. «In unserer bisherigen Produktion hatten wir fünf verschieden grosse Zentralanlagen von Knoll Maschinenbau installiert», berichtet Raggl. «Nach einer Marktanalyse bezüglich der technischen Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der über Jahre gemachten Erfahrungen waren wir uns ganz sicher, auch in Kreckelmoos mit Knoll den perfekten Partner für die benötigten KSS-Anlagen zu haben. Die Knoll-Mannschaft, ob Entwickler, Planer oder Monteure, ist ein durchgängig kompetenter und leistungsbereiter Partner, dem bewusst ist, dass bei dieser Neuinstallation alles auf den Punkt genau funktionieren muss.»
Nachdem die Anlagen und das gesamte Rohrleitungssystem dimensioniert waren, erfolgte die Bestellung im März 2022. Bis zum Ende des Jahres war die KSS-Versorgung funktionsbereit.
Zwei Zentralanlagen – für Öl und wässrige Lösung
Da bei Ceratizit Austria unterschiedliche Kühlschmiermedien – Öl und wässrige Lösung – zum Einsatz kommen, entschlossen sich die Verantwortlichen für zwei Zentralanlagen, die beide auf dem Knoll-Feinstfiltersystem «MicroPur» beruhen. Sie sind aus mehreren «MicroPur»-Modulkästen mit jeweils 400 l/min Reinigungskapazität aufgebaut. Jedes Modul ist mit vier Filtergehäusen bestückt, die jeweils zwei Filterpatronen enthalten. Diese lassen sich einzeln mit Reinmedium rückspülen, ohne den Filterprozess zu unterbrechen – eine zentrale Eigenschaft des «MicroPur»-Filters.
Über 70 Anlagen werden im Ceratizit-Werk in Kreckelmoos derzeit mit Öl betrieben. Das sind hauptsächlich Maschinen fürs Plan-, Umfang- und Profilschleifen der Wendeschneidplatten sowie zum Gleitschleifen im Werkzeugbau. Die dafür installierte Zentralanlage enthält 15 «MicroPur»-Module, sodass permanent über 5000 l/min gereinigt werden können. Um dem Wachstum gerecht zu werden, kann die Anlage auf 27 «MicroPur»-Module erweitert werden, wodurch sich die Gesamtkapazität auf rund 10 000 l/min verdoppelt.
Zuverlässig und leistungsstark
Anton Pfanner, Gruppenleiter Instandhaltung, ist für den Betrieb der beiden Knoll-KSS-Anlagen verantwortlich. Er weiss, dass er sich um deren Funktionsfähigkeit nicht zu sorgen braucht: «Alle Pumpen und sonstigen wichtigen Komponenten sind redundant ausgeführt. Eigentlich kann nur ein Stromausfall für einen Stillstand sorgen.»
Von den Knoll-Anlagen im bisherigen Werk ist ihm auch deren Leistungsfähigkeit bestens bekannt. Die dortige Öl-Anlage war zwar mit einem maximalen Volumenstrom von 2 400 l/min etwas kleiner ausgeführt, aber die erreichbaren Werte sind identisch. «Die Filterfeinheiten liegen zwischen 1 und 3 µm, und das gereinigte Öl weist nur 1 mg/l gravimetrischen Restschmutzgehalt auf», freut sich der Instandhaltungsgruppenleiter. Denn diese Reinheit macht sich nicht nur in einem optimalen Bearbeitungsergebnis bemerkbar, sie vermeidet auch Verschleiss an Maschinenbettführungen und Hochdruckpumpen.
Problembereiche im Griff
Fürs Spitzenlosschleifen und Trennen von Hartmetallstäben setzt Ceratizit Austria eine wässrige KSS-Lösung ein. «Nur damit erreichen wir den gewünschten Spiegelglanz», argumentiert der Technische Leiter Tobias Raggl: «Wasser leitet die Wärme viel besser ab als Öl, das beim Spitzenlosschleifen unter dem hohen Druck zerfällt. Daher müssen wir beim Wasser bleiben, auch wenn wir gerne Öl als einziges Medium einsetzen würden.»
Stand vom 30.10.2020
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Die wässrige KSS-Lösung ist ein Konzentrat, das in der Regel aus in Wasser gelösten Polymeren oder Salzen besteht und im Gegensatz zu Emulsionen mineralölfrei ist. Ein grosses Problem ist, dass sich das Medium während des Bearbeitungsprozesses mit Mikroluft auflädt, was die Filtration behindert. Ausserdem erfordert die wässrige Lösung für perfekte Bearbeitungsergebnisse eine sehr konstante Temperatur und muss ständig im Fluss sein, um eine Belastung durch Mikroorganismen und Pilze zu verhindern.
Zur Reinigung solcher KSS-Lösungen gestaltete Knoll seinen «MicroPur»-Filter «wassertauglich». Das heisst, die Entwickler passten Filtergewebe und Modulgehäuse den speziellen Anforderungen an. Die Rückspülung wurde modifiziert und Prozessabläufe umprogrammiert. Zwei der ersten wassertauglichen «MicroPur»-Module wurden 2017 bei Ceratizit Austria installiert. Sie gehörten zu einer Knoll-Zentralanlage, bei der Hydrozyklone die groben Verschmutzungen und die «MicroPur»-Filter im Bypass die feinen Verunreinigungen beseitigten.
Von den Erfolgen dieser Mikrofiltration angetan, entschlossen sich die Verantwortlichen, im Werk Kreckelmoos auf eine Vollfiltration der wässrigen Lösung mit «MicroPur»-Modulen zu setzen. Diese Zentralanlage fasst ein maximales KSS-Volumen von 150 000 l und kann mit ihren 27 «MicroPur»-Modulen bis zu 7500 l/min reinigen.
Stand Dezember 2023 sind 85 Maschinen zum Spitzenlosschleifen und Trennen der Hartmetallstäbe angeschlossen, wobei die Filterkapazität für weitere 85 Maschinen reicht. «Wir haben die Anlage daher nicht komplett befüllt», sagt Instandhaltungsgruppenleiter Anton Pfanner. «Die 'MicroPur'-Einheiten sind jedoch in der Regel alle in Betrieb, da die Anlage – je nach eingeschalteten Maschinen und Durchfluss – deren Einsatz automatisch steuert.»
Anton Pfanner weiss um die erwähnten Problembereiche der wässrigen Lösung. «Aber die Erfahrungen aus der Partnerschaft mit Knoll und die enge Zusammenarbeit hinsichtlich Weiterentwicklungen in der Lösungsfiltration haben die Entscheidung für eine 'MicroPur'-Reinigung im Vollstrom gerechtfertigt», sagt Pfanner.
Um die Gefahr einer Keimbelastung zu minimieren, entwickelte Knoll eine ausgeklügelte Strömungsführung des KSS, sodass weder in den «MicroPur»-Modulen noch in den Tanks Toträume entstehen, wo sich das Medium stauen könnte. Es gibt daher keine Ablagerungen, die das Keim-Wachstum fördern. Um die Mikroluft nahezu komplett aus der wässrigen Lösung zu verbannen, gestaltete Knoll eine verhältnismässig lange, flache Entgasungsstrecke, die das KSS durchlaufen muss. Und um die Temperatur des KSS stabil zu halten, durchläuft er unmittelbar nach dem Filtern ein Kühlsystem, das Werte von ±0,2 K gewährleistet.
Nicht zuletzt kommt der wässrigen Lösung selbst eine grosse Bedeutung zu. «Wir haben in den letzten Jahren mit unserem Additiv-Lieferanten und Knoll umfangreiche Versuche unternommen, um in der Reinigung und in der Zerspanung beste Ergebnisse zu erreichen», berichtet Pfanner. «Es ist uns tatsächlich gelungen, die Zusätze auf ein einziges Additiv zu reduzieren, das alle gewünschten Eigenschaften der Lösung realisiert. Es trägt zur schnellen Entgasung bei, verbessert die Reibungsverhältnisse, sorgt für Rostschutz und wirkt der Auslösung von Schwermetallen wie Cobalt entgegen.»
KSS-Zentralanlagen ein voller Erfolg
«Die Abläufe und Transparenz bei der Installation, die schnelle Unterstützung bei auftretenden Fragen und schliesslich die KSS-Qualitäten, die unsere neuen Zentralanlagen liefern, bestätigen unser Vertrauen in Knoll voll und ganz», resümiert Raggl. «Die Anlage läuft super – bis in alle Details.»
Das schliesst auch das äusserst wirksame Abschlammsystem ein, das neben der Sedimentation im Schmutztank einen Automatikkonzentrator umfasst, der zusätzlich das aus den Filterpatronen rückgespülte Hartmetall separiert. Anton Pfanner erklärt: «Wir gewinnen aus der Öl-Anlage pro Monat etwa ein Fass mit 400 kg Hartmetall zurück. Bei der wässrigen Lösung sind es derzeit etwa vier solcher Fässer, was am grösseren Aufmass liegt. Den Schleifschlamm schicken wir zu unserem Schwesterunternehmen Stadler Metalle in Türkheim. Nach der Aufbereitung wird das recycelte Hartmetall bei uns wieder eingesetzt.»
Auf den gesamten Wartungsaufwand angesprochen, entgegnet Michael Müller, der zuständige Instandhaltungsmitarbeiter: «Die Anlagen sind verhältnismässig wartungsarm. Filterwechsel stehen alle sechs bis zwölf Monate an, je nach Belastung. Der Tausch ist in wenigen Minuten erledigt. Sonstige Aufgaben sind der Wechsel der Schleifschlammfässer und die regelmässige Kontrolle der KSS-Werte.» Sollten Anlagenfehler auftauchen, lassen sich diese sehr schnell am Steuerungsdisplay erkennen, sodass Michael Müller unmittelbar Gegenmassnahmen einleiten kann.
Filtertechnik fürs Schleifen
Da viele Bauteile immer bessere Oberflächen bieten sollen, nehmen feinste Schleif- und Polierarbeiten zu. Dabei entstehen vermehrt kleinste Partikel, die Kühlschmierstoffe und Schleiföle belasten. Knoll Maschinenbau zeigt auf seinem Grinding-Hub-Messestand 7D40 in Halle 7, wie sich Filterlösungen für unterschiedlichste Schleifanwendungen massschneidern lassen – mit dem universellen Hydrostatfilter «HydroPur», dem zweistufigen Feinstfilter «MicroPur» mit Kompaktfilter KF-E und Topffilter «UniPur» als Bypass-System.
Hochwertige Schleifergebnisse setzen stets eine optimale Reinigung der Schleiföle bzw. anderer Kühlschmierstoffe (KSS) voraus. Da jedoch – abhängig vom bearbeiteten Werkstoff und dem jeweiligen Schleifmittel – eine hinsichtlich der Grösse und Form unterschiedliche Spänefracht vorliegt, sollte der Anwender auch seine Filtertechnik dementsprechend konfigurieren.
Als Allround-Filterlösung bietet Knoll den Hydrostatfilter «HydroPur» an. Dieser modular aufgebaute Universalfilter besteht im Wesentlichen aus Tank und Filteroberteil mit einem feinen Filtervlies, das in Kombination mit dem hydrostatischen Prinzip Flüssigkeit und Späne trennt. Er eignet sich für verschiedenste Anwendungen, aufgrund der flachen Austragungsschräge aber besonders fürs Schleifen. Die Grundbestandteile Tank und Filter lassen sich ganz nach Bedarf mit Pumpen, Kühler etc. ergänzen – von der einfachsten Ausstattung bis hin zur Vollversion, die dann selbst anspruchsvollsten Anforderungen gerecht wird.
Eine Neuheit: War der bisher angebotene Hydrostatfilter «HydroPur» auf eine Baugrösse mit 400 l/min Volumenstrom beschränkt, wird es in Zukunft weitere Modelle geben, die den Leistungsbereich von 200 bis 1000 l/min abdecken.
Die Nonplusultra-Lösung: der Feinstfilter «MicroPur»
Von vorneherein auf feinste Filtration ausgelegt, ist der ebenfalls modular aufgebaute Knoll-Feinstfilter «MicroPur». Er eignet sich ideal für das Werkzeugschleifen von Hartmetall und HSS. Aber auch in der Gussbearbeitung liefert er beste Ergebnisse. Der «MicroPur» erzielt Filterfeinheiten kleiner 3 µm und kommt durch seine spezielle Konstruktion ohne Filterverbrauchsstoffe aus, was wesentlich zu seiner hohen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beiträgt.
Auf der Grinding Hub 2024 zeigt Knoll das Standardmodell «MicroPur 240» inklusive integriertem Abschlammkonzentrator in einer zweistufigen Filteranlage. Das heisst, der Feinstfilter wird von einem Kompaktfilter KF-E unterstützt, der gröbere Verschmutzungen aus dem KSS entfernt und auf diese Weise den «MicroPur» entlastet.
Eine solche Lösung ist ideal fürs Schleifen und Polieren von HSS-Werkzeugen oder anderen Stahl-Bauteilen. Denn bei diesen Werkstoffen bilden sich neben Feinstpartikeln auch längere, faserige Späne, die für hohe «MicroPur»-Standzeiten zwingend vorabgeschieden werden müssen. Ein wachsender Einsatzbereich für solche zweistufige Filterlösungen sind zum Beispiel Zahnräder für die Elektromobilität. Um Laufgeräusche zu minimieren, werden diese nach dem Schleifen noch poliert, wobei besagte Feinstpartikel entstehen. Ein weiteres Einsatzbeispiel ist das Schleifen hartstoffbeschichteter Bremsscheiben, ein Trendthema der Grinding Hub. Die Hartstoffschicht besteht aus Edelstahl mit eingelagerten Karbiden. Beim Schleifen entstehen sowohl grössere Schleifspäne als auch feinste Partikel, die über einen zweistufigen «MicroPur»-Feinstfilter sicher aus dem Kühlschmierstoff separiert werden.
Durch Bypass-Filtration zu besserer KSS-Qualität
Als drittes Exponat präsentiert Knoll den Topffilter «UniPur», eine kostengünstige, manuelle Alternative zu selbstreinigenden Filtern. Der «UniPur» ist vielseitig einsetzbar: im Haupt- oder Nebenstrom, als Zusatzfilter (weitere Filterstufe, Badpflege, Polizeifilter) oder als eigenständiger Filter bei kleinen Volumenströmen. Knoll bietet für unterschiedliche Einsatzfälle verschiedene Filterkerzen und -beutel an, die Filterfeinheiten von 1 μm bis 100 μm gewährleisten. Der maximale Volumenstrom beträgt pro Gehäuse 500 l/min.
Bei Schleifanwendungen, die nicht im Vollstrom auf feinste Späne gefiltert werden müssen, lässt sich der «UniPur» optimal als Bypass-Filter einsetzen. Ausgestattet mit einer «MicroPur»-Filterkerze ist er in der Lage, in autarkem Betrieb, zum Beispiel im Nachgang des Hydrostatfilters «HydroPur», noch feinste Partikel aus dem Kühlschmiermedium zu entfernen. Dadurch ist eine Badpflege auch zu mitarbeiterarmen Zeiten möglich, beispielsweise übers Wochenende.