Kasto: Automatisieren für Halbzeugfertigung Hochregal-Sägen-Kombi schafft Flexibilität

Quelle: Konrad Mücke 3 min Lesedauer

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Stahlhändler sind gefordert, flexibel auch Einzelstücke und wenige Exemplare einzelner Halbzeuge innerhalb kürzester Zeit bereitzustellen. Das gelingt der Hagelauer Dewald GmbH in Pleidelsheim (D) mit einer automatisierten Lager- und Sägenanlage von Kasto.

Ein Roboter entlädt die Säge und belädt einzelne Paletten mit individuell sortierten Abschnitten. (Bild:  Kasto)
Ein Roboter entlädt die Säge und belädt einzelne Paletten mit individuell sortierten Abschnitten.
(Bild: Kasto)

Um ein Hochregallager zu installieren, hatte der Stahlhändler ein spezielles Industriegebäude errichten lassen. Dabei haben die Pleidelsheimer den Hersteller von Lagern und Sägen Kasto Maschinenbau GmbH und Co. KG bereits in die Planung im Jahr 2019 einbezogen. Die Experten im badischen Achern haben die statischen Berechnungen für die Dach- und Wandunterkonstruktion sowie für die Bodenlasten erstellt. Dazu berichtet Jörg Bayer, einer von zwei Geschäftsführern bei Hagelauer Dewald: «Kasto weiss genau, was und wie gebaut werden muss, um die entsprechende Stabilität für die enormen Gewichte zu schaffen.»

Bis 4 000 Kassetten für Halbzeuge

Zentrale Komponente des jüngst fertiggestellten Industriegebäudes ist das Wabenlagersystem Unicompact 3.5 von Kasto. Seine Gesamtlagerkapazität liegt bei fast 14 000 Tonnen – im Endausbau sind 4 000 Kassetten möglich mit jeweils 3,5 Tonnen Lagerkapazität. «Dieses Hochregallager nutzen wir, um Material zu bevorraten und die umliegenden Stationen zu versorgen», erklärt Jörg Bayer. Die Mitarbeiter kommissionieren dort die Aufträge und erledigen die Anarbeitung durch Sägezuschnitte. Eine Besonderheit des Lagersystems in Pleidelsheim ist, dass dieses ebenfalls das angrenzende vollautomatisierte Sägezentrum «Kastocenter varioplus 2» über spezielle Sägekassetten und automatisch fahrende Längswagen automatisch und mannlos mit Material versorgt. «Aber nicht nur beim Lager, auch bei den neuen Sägen war Kasto von Anfang an erste Wahl», betont Jörg Bayer. Die Spezialisten in Achern konzipierten und verwirklichten den automatisierten Prozess von der Rohmateriallagerung über die erste Anarbeitung bis hin zur strukturierten Bereitstellung des angearbeiteten Materials in Ladeträgern.

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Sägezentrum längt automatisiert ab

Auf dem Sägenzentrum und den zwei angebundenen Sägemaschinen kann der Stahlhändler die Halbzeuge flexibel und innerhalb kurzer Zeit automatisch zusägen. Ein Roboter Kastosort entnimmt gesägte Abschnitte aus der Kreissäge «Kastovariospeed SC 18» und führt sie nach Bedarf einer Entgrateinheit zu. Anschliessend sortiert er die Abschnitte in Paletten. Die Palettenumlauf-Einheit stellt dem Roboter immer einen genau für die zu sortierenden Abschnitte passenden Ladungsträger bereit. Zudem führt das System kontinuierlich volle und leere Behälter im Be- und Entladebereich zu und ab. Der Roboter versieht die gesägten Abschnitte automatisch mit einem Barcode. So stehen sämtliche Daten digital zur Verfügung. Sogar die Fertigungspapiere liegen schon auf den Paletten.

Auf einer zweiten Sägemaschine, einer Bandsäge Kastotec SC 4, schneidet der Stahlhändler Halbzeuge mit grossen Querschnitten bis 260 mm Durchmesser. Ein Plattenband positioniert die Abschnitte und schiebt sie auf die gewünschte Ablageposition – wahlweise auf eine geschlossene Tischfläche oder auf Paletten.

Flexibel und schnell

«Für uns ist das Kasto-Sägezentrum ideal, weil es perfekt zu unserem positionsgetriebenen Geschäft passt», erklärt Jörg Bayer. Mit 100 000 Positionen und 2,5 Millionen Sägezuschnitten pro Jahr ist beim Stahlhändler höchste Flexibilität und Schnelligkeit gefordert. Deshalb hat er in die automatisierte Lager- und Sägenanlage investiert. Das hat sich als richtig erwiesen. «Kunden bekommen von uns genau die Abschnitte, die sie aktuell benötigen. Das spart zum einen Lagerplatz, und zum anderen müssen sich deren gut bezahlte Fachkräfte nicht mehr mit Lager- und Sägetätigkeiten beschäftigen», fasst Jörg Bayer zusammen und ergänzt: «Unsere Kunden wollen Stahl in Tüten.» Maschinenbauer und andere Stahlverarbeiter beauftragen den Stahlhändler überwiegend, kleine Serien oder gar Einzelstücke bereitzustellen. «Über 60 Prozent aller Positionen verlassen bei uns die Halle in einer einzelnen Palette oder Kunststoffkiste», erläutert Jörg Bayer. Das bewältigt das jüngst installierte Sägezentrum problemlos. Automatisiert sägt es unterschiedliche Abschnitte in raschen Wechseln und stellt sie ohne weiteren Umrüstaufwand bereit. Jörg Bayer resümiert: «Diese schnelle Verfügbarkeit ist für uns ein Riesenfortschritt. Was der Kunde heute bestellt, bekommt er morgen geliefert – auch wenn es nur kleine Mengen sind.» (kmu)

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