Index setzt auf konsequente Weiterentwicklung seiner Dreh-Fräszentren Index Open House 2025: Dreh-Fräs-Technologie vom Feinsten

Von Matthias Böhm 7 min Lesedauer

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Index zeigte am Open House in Deizisau (D) vom 25. bis 28. März 2025 einmal mehr seine Führungsrolle im Bereich der Dreh-Fräszentren und Mehrspindel-Drehautomaten auf. Fast 2000 Besucher, davon 35 Prozent aus dem Ausland, waren vor Ort. Neu präsentiert wurden der Traub-Produktionsdrehautomat «TNK40», die neue Lean-Variante des Lang-/Kurzdrehautomaten «Traub TNL12 lean» sowie eine Weiterentwicklung des Mehrspindeldrehautomaten «Index MS24-8». Darüber hinaus wurde das High Dynamic Turning weiterentwickelt und Systemlösungen für die Automation von Dreh-Fräszentren und Fräszentren vorgestellt.

Fast 2000 Besucher kamen zum Open House und konnten modernste Fertigungslösungen im neuen «iXperience-Center» unter Span prüfen. (Bild:  Index)
Fast 2000 Besucher kamen zum Open House und konnten modernste Fertigungslösungen im neuen «iXperience-Center» unter Span prüfen.
(Bild: Index)

Das neue «iXperience-Center» bildete einen hervorragenden Rahmen beim Open House 2025 von Index, dabei standen unter anderem die beiden Neuentwicklungen Traub-Produktionsdrehautomat «TNK40» und der Langdrehautomat «Traub TNL12 lean» im Fokus. Darüber hinaus hat Index das «High Dynamic Turning 2.0» wie auch den Mehrspindeldrehautomaten «Index MS24-8» weiterentwickelt.

«Traub TNK40»: Kurzdreher – hochproduktiv auf kleinem Raum

Neu im Index-Programm ist der Produktionsdrehautomat «Traub TNK40» – ein reiner Kurzdreher, der auf Basis des Langdrehautomaten «Traub TNL32 compact» entwickelt wurde. Statt des verfahrbaren Spindelstocks fürs Langdrehen besitzt die «TNK40» einen festen Spindelstock mit 40 mm Durchlass. Durch die vibrationsarme und einfache Stangenzuführung erreicht die Maschine eine höhere Gesamtsteifigkeit als die Langdrehausführung, was sich in gesteigerter Dynamik und Bauteilqualität bemerkbar macht.

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Das zeichnet den Kurzdreher «Traub TNK40» aus
  • Geringe Aufstellfläche
  • Grosszügig und prozesssicher ausgelegter Arbeitsraum
  • Fester Spindelstock mit bis ø 40 mm
  • Vibrationsarme und einfache Stangenzuführung (z. B. Kurzlader möglich)
  • Höhere Gesamtsteifigkeit als der bauähnliche Langdreher «TNL32 compact»
  • Bis zu drei Werkzeugträger und ein Rückapparat, jeweils mit Y-Achse
  • Einzelantrieb am Revolver
  • Simultanbearbeitung mit zwei, drei oder vier Werkzeugen

Zwei baugleiche Arbeitsspindeln und zwei Werkzeugrevolver

Die neue Traub TNK40 ist für ein hochproduktives Kurzdrehen von Werkstücken mittlerer und hoher Komplexität konzipiert. Wie die «Traub TNL32 compact» verfügt die Maschine über zwei baugleiche Arbeitsspindeln (max. 8000 1/min, 9,9 kW und 19 Nm jeweils bei 100% ED) und zwei Werkzeugrevolver, jeweils mit X-, Z- und Y-Achse.

Die Unterschiede zum Langdreher

Im Vergleich zum Langdrehautomaten «Traub TNL32 compact» entfallen die Z1-Achse, der Führungsbuchsenträger und die Kurzdrehhülse. Daher ist der Stangendurchlass der «TNK40» etwas grösser und liegt bei maximal 40 mm im Durchmesser. Ausserdem lässt sich ein Kurzlader mit kleinerer Aufstellfläche anschliessen.

Baugleich zur «TNL32 compact» gewährleistet der Arbeitsraum der «Traub TNK40» bei kompakten Massen eine sehr hohe Leistungsdichte. Das senkrechte Arbeitsraumkonzept steht für eine optimale Prozesssicherheit, verbunden mit minimalen Rüstaufwendungen. Den entscheidenden Produktivitätsvorteil erzielt die Maschine mit ihrer hohen Dynamik, für die ein Maschinenbett aus Grauguss und schwingungsdämpfende Maschinenfüsse die Basis bilden. Hier setzt die Kinematik der Maschine auf, die eine effektive und zeitgleiche Bearbeitung mit zwei, drei oder vier Werkzeugen ermöglicht. Die hohe Steifigkeit und thermische Stabilität gewährleisten – so der Hersteller - eine optimale Werkstückqualität.

Anwenderspezifisch konfigurierbar

Wie die Traub-Langdrehautomaten ist auch der neue Kurzdreher modular aufgebaut, so dass der Anwender zwischen drei Varianten wählen kann. Er ist als «TNK40-9», «TNK40-9B» und «TNK40-11» konfigurierbar. Während die «TNK40-9» über neun Linearachsen, zwei Revolver (jeweils acht Stationen, max. 12 000 1/min, 2,0 kW), einen Rückapparat mit vier Stationen und eine autonome Gegenspindel verfügt, ist bei der «TNK40-9B» der obere Werkzeugrevolver mit einer ergänzenden B-Achse ausgestattet.

Die Variante «TNK40-11» enthält einen zusätzlichen Frontapparat mit autonomem Kreuzschlitten in Z- und X-Achse sowie einer NC-Schwenkachse, also insgesamt elf Linearachsen. Dieser zweite obere Werkzeugträger verfügt über sechs Plätze. Drei der Werkzeugaufnahmen sind angetrieben, eine ist sogar mit einem Doppelhalter bestückbar. Für alle Ausführungen steht optional ein Rückapparat mit vier Werkzeugaufnahmen zur Verfügung, der auf dem unteren Revolver aufgebaut ist.

Mit der neuesten CNC-Steuerung «Traub TX8i-sV8» ist die «Traub TNK40» gerüstet für die Anforderungen der digitalen Transformation des Fertigungsprozesses. Der klapp- und schwenkbare 19"-Touchmonitor eignet sich optimal für «iXpanel-Funktionalitäten», die den einfachen Zugang zu einer vernetzten Produktion eröffnen.

«Traub TNL12 lean»: Schlanke hocheffiziente Variante

Dass weniger auch mehr sein kann, davon sind die Verantwortlichen von Index überzeugt mit der Neulancierung der «Traub TNL12 lean». Mit ihr bringt Index eine Einstiegsvariante des bewährten kleinen Lang-Kurzdrehautomaten auf den Markt. Die Maschine ist mit nur einem Revolver und einer Rückseiteneinheit konfiguriert.

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Von anderen Komponenten werden vereinfachte Alternativen eingesetzt. Das Ergebnis: ein flexibler, kostengünstiger und effizienter Drehautomat, der sich für einfache, hochpräzise Teile anbietet, wie sie beispielsweise in der Medizintechnik benötigt werden.

Schnell vom Lang- auf Kurzdreher umrüstbar

Mit der «Traub TNL12 lean» erhalten Anwender eine sehr flexible Maschine, die sich wie alle anderen TNL-Maschinen in kurzer Zeit vom Lang- auf einen Kurzdreher umrüsten lässt. Wie die «normale» «TNL12» ist die Lean-Variante kompakt gebaut, mit einem komplett in die Maschine integrierten Schaltschrank. Das Graugussbett und der thermosymmetrische Aufbau sorgen für eine hohe Genauigkeit, verbunden mit kurzer Warmlaufzeit. Rein äusserlich macht nur die Arbeitsraumtüre den Unterschied, da sie ein vereinfachtes Design erhalten hat.

Hochdynamische Antriebe

Die beiden flüssigkeitsgekühlten 4,4-kW-Motorspindeln erlauben Drehzahlen bis zu 12 000 1/min. Unterstützt wird diese Eigenschaft durch massearme Spannzylinder und eine in Carbon ausgeführte Führungsbuchse, die bei der Lean-Variante der «TNL12» angetrieben und einstellbar, aber nicht programmierbar ist.

Der Werkzeugrevolver besitzt einen Servomotor und damit verbunden eine interpolierte Y-Achse, die zu kurzen Span-zu-Span-Zeiten von nur 0,3 s beiträgt. Die sechs Werkzeugstationen bieten Platz für Doppelhalter. Für die Innenbearbeitung (Z-Richtung) können sie auch mit abgewinkelten Werkzeughaltern bestückt werden – quasi als Ersatz für die fehlende Frontseiteneinheit.

Auch Wirbeleinheit verfügbar

Als Option bietet Index eine in den Revolver einsetzbare Wirbeleinheit an, die sich mit einem ±30°-Schwenkwinkel fürs High-Speed-Wirbeln eignet – mit einer Wirbellänge von 75 mm. Der Werkzeugantrieb ist ohne Riemen und Zwischenwellen realisiert – mit nur einen Zahneingriff im Kronenrad, was zu geräuscharmem Betrieb und hoher Dynamik beiträgt.

Der Rückapparat umfasst sechs Werkzeugstationen, von denen vier angetrieben sind, und eine Ausspüleinheit für die fertig bearbeiteten Werkstücke. Diese können in einen Behälter abgeführt werden, für den die «TNL12 lean» vorbereitet ist. Optional lässt sich dieser durch einen Doppelbehälter oder einen Achtfach-Selektor ersetzen.

Vereinfachte KSS-Versorgung

Den Kühlschmierstoff (KSS) fördert bei der «TNL12 lean» keine Hochdruck-, sondern eine Niederdruckpumpe mit 5 bar. Dadurch ist der Wärmeeintrag ins Schneidöl so gering, dass Index im Standard auf die Schneidölkühlung verzichtet.

Vorgesehen ist ein 1,7 kW starker Wasser/Luft-Spindelkühler, der jedoch optional einem Spindel- und Schneidölkühler Wasser/Luft oder Wasser/Wasser mit jeweils 3.3 kW weichen kann. Eine innere Kühlmittelzufuhr (IKZ) der Werkzeuge ist nicht vorgesehen, auch auf die äussere KSS-Zufuhr am oberen Revolver wird verzichtet. Der Schneidöltank fasst 280 Liter. Die Spänewanne ist mit Spänehaken und herausnehmbarer Innenwanne sowie einem Siebkorb mit 200-µm-Gewebe ausgestattet.

Für eine einfache Bedienung sorgt die aktuelle Steuerung «Traub TX8i-s», die für die direkte Einbindung der «TNL12» in die digitale «iXworld» vorbereitet ist. Das klapp- und schwenkbare Bedienpult enthält einen 19"-Touchmonitor – optimal für «iXpanel»-Funktionalitäten geeignet, die den einfachen Zugang zu einer vernetzten Produktion eröffnen.

HDT – High Dynamic Turning auf Index-Drehmaschinen

Als besonderes technologisches Highlight beim Index Open House 2025 wurde das High Dynamic Turning (HDT) vorgestellt, das der Esslinger Drehmaschinenspezialist auf drei Maschinen präsentierte. Auf dem Dreh-Fräszentrum «Index G320» ist der «klassische» Einsatz eines HDT-Werkzeugs in der Motorfrässpindel zu erleben. Weltpremiere feiert der von Index entwickelte Getriebe-Werkzeughalter, der den Einsatz eines HDT-Werkzeugs im Werkzeugrevolver erlaubt. Auf einer «Traub TNX220» arbeiten damit zwei HDT-Werkzeuge simultan an einem Werkstück. Und damit nicht genug: Index zeigt, wie HDT auch auf dem Mehrspindeldrehautomaten «MS40-6» zu Produktivitätssteigerungen führt.

Neuentwicklung: Achtspindel-Drehautomat «Index MS24-8»

Als weitere Neuentwicklung wurde der Mehrspindel-Drehautomat «Index MS24-8» vorgestellt. Mit der «Index MS24-8» hat der WZM-Hersteller ein modernes, flexibles Maschinenkonzept entwickelt, das auf die bewährten Index-Merkmale aufbaut. Mit angetriebenen Werkzeugen, C- und Y-Achsen können auf der Maschine neben den üblichen Bearbeitungsverfahren beispielsweise auch Polygondrehen, Mehrkantdrehen, Wälzschälen, Torxfräsen, Konturfräsen, Schrägbohren oder High-Speed-Wirbeln ausgeführt werden.

Werkplatz Schweiz ist drittgrösster Markt für Index

V. l. n. r.: Reiner Hammerl (lGeschäftsführer, Vertrieb), Dr. Dirk Prust (Geschäftsführer, Technik, Vors. der GF) und Roberto Deger (Geschäftsführer, Finanzen) gaben am 24. März 2025 Einblick in die technischen Weiterentwicklungen und in die Umsatzentwicklung innerhalb der verschiedenen Märkte und Regionen des Unternehmens.(Bild:  Matthias Böhm)
V. l. n. r.: Reiner Hammerl (lGeschäftsführer, Vertrieb), Dr. Dirk Prust (Geschäftsführer, Technik, Vors. der GF) und Roberto Deger (Geschäftsführer, Finanzen) gaben am 24. März 2025 Einblick in die technischen Weiterentwicklungen und in die Umsatzentwicklung innerhalb der verschiedenen Märkte und Regionen des Unternehmens.
(Bild: Matthias Böhm)

Am 24. März 2025 fand die Jahrespressekonferenz im Rahmen der Hausausstellung statt. Reiner Hammerl (Geschäftsführer, Vertrieb), Dr. Dirk Prust (Geschäftsführer, Technik, Vors. der GF) und Roberto Deger (Geschäftsführer, Finanzen) gaben einen Einblick in die aktuell anspruchsvolle Lage und die Geschäftsentwicklung und stellten die neuen Fertigungstechnologien von Index vor.

Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 460 Mio. Euro (–11 Prozent zum Vorjahr). Deutschland machte mit 196 Mio. Euro den grössten Anteil der Umsatzerlöse aus. In der Schweiz wurden 26 Millionen Umsatz generiert und sie liegt weit vor Italien (8 Mio. Euro), China (14 Mio. Euro) und gleichauf mit Frankreich (26 Mio. Euro). Hervorragend haben sich die amerikanischen Absatzmärkte mit einem Umsatzvolumen von 105 Mio. Euro mit +37 Prozent gegenüber dem Vorjahr entwickelt.

Seitens der Branchen (weltweit) spielt der Automotivsektor für Index eine immer geringere Rolle: Bei den Index-Maschinen noch 7 Prozent und bei den Traub-Maschinen lediglich 1 Prozent. Die umsatzstärksten Branchen für Index sind der Maschinenbau (Index 37 Prozent; Traub 12 Prozent) und die Medizintechnik (Index 3 Prozent; Traub 59 Prozent).

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