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Zerspanung von Composites

Industrialisierte Fertigung für den Leichtbau

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Eine Besonderheit findet sich im Tischkonzept wieder. Der HPL-Rastertisch ist Standard, aber das Vakuumkonzept ist hervorzuheben, denn es ermöglicht optimales Nesting. 16 Vakuumfelder mit 2 Kanalverdichtern an beiden Seiten erzeugen mit grossem Volumen Vakuum. Zusätzlich sind 2 Vakuumpumpen angebracht, um auch punktuelles Vakuum zur Verfügung zu haben. Ausserdem ist ein schneller Wechsel zwischen Flachbett- und Vakuumtisch möglich. Das Konzept mit den verschiedenen Aufspannausrüstungen erlaubt, dass man den Tisch leichter und schneller von flachen Materialien auf gebogene Bauteile umstellen kann – und schnelle Umrüstbarkeit ist letztendlich ein entscheidender Faktor, da unrentable Nebenzeiten minimiert werden. Das CNC-5-Achs-Bearbeitungszentrum, eine 4-Ständer-Portalanlage mit Gantryantrieb, weist mit Verfahrwegen bis 16 540 mm auf der X- und 2800 mm auf der Y-Achse enorme Dimensionen auf.

Die Anlage ist mit einer HSK-F63-Spindel mit 15 kW und einer Drehzahl von bis zu 24 000 1/min ausgestattet, mit der auch Gewindeschneiden möglich ist. Eine Blasdüse mit ionisierter Luft, die ein Verkleben der Späne mit dem Material verhindert, ein Tastspindelaggregat mit Tastglocke, ein 3D-Messaster zum Vermessen von Teilepositionen in der X/Y-Ebene und die hochgelegte Kabelkette, die eine freie Zugänglichkeit der Maschinenrückseite gewährleistet, komplettieren diese hochkomplexe Anlage. Mit einer Bearbeitungslänge von 16 540 mm ist dies eine sehr grosse Maschine, die in einem Bett gefertigt und angeliefert wurde. Der Transport und Aufbau war eine logistische Herausforderung, die von der Firma Mechtop, Servicepartner von Reichenbacher, präzise gemeistert wurde. Die Maschine wurde Tag-genau angeliefert, aufgestellt und war sofort einsatzbereit. Auch in diesem letzten Schritt spiegelte sich die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit wider.

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Prozesssicherheit überzeugt auf ganzer Linie

Betriebsleiter Zünd und Projektleiter Moser sind sich einig in der Aussage, dass die Vorteile durch den Einsatz dieser Maschine quantifizierbar sind. Die Prozesssicherheit im Produktionsablauf und die Variabilität bei Produktwechsel sorgen für bessere Planbarkeit und damit für Investitionssicherheit. Dasselbe gilt für die Fräsgenauigkeit, die eine gleichbleibende Qualität in der Serienfertigung gewährleistet. Die Grösse der Anlage eröffnet ACS ausserdem die Perspektive, in Zukunft auch als Lohnfertiger arbeiten zu können. Das Fazit fällt eindeutig aus: Die CNC-Anlage sollte eine Universalmaschine sein – und genau das ist sie und wurde damit zu einem wesentlichen Baustein bei der Umsetzung der Vision von ACS, die «Produktion der Zukunft» auf mechanisierte Lösungen umzustellen.

Die Herausforderungen am Standort in der Schweiz sind aufgrund der Kostenstruktur gross, und um wettbewerbsfähig zu bleiben, musste der Weg in Richtung Industrialisierung eingeschlagen werden. Gilbert Zünd spricht davon, dass Altenrhein als Kompetenzzentrum gesehen wird, man aber in naher Zukunft in Osteuropa Fuss fassen möchte; zum einen als Produktionsstandort, aber auch als Absatzmarkt. Dasselbe gilt für China. Die Idee ist, dort Produkte für Asien zu bauen, denn die Produktions-, aber auch Transportkosten sind viel zu hoch, ganz abgesehen vom Zeitfaktor, denn allein der Transport von hier dauert rund 2 Monate. Mögliche Schwierigkeiten werden keinesfalls unterschätzt, denn Gilbert Zünd sagt explizit, dass in China Projekte zehn Mal grösser sind und die Geschwindigkeit in der Abwicklung von Projekten ausserordentlich hoch ist. SMM

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