Eine Welt voller intelligenter Maschinen

Industrie 4.0: Chancen der digitalen Transformation

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Konnektivität und Interoperabilität

Industrie 4.0 bedeutet zum grossen Teil, dass man das, was an Daten existiert, verknüpft. Konnektivität und Interoperabilität über einzelne Komponenten, auch Komponenten verschiedener Hersteller, Maschinen, ganze Anlagen und komplette Standorte hinweg schaffen gerade den Nutzen und Mehrwert, um den es bei Industrie 4.0 geht. Die Zeiten, in denen Software auf lokalen Servern programmiert und isoliert in abgeschirmten Firmennetzwerken betrieben wurde, sind vorbei. Obwohl nach fast einer Dekade Cloud Computing die Konzepte weitgehend auch in der Industrie bekannt sind, haben bislang nur wenig Unternehmen im Bereich Fertigung oder in der Prozessindustrie wirkliche Erfahrungen damit gesammelt. In einem modernen, von GE entwickelten Data-Lake-Konzept für technische Produktionsanlagen werden zunächst alle für Analysezwecke benötigten Daten an einem Ort zentral verfügbar gemacht. Vordefinierte Abfragen und Berichte können von einer breiten Nutzerschicht verwendet werden. Dazu hat GE seine Softwarelösungen komplett neu konzipiert und für die Nutzung auf mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones angepasst.

Service-orientierte Architektur

Zentrale Herausforderung bei der Implementierung von Industrie 4.0 ist die Komplexität der Datenströme und die Integration von verschiedenen Softwarelösungen. Immer kürzere Innovations- und Release-Zyklen lassen sich mit traditionellen Softwarearchitekturen nicht mehr bewältigen. Es gilt, die Vorteile einer flexibel und modular aufgebauten Service-orientierten Architektur (SOA) zu nutzen. Durch SOA besteht die Möglichkeit, schnell und flexibel Software anzupassen und so auf Veränderungen in den Prozessen und Abläufen zeitnah zu reagieren.

Industrie 4.0 kann nur erfolgreich sein, wenn die Beschäftigten von Beginn an in den Entwicklungs- und Implementierungsprozess miteinbezogen werden. Neben den technologischen Trends von Industrie 4.0 spielt auch der Anwender mit seinen Erwartungen eine ganz wichtige Rolle. Während am Anfang des neuen Jahrtausends noch ein Wettrennen um Funktionen und Features geführt wurde, ändert sich das gerade. Heute sind Softwaresysteme gefragt, die in der Lage sind, Komplexität zu reduzieren und über möglichst einfache, klar strukturierte und intuitive Bedienoberflächen und Menüs leicht bedienbar zu machen. Gleichzeitig wird sich auch die Aus- und Weiterbildung auf die neuen Anforderungen einstellen und entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten entwickeln. Es werden sich also nicht die Arbeitsverhältnisse, sondern eher die Anforderungs- und Tätigkeitsprofile ändern. Maschinen werden sicher in zunehmendem Masse standardisierte und repetitive Aufgaben übernehmen. Dadurch werden aber auch mehr qualifizierte Arbeiter gebraucht, die diese Maschinen einrichten und bedienen können. Was auf der einen Seite verschwindet, wird auf der anderen aufgebaut – in welchem Massstab, das wird man sehen. Der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft wird jedenfalls nicht verschwinden. SMM

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