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Ein Blick in die Zukunft. Wo stehen wir in fünf oder zehn Jahren mit dem Thema «Industrie 4.0?
S. Schlund: Ich glaube, den Begriff «Industrie 4.0» wird es in fünf Jahren nicht mehr geben. Dieser ist paradoxerweise heute schon so erfolgreich, dass er die Gefahr in sich birgt, schnell verbrannt zu werden. Ich glaube aber, dass wir in fünf Jahren erste richtig gute Anwendungen sehen werden. Der Zeitraum ist eine gute Referenz, um zu sehen, was ist angekommen. Ich denke, dass wir das Thema «Mobilgeräte in der Produktion» sehen werden, wenn man es schafft, Lösungen zu etablieren, die robust sind, zuverlässig und die Hände frei halten. Ausserdem werden wir vermehrt intelligente Produkte sehen. Diese müssen nicht unbedingt direkt mit der Produktion zu tun haben, die Produkte sollten aber in der Lage sein, sich besser auf den Kunden einzustimmen oder Informationen aus dem Feld besser in die eigenen Unternehmen zurückzuspielen um damit besser entwickeln und produzieren zu können. Die Chance ist sicherlich grösser, den Erfolg zuerst auf der Produktseite und dann in der Produktion zu haben. Was aber nicht heisst, dass man da nicht auch anfangen sollte, vorwärtszuschauen.
Industrie 4.0, Internet der Dinge, wie passt das zusammen, wenn die oberste deutsche Staatsangehörige sagt: Das Internet ist Neuland für uns?
S. Schlund: Ich glaube, das passt sehr gut zusammen. Und zwar deshalb, weil man beachten muss, dass Frau Merkel weder zur Generation Y noch zur Generation X gehört und somit nicht mit einem PC oder Mobilgerät aufgewachsen ist. Deshalb repräsentiert sie wahrscheinlich besser als wir die konservative Entscheider-Ebene und hat darum vielleicht auch eine gewisse Art an Grundskepsis dem Thema gegenüber. <<
Das Interview führte Silvano Böni.
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