Messe Erfurt: Fachwissen für generatives Fertigen

Innovativ gestalten dank 3D-Druck

| Redakteur: Konrad Mücke

Demnächst zu verwirklichen: besonders leichte, generativ gefertigte Zahnräder.
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Demnächst zu verwirklichen: besonders leichte, generativ gefertigte Zahnräder. (Bild: Fraunhofer-Institut IGCV Augsburg)

Zur Messe Rapid.Tech + FabCon 3.D diskutieren anlässlich des Forums «Konstruktion» Spezialisten über das veränderte Vorgehen in Entwicklungsprozessen. Damit können bisher nicht realisierbare Werkstückgeometrien und Funktionen erschlossen werden, so die Experten.

Dank des Fertigungsverfahrens Additive Manufacturing (AM) können Entwickler und Konstrukteure beim Design ihrer Produkte anders als bisher bei üblicher subtraktiver Fertigung denken und arbeiten. Sie können gestalterische Freiheiten nutzen. Dazu müssen sie allerdings anders als bisher an die Konstruktionsprozesse herangehen. Aktuelle Ideen aus Wissenschaft und Forschung vermittelt das Forum «Konstruktion» am 25. Juni 2019 zur dreitägigen Messe Rapid.Tech + FabCon 3.D in Erfurt.

«Im Fokus stehen geeignete Methoden, Systematiken und Fachkenntnisse, um die Potenziale der AM-gerechten Konstruktion zu erschliessen. Das zeigen wir auch anhand praktischer Beispiele aus der Automobilindustrie und der Raumfahrt auf. Betrachtet wird darüber hinaus, wie additive und konventionelle Vorgehensweisen sinnvoll kombiniert werden können», erläutert Dr. Guido Adam, Entwicklungsleiter des SLM-Spezialisten DMG Mori Realizer GmbH. Er ist verantwortlich für die Inhalte des Forums.

Wirtschaftlich arbeiten

Ein wichtiger Aspekt bei der additiven Fertigung ist, wirtschaftlich zu arbeiten. Bisher lassen sich Aussagen zu Kosten meist erst aus der fertiggestellten Konstruktion ableiten. Wissenschaftler der TU Dresden haben nunmehr ein Verfahren entwickelt, mit dem man bereits in einer sehr frühen Phase der Produktentwicklung die Kosten und die Wirtschaftlichkeit der generativen Fertigung abschätzen kann. Diese quantitative Methode stellt Michael Süss im Forum vor. Lösungsprinzipien für die additive Fertigung, die den Konstrukteur beim Konzept für ein Bauteil unterstützen, zeigt Sebastian Kuschmitz von der TU Braunschweig. Über die Rahmenbedingungen und über geeignete Strategien zum additiven Herstellen von Leichtbauzahnrädern für die Automobilindustrie berichtet Matthias Schmitt. Er ist beim Fraunhofer-Institut für Giesserei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg tätig.

Oberflächen optimieren

Möglichkeiten, die Topologie von Komponenten für die Raumfahrt durch additives Fertigen zu optimieren, erläutert Robin Willner vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden. Funktionale Oberflächen in Verbindung mit dem Selektiven Laserschmelzen (SLM) betrachtet Enno Garrelts von der Universität Stuttgart. Er berichtet, wie Konstrukteure die Oberflächentopografien von SLM-Bauteilen vorbereiten können und welche Funktionen sich damit ohne nachfolgende Prozessschritte verwirklichen lassen.

Konzepte, auf spritzgegossene Grundkörper mit weiteren Kunststoffen zusätzliche Geometrien additiv im FLM-Verfahren aufzubringen, stellt David Kessing von der Bergischen Universität Wuppertal vor. Wie man praxisgerechte Prozesse entwickelt, um feine Gitterstrukturen durch Schichten von Schmelzen zu generieren, erläutert Hanna Siebert von der Technischen Universität Darmstadt.

Themenvielfalt in separaten Foren

Das Forum «Konstruktion» ist eines von insgesamt 14 branchen- und fachbezogenen Foren im Kongressprogramm der Messe in Erfurt. Erstmals stehen die Themen Software und Prozesse, Kunststoff sowie Normung und Arbeitsschutz auf der Agenda. Daneben gehören die bewährten Foren Automobil, Luftfahrt, Lohnfertigung, 3D-gedruckte Elektronik und Funktionalität, Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik, Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau, Metall und Recht zur Wahl für die Fachbesucher. Zudem informiert die Allianz «Generativ» der Fraunhofer Gesellschaften und das Forum «AM Science» über aktuelle Neuheiten der generativen Fertigung.

Insgesamt werden in mehr als 100 Vorträgen an den drei Kongresstagen die aktuellen Entwicklungen, Trends und Ergebnisse zu additiven Technologien und Anwendungen aus Theorie und Praxis vorgestellt. Zum optimalen Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zum Knüpfen und Pflegen von Kontakten in der Branche tragen die 3D-Printing-Conference und die besser strukturierten Präsentationsflächen und Netzwerkangebote der Messe bei.

Erwartet werden über 200 Aussteller aus aller Welt. Der Messeveranstalter schätzt vorab, dass etwa 5000 Fachbesucher zur diesjährigen 16. Messe nach Erfurt kommen werden. -kmu- SMM

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