ISD Software und Systeme AG Schweiz: Individuell und trotzdem standardisiert

Redakteur: Luca Meister

>> Prozessautomatisierung und Produktstandardisierung stehen heute bei vielen Unternehmen auf der Agenda. Nur so lassen sich die steigenden Kundenanforderungen wirtschaftlich erfüllen. Die Gilgen Logistics AG hat diese Notwendigkeit schon früh erkannt und hat bereits vor zehn Jahren mit Hi-CAD ein Werkzeug entwickelt, mit dem sich Projekte höchst effizient realisieren lassen.

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Fördersystem für den automatischen Rollbehältertransport. Das Layout zeigt anschaulich die gesamte Anlage. (Bild: Gilgen)
Fördersystem für den automatischen Rollbehältertransport. Das Layout zeigt anschaulich die gesamte Anlage. (Bild: Gilgen)

mei. Die Gilgen Logistics mit Sitz in Oberwangen bei Bern bietet massgeschneiderte Komplettlösungen der Inhouse-Logistik an. Ob automatisierte Förder- oder Lagersysteme (mit allfälligen zugehörigen IT-Lösungen), die Spitzentechnologie der Berner ist immer genau auf individuelle Kundenanforderungen zugeschnitten.

Bereits bei den ersten Kundengesprächen werden jeweils konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Aufgabenstellung aufgezeigt. Dies erfordert natürlich ein beträchtliches Know-how des Verkaufsingenieurs. Um die Beratung vor Ort zu unterstützen, Fehler zu minimieren und die Angebote treffgenau zu erstellen, wurde schon 2001 beschlossen, ein Projektierungswerkzeug zu entwickeln. Unterstützt wurden die Ingenieure dabei von der ISD Software und Systeme AG, für deren Systeme Gilgen sich nach einem intensiven Auswahlverfahren entschieden hatte.

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Durchgängige CAD-Lösung

Neben der überzeugenden 3D-Funktionalität gehörte die 2D/3D-Durchgängigkeit von Hi-CAD damals zu den wesentlichen Entscheidungsgründen, da Bestandesdaten übernommen werden mussten. Auch heute noch, insbesondere bei der Layoutierung, ist es ein wichtiger Vorteil, die 2D-DXF-Dateien vom Architekten direkt einlesen und vor allem weiterbearbeiten zu können. Die Gebäudehülle wird zum Beispiel in 3D modelliert. Hier ist von hohem Nutzen, dass in Hi-CAD 2D- und 3D-Elemente in einer Datei verwendet werden können: So kann zum Beispiel aus einer 2D-Zeichnung einfach eine Säule als zu berücksichtigendes Element ins 3D «gezogen» werden.

Automatisierung bringt 30 Prozent Effizienzsteigerung

Entscheidend für die Zusammenarbeit war am Ende aber das überzeugende Lösungskonzept für ein Projektierungswerkzeug. Es basiert auf der Hi-CAD-Makrotechnik und wurde in enger Zusammenarbeit mit ISD implementiert. Mit dem Werkzeug wird ein anschauliches 3D-Modell (automatisiert) erstellt, aus dem zuverlässig eine genaue Preiskalkulation für das Angebot abgeleitet werden kann. Elmar Egger, CAD-Betreuer bei Gilgen Logistics, ist mit dem Einsatz der Lösung hochzufrieden: «Wir konnten Effizienzsteigerungen von 30 Prozent erzielen und die Wiederverwendung von Standard-Bauteilen deutlich verbessern.»

Ein neues Projekt beginnt heute mit einer Analyse der Workflows beim Kunden, auf deren Basis mit dem Projektierungswerkzeug – genannt MFP (Materialfluss-Planungs-Tool) – ein konkretes Layout durch Eingabe weniger Parameter erstellt wird. Dies geschieht bereits vor Ort am Laptop durch den Verkaufsingenieur, der sehr schnell alternative Lösungen darstellen und bewerten kann. Kunden haben somit eine solide und anschauliche Entscheidungsgrundlage.

Ergebnis des MFP ist ein 3D-CAD-Modell der Anlage, aus dem in der Regel ohne weitere Anpassungen im nächsten Schritt die Stücklisten und Werkstattzeichnungen als PDF- oder DXF-File erzeugt werden. Mit dem Einsatz des MFP wird nicht nur der Verkaufsprozess unterstützt, sondern gleichzeitig die Wiederverwendung von Standard-Elementen gesteigert. Voraussetzung hierfür war die Entwicklung eines Komponenten-Baukastens, in den das enorme Know-how der Gilgen-Ingenieure einfloss. Für alle Standard-Elemente wurden Regeln definiert und in ein umfassendes Regelwerk umgesetzt.

Fördersysteme auf Knopfdruck

Als eine der ersten Produktlinien wurden die Behälter- und Stückgutfördersysteme «Mecom» mit dem Projektierungs-Tool MFP geplant und realisiert. Mit Mecom werden Logistiklösungen für einfache wie komplexe Materialflüsse mit Durchsatzkapazitäten bis zu 3500 Einheiten pro Stunde umgesetzt. Modular aufgebaute Elemente transportieren, sortieren, verteilen, stapeln, lagern und kommissionieren das Fördergut und gewähren eine individuelle Ausführung der Anlage.

Mit dem Einsatz des MFP können Projektverantwortliche bequem verschiedenste Fördersysteme nach Baukastenprinzip zusammenstellen. Je nach Bedarf können dem Kunden zeitnah verschiedene Lösungsmöglichkeiten eines Fördersystems visuell vorgestellt werden, um die bestmögliche Auswahl zu gewährleisten. Das gesamte Produktwissen steckt dabei in den intensiv gepflegten Bibliotheken in Hi-CAD. Hier werden die gesamten Informationen zu den verschiedenen Komponenten abgelegt und verwaltet. Seitdem 2001 das MFP erstmals zum Einsatz kam, werden kontinuierlich weitere Produktlinien implementiert.

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Hybrid-Technologie ermöglicht durchgängige Konstruktion

Nicht zuletzt fliessen in die Gestaltung der Fördersysteme auch ästhetische und ergonomische Aspekte mit ein. So erleichtern z.B. multifunktionale Aluminium-Seitenwandprofile das Handling vor Ort. Auf Seiten des CAD-Systems ist demzufolge eine umfangreiche Branchen-Spezialfunktionalität notwendig, um alle Anforderungen abdecken zu können. So muss z.B. neben den Funktionen für die Blechbearbeitung auch der Einbau von Profilen komfortabel möglich sein, um u.a. in der Verladetechnik problemlos Unterkonstruktionen aus Profilen erstellen zu können. «Wir setzen hier das integrierte Modul Profile ein, mit dem wir sehr effizient Stahlkonstruktionen erstellen können», erklärt Egger.

Gilgen profitiert hierbei von der Hi-CAD-Hybridtechnologie. Dank dieser besonderen Technologie vereint Hi-CAD umfassendes Spezialwissen verschiedenster Branchen in einem System und ermöglicht so eine branchenübergreifende Arbeitsweise. Alle Spezialfunktionen stehen ohne Anwendungs- und Oberflächenwechsel zur Verfügung und werden in einem einheitlichen Datenmodell verwaltet.

Fotorealistische Präsentation

Um die erzeugten 3D-Modelle ansprechend darzustellen, nutzt Gilgen das Hi-CAD-«Reality Studio». Damit lassen sich fotorealistische Darstellungen von 3D-Modellen oder Animationen mit Kamerafahrten und Ton leicht realisieren. Das Modul wird abteilungsübergreifend genutzt, vorwiegend aber in der Verkaufsphase. Hier werden zum Beispiel Bilder des Layouts in das Verkaufsangebot eingefügt. Bereits realisierte Projekte oder auch einzelne Funktionselemente werden gerne als Marketinginstrument bei Firmenpräsentationen und auf Ausstellungen oder Messen eingesetzt.

CAD – PDM – PPS

Gilgen setzt auch auf das moderne PDM-System «Helios», das Tools sowohl für das Prozess-Management, das Produkt- und Dokumenten-Management als auch das Peripherie-Management zur Verfügung stellt. Bisher beschränkt sich die Nutzung auf das Dokumenten-Management, womit insbesondere die CAD-Zeichnungen einfach verwaltet und strukturiert werden. Mit Hilfe von Helios werden auch die verschiedenen Gilgen-Niederlassungen integriert. So wird ein sicherer und transparenter Datentransfer zwischen den Standorten gewährleistet. Ausserdem werden über eine manuelle Schnittstelle Stücklisten zum PPS-System (Produktionsplanungs- und Steuerungssystem) exportiert. Für die Zukunft prüft man hier die Einführung einer vollständig automatisierten Anbindung an das PPS-System mit dem Ziel, langfristig einen abteilungsübergreifenden und transparenten Zugriff auf alle Produktinformationen zu erreichen.

Partner für Innovationen

Die ISD Group und Gilgen Logistics können auf eine über zehn Jahre dauernde, erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Das Fundament dieser Geschäftsbeziehung liegt in der intensiven Betreuung des Software-Hauses. Es begann mit der Entwicklung des Projektierungswerkzeugs und setzt sich in der Betreuung der Ingenieure in der alltäglichen Arbeit fort. «Wir schätzen, dass die ISD ebenso wie wir ein Komplettanbieter ist, der auch alle Service-Leistungen aus einer Hand bietet. Die Kontaktwege sind kurz und wenn einmal ein Problem vorliegt, hat man schnell eine Lösung», blickt Elmar Egger zufrieden zurück. Zu der Zusammenarbeit gehört auch der direkte Dialog: «Der direkte Kontakt zum Hersteller bietet uns als Anwender der Software gute Möglichkeiten, unsere Ansprüche weiterzugeben.“ ergänzt der Ingenieur. <<

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