Bearbeitungszentrum Japaner bauen Maschine nach Schweizer Wünschen

Redakteur: Anne Richter

>> Die neue Nakamura-Tome NTJ-100 mit schwenkbarem B-Achsen-Revolver ist für die Bedürfnisse des Schweizer Marktes entwickelt worden. Kompakter, effizienter, schneller und dynamischer – erstmals in der Schweiz wurde das Bearbeitungszentrum auf der Prodex von Walter Meier vorgestellt. Auf weniger Stellfläche ermöglicht die Anlage eine noch kostengünstigere Produktion.

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Die Nakamura-Tome mit schwenkbarem B-Achsen-Revolver wurde für die Bedürfnisse des Schweizer Marktes entwickelt.
Die Nakamura-Tome mit schwenkbarem B-Achsen-Revolver wurde für die Bedürfnisse des Schweizer Marktes entwickelt.
(Bild: Nakamura)

ari. Mit der NTJ-100 knüpft Nakamura an die grössere Ausgabe der Super-NTJ an: Werkstücke mit schrägen Bohrungen, Gewinden, Anfräsungen und Fräskonturen, die in der Vergangenheit sehr aufwändig zu bearbeiten waren und oftmals die Belegung einer weiteren Maschine verlangten, können mit der NTJ-Baureihe in einem Setup komplettbearbeitet werden. Komplettfertigen spart Kosten für Sonderwerkzeughalter, zusätzliche Spannmittel und Spannvorrichtungen, vereinfacht die Maschinendisposition und Arbeitsplanung, verbessert die Bearbeitungsqualität und verkürzt die Auftragsdurchlaufzeiten.

Weniger Platz, geringere Stückkosten

Die NTJ-100 ist ungefähr 30 Prozent kleiner als die Super-NTJ und ist durch die Flachbettkonstruktion in puncto Steifigkeit gleichauf. Mit einer zweiten Y-Achse am unteren Revolver kann die NTJ-100 die Frästaktzeit bei symmetrischen Fräsarbeiten im Vergleich zur Super-NTJ um zirka 50 Prozent reduzieren.

Das Maschinenkonzept prädestiniert die NTJ-100 für Serienteile, wobei das neue Multitalent insbesondere im Vergleich mit Maschinen mit schwenkbarer Frässpindel und Werkzeugwechsler punktet. Diese Maschinen haben eine Span-zu-Span-Zeit zwischen 8 und 14 Sekunden. Die beiden Revolver der NTJ-100 benötigen weniger als zwei Sekunden. Das ergibt einen Zeitunterschied nur für die Werkzeugwechsel von über 80 Prozent. Wenn ein Teil mindestens zehn Werkzeugwechsel erfordert, kann die deutlich kürzere Span-zu-Span-Zeit die Stückkosten bei Serienteilen um gut 70 Prozent reduzieren.

Damit reagierte Nakamura vor allem auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes. «Ein Zeichen dafür ist, dass weltweit die erste Nakamura-Tome NTJ-100 in der Schweiz verkauft worden ist», erklärte Peter Egli, Leiter Werkzeugmaschinen bei Walter Meier, Nakamura-Vertriebspartner in der Schweiz, auf der Prodex.

Zusätzliche Werkzeugplätze und Teilegreifer

In der NTJ-100 sind zwei Entwicklungen zum Patent angemeldet. So wurde der obere Revolver um sechs weitere Werkzeugplätze ergänzt, die stirnseitig angeordnet sind. Die sechs Haltersitze sind zwischen den normalen Werkzeugstationen so angeordnet, dass es keine Kollisionsgefahr gibt. Ein anderes patentiertes Detail ist der Teilegreifer auf dem oberen Revolver. Durch einen Servoantrieb lässt sich die Greiferkraft programmieren, was Überwachungssensoren erübrigt.

Umweltfreundlich dank geringem Stromverbrauch

Ein weiterer grosser Pluspunkt ist die Umweltfreundlichkeit durch den geringeren Stromverbrauch. Die Maschine verfügt über eine neue Funktion, das sogenannte ECO-Setting. Wenn die Maschine eine bestimmte Zeit nicht genutzt wird, wird die Stromzufuhr zu den Servomotoren automatisch unterbrochen. Auch ist die Geschwindigkeit für das Starten der Maschine einstellbar. Durch die Verlängerung der Startphase kann der Stromverbrauch reduziert werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, die Maschine innerhalb kürzester Zeit in einen arbeitsbereiten Zustand zu versetzen. Bei einer Betriebstemperatur unter 40 Grad werden die Lüfter für die Kühlung automatisch abgeschaltet. Der Stromverbrauch kann mittels Monitor jederzeit abgelesen werden. <<

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