Verbindungstechnik

Klaus Raiser GmbH: Ungleiche Werkstoffe fest zusammenfügen

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Herstellungskosten senken

Auch gegenüber anderen Fertigungsverfahren setzt sich das Reibschweissen durch: Kompliziert geformte Werkstücke entstehen üblicherweise mit hohem Aufwand durch Giessen oder Schmieden. Eine andere Bearbeitungsvariante ist das Zerspanen. Dabei wird aus einem Stück das jeweilige Werkstück zum Beispiel aus dem Vollen gedreht oder gefräst. Reibschweissen ermöglicht die konstruktive Zerlegung in einfache Wellenabschnitte, die später dann verschweisst werden. Das spart zum Beispiel bei der Herstellung von Läuferwellen für Kompressoren Bearbeitungsschritte, senkt die Herstellungskosten und bietet einen weiteren Vorteil – die Variantenvielfalt.

Verschiedene Materialien miteinander verschweissen

Ein besonderer Vorteil des Reibschweissens liegt in der Vielfalt der verschweissbaren Materialien: Da sich die Verbindung beim Reibschweissen nicht über die schmelzflüssige Phase bildet, ist das Fügen sehr unterschiedlicher Werkstoffe miteinander möglich. Breite Anwendung in nahezu allen Industriezweigen findet das Reibschweissen beim Fügen von ferritischem mit austenitischem Stahl oder auch beim Fügen von Stahl mit Gusswerkstoffen.

Dr. Elmar Raiser: «Noch interessanter als das Verbinden verschiedener Stahlwerkstoffe sind die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Nichteisenwerkstoffe untereinander bzw. mit Stahl. Aluminium-Stahl-Verbindungen für die Vakuumtechnik, Stahl-Kupfer-Verbindungen für Druckgusskolben und Aluminium-Kupfer-Verbindungen für die Elektroindustrie sind nur einige Beispiele. Die Liste der verschweissbaren Werkstoffe ist lang: Angefangen bei Aluminium über Blei, Hartmetall, Magnesium, Nickelbasislegierungen und Wolfram bis hin zu Zirkonoxid. Sogar Metall-Keramik-Verbindungen sind machbar. Viele der Werkstoffkombinationen haben sich bereits in der Praxis bewährt. Und die Möglichkeiten sind mit Sicherheit noch nicht ausgereizt.»

Um weitere Möglichkeiten des Verfahrens zu eröffnen und bestehende weiter zu verbessern, engagiert sich Raiser seit Jahren in der Forschung zum Beispiel im Linearreibschweissen. Mit der Stiftung des «raiser-Innovationspreises für Reibschweissen» zum 40-jährigen Bestehen fördert die Klaus Raiser GmbH innovative Ideen in diesem Bereich. Der Preis wurde 2011 zum ersten Mal auf der Fachtagung «Erfahrungsaustausch Reibschweissen» an der SLV München verliehen. <<

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