Automation und Antriebstechnik Kleinstantriebe übernehmen gefährliche Arbeit

Autor / Redakteur: Andreas Zeiff, Dipl. Chem. / Hermann Jörg

>> Um Bomben oder andere gefährliche Objekte aufspüren beziehungsweise entschärfen zu können, sind Experten gefragt. Sorgfältige Aufklärung im Vorfeld und anschliessend ein möglichst ungefährliches Handling sind dabei essentiell. Dabei können ferngesteuerte Kleinfahrzeuge wie das hier beschriebene MROV (Miniature Remotely Operated Vehicle) die Gefahr für den Menschen drastisch verringern. Präzise Kleinstmotoren übernehmen dabei anstelle menschlicher Muskeln die gefährliche Arbeit vor Ort.

Anbieter zum Thema

Der kompakte Kleinstantrieb lässt sich leicht in die Kinematik des Guardian integrieren.
Der kompakte Kleinstantrieb lässt sich leicht in die Kinematik des Guardian integrieren.
(Bild: AB Precision Ltd.)

Um den gestiegenen Gefahren beim Aufspüren und Entschärfen von Explosivkörpern Rechnung zu tragen, entwickelten die Experten der englischen Firma AB Precision (Poole) Ltd. die neueste Generation ihres Guardian MROV (Miniature Remotely Operated Vehicle). Das modular aufgebaute Kleinfahrzeug kann als Geräteträger je nach Anforderung mit Zusatzausrüstung ausgestattet werden. Es verfügt über eine universelle Einsatzfähigkeit in jedem Gelände und über eine kompakte Bauform, damit in engen Gängen manövriert werden kann, beispielsweise in Zügen, Flugzeugen oder U-Bahnen. Um möglichst viele verschiedene Funktionen inklusive eines kräftigen Geländeantriebs in einem kleinen Geräteträger unterbringen zu können, arbeiteten die englischen Experten mit den Kleinantriebsspezialisten des Herstellers Faulhaber zusammen. In der Grundausstattung des Guardian übernehmen nun 15 unterschiedliche Kleinstantriebe die exakte Umsetzung der Steuerbefehle.

Hohe Flexibilität dank modularem Aufbau

Ein Gerät der beschriebenen Art muss möglichst universell ausgelegt werden, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das trifft auch auf die Steuerung zu. Die Funkfernsteuerung des Guardian kann unter ungünstigen Bedingungen gestört werden oder die Funksignale lösen schlimmstenfalls einen Zündmechanismus aus. Daher kann das Spürvehikel zusätzlich über eine emissionsfreie Glasfaserleitung Bilder und Befehle senden und empfangen. Gesteuert wird alles von einem Kommandokoffer aus. Ein 17-Zoll-LCD-Bildschirm zeigt die Aufnahmen der Kameras, ein Touch-Screen bietet mit Soft-Buttons und einer 3D-Abbildung des Gefährts eine intuitive Steuerung auch der Zusatzmodule. Zwei Joystick-Controller für den Antrieb und den Manipulatorarm ergänzen die Steuerzentrale.

(ID:33377770)