18 Jahre OTS: Ostschweizer Technologie-Symposium wird volljährig

Kollaborierende Roboter im Fokus des OTS

| Autor / Redakteur: Matthias Böhm, Chefredaktor SMM / Böhm

250 Besucher besuchten das 18. Ostschweizer Technologiesymposium in den Olma-Messen in 
St. Gallen.
250 Besucher besuchten das 18. Ostschweizer Technologiesymposium in den Olma-Messen in 
St. Gallen. (Bild: SMM)

250 Besucher besuchten das 18. Ostschweizer Technologie-Symposium in den Olma-Messehallen in St. Gallen. Im Fokus standen Collaborative Roboting und Cyber Security. Das OTS ist eine Veranstaltung, die Akzente setzt und hervorragend organisiert ist. Der SMM ist seit dem 1. OTS Medienpartner.

Nichts weniger als Collaborative Roboting und Cyber Security waren die Themen des 18. Ostschweizer Technologiesymposiums in St. Gallen. Den Anfang machte Christian Gugenberger (Regionalverkaufsleiter und Leiter Life Science, Stäubli AG). Er fokussierte sich auf den Bereich der kollaborierenden Robotik. Ein Themenfeld, das zunehmend an Interesse gewinnt, aber auch hochgradig anspruchsvoll ist – gerade auch in Bezug auf die Sicherheitstechnik.

Sicherheit von kollaborierenden Robotern

Damit Verletzungen ausgeschlossen werden können, müssen bei offenen Roboterzellen sich annähernde Personen sicher erkannt werden. In einem ersten Schritt reduziert sich die Geschwindigkeit des Roboters, kommt die Person in die unmittelbare Nähe des Sicherheitsbereichs, bleibt der Roboter stehen.

Ch. Gugenberger zeigte anhand konkreter Beispiele, wie kollaborierende Roboter im Arbeitsumfeld eingesetzt werden können und auf welche Besonderheiten geachtet werden muss. Ein Beispiel war insofern bemerkenswert, als ein Arbeitsprozess durch Mitarbeiter und Roboter fliessend geteilt wurde. In den Pausen und während Abwesenheiten übernahm der Roboter die Arbeit des Mitarbeiters.

Stäubli bietet Roboter für alle Stufen der Kollaboration an, ohne dabei auf die geforderte Performance verzichten zu müssen. Doch Kollaboration endet nicht beim Roboter. Worauf müssen die Anwender einer solchen Applikation achten? Welche geometrischen Eigenschaften soll ein Greifer aufweisen, damit er den Richtlinien entspricht? Welchen Einfluss hat die Geschwindigkeit der Roboter auf die Sicherheit der Anlage?

Besonderes Augenmerk legte Ch. Gugenberger auf den Greifer, das Werkstück und die Geschwindigkeiten des Roboters. So sollten beispielsweise scharfe Kanten oder spitze Ecken am Greifer oder Werkstück vermieden werden. Dass aber trotz Einschränkungen dynamische und insbesondere ökonomische Lösungen möglich sind, zeigten die bereits realisierten Anwendungen bei renommierten Schweizer KMUs.

Nachfrage an kollaborierenden Roboter steigt

Collaborative Roboting wurde auch von Manuel Altmeyer (Geschäftsleiter Industrieautomation, Hochschule für Technik Rapperswil) thematisiert. Wichtige Ziele der kollaborativen Robotik sind, Wiederholgenauigkeit und Ausdauer von Robotern mit den individuellen Fertigkeiten von Menschen zu kombinieren. Darüber hinaus müssen sie sicher, wirtschaftlich, flexibel und einfach in der Anwendung sein. Nicht zuletzt aufgrund des schnellen Anstiegs der Produktevielfalt und der hierfür notwendigen flexiblen Produktionsprozesse resultiert eine grosse Nachfrage nach hybriden Produktionsmodellen, in denen Roboter und Menschen flexibel zusammenarbeiten können.

Smart Factory: Audis Autofabrik der Zukunft

Automobilfertigung ohne Fliessband

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05.11.18 - Hat die Fliessbandfertigung in der Automobilbranche schon bald ausgedient? Zumindest wenn es nach Audi und deren Vorstellung einer intelligenten Fabrik der Zukunft geht, dürfte sie nur noch eine Nebenrolle spielen. Dominiert wird die «Smart Factory 2035» von Fertigungsinseln, welche flexibel und intelligent agieren und so jeden individuellen Wunsch des Käufers realisieren können. lesen

Kollaborative Zusammenarbeit

Dr. Bernd Reimann (Innovationsmanager, Hexagon Technology Center) ging in seinem Vortrag auf die digitale Transformation in den Bereichen der Mess-, Steuer- und Fernerkundungstechnologie ein. Moderne vernetzte Datensysteme werden die Interaktionen – beginnend bei Messtechnik bis hin zu den Produktionsmitteln und zur Logistik – zunehmend optimieren. Sodass letzten Endes eine vollständige digitale Abbildung und Kontrolle inklusive Optimierung produktiver Prozesse realisiert werden kann.

Die digitale Transformation ermöglicht autonome, vernetzte Ökosysteme, in denen physisch messbare und digitale Welt nahtlos konvergieren. In der industriellen Messtechnik und im Vermessungswesen ist hier die Firma Hexagon ein global führender Anbieter digitaler Lösungen.

Robotik in der Automatisierung

Dossier Robotik Ausgabe 2018

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Die Robotik hält zunehmend Einzug in die automatisierte Montage. Grund genug für die konstruktionspraxis, die spannendsten Artikel der letzten Monate rund um die Robotik in einem Dossier zusammenzufassen. weiter...

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In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung ist es häufig schwer, am Puls der Zeit zu bleiben. Lesen Sie jetzt, welche weiteren 7 Trends dieses Jahr im Fokus der Industrie stehen. weiter...

Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung

Der Vortrag von Dr. B. Reimann beleuchtete einige reale Beispiele aus der Industrie, wie etwa Zustands­überwachung und vorausschauende Wartung von Systemen sowie kollaborative Zusammenarbeit von Messgeräten und Produktionsanlagen ermöglicht werden können.

Als Teil des Innovation Hub entwickelt das He­xagon Technology Center in Heerbrugg die hierfür benötigten Schlüsseltechnologien wie digitale Plattformen, künstliche Intelligenz und Mensch-Maschinen-Schnittstellen. In einem modularen Framework ermöglicht «Hexagon Xalt» das Zusammenspiel dieser Technologien und somit innovative Produkte, die auf der Vernetzung von Geräten und Systemen sowie dem Aufbereiten von Daten und Nutzbarmachen von Informationen basieren. Abschliessend wurden für die Fabrik der Zukunft verschiedene Anwendungsfelder von maschinellem Lernen skizziert, die sich über den gesamten Wertschöpfungsprozess erstrecken.

IoT-Security – ein Ding der Unmöglichkeit?

Laut René Pawlitzek (NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs) muss im Zusammenhang der stetig fortschreitenden Digitalisierung dem Datenschutz oberste Priorität eingeräumt werden. In Zukunft wird alles vernetzt: erstens, weil es billig ist, und zweitens, weil es Effizienz bringen kann. Entscheidend ist: Informationen dürfen unberechtigten Personen nicht zur Verfügung gestellt und dürfen auch nicht unberechtigt geändert werden.

Die vierte industrielle Revolution, gemeinhin als Industrie 4.0 bekannt, ist geprägt von der umfassenden Vernetzung von Geräten aller Art. Sie folgt der Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung. Die technologische Grundlage für Industrie 4.0 bildet das Internet der Dinge, eine Welt voller intelligenter Geräte, ausgerüstet mit Aktoren und Sensoren, global vernetzt, um Information ohne menschliches Dazutun untereinander auszutauschen.

IOT 2020: 50 Milliarden Geräte werden vernetzt sein

50 Milliarden solcher Geräte soll das Internet der Dinge (IoT) im Jahre 2020 umfassen. Fest steht bereits heute, dass diese intelligenten Geräte uns Menschen nachhaltig beeinflussen werden. Intelligente Geräte steuern bereits heute in grossem Umfang lebenswichtige Bereiche in unserer Umgebung, beispielsweise die Strom- und Wasserversorgung, Transport und Verkehr, die Produktion von Lebensmitteln, etc. Die Sicherheit dieser Systeme ist daher von enormer Wichtigkeit. Im Vortrag von Prof. René Pawlitzek wurde der Begriff Computer Security definiert. Anschliessend wurde erläutert, warum Security im Internet der Dinge so kritisch ist und wie man Security in IoT-Systemen anhand von Best Practice umsetzt.

Produktionen vernetzen und optimieren

Carl-Henrik Sjölund kommt aus der spanenden Fertigung, speziell dem Werkzeug-Bereich bei Seco Tools. Vor zwei Jahren wurde das Beratungsunternehmen Seco Consulting Services gegründet mit dem Ziel, Produktionen und Prozesse zu optimieren und zu vernetzen. Heute ist es machbar, per QR-Code oder Balluff-Sensoren die Werkzeuge und deren Daten direkt mit übergeordneten Software-Systemen zu verknüpfen.

Die grossen Herausforderungen für produzierende Unternehmen sind die Reduktionen der Losgrössen. Reduzierte Losgrössen bedeutet in der Regel aber auch eine Erhöhung der Auftragszahlen und Erhöhung der Variabilität der Aufträge als solche, wie wechselnde Werkstoffe, unterschiedliche Bauteilgeometrien und -grössen usw. Die Prozesse werden komplexer. Mit einer modernen und vernetzten Produktion, die die komplette Prozesskette vom Rohmaterial über Werkzeugmanagement bis hin zur Personalplanung integriert, sind massive Zeit- und Kosteneinsparungen machbar, und das bei qualitativ hochwertigerem Output. Die Digitalisierung – richtig angewendet – kann die grössere Fertigungskomplexität beherrschbar machen.

Fachbuch „Industrieroboter“Der neue Leitfaden „Industrieroboter" unterstützt KMU schrittweise bei der Einführung von Robotersystemen – von der Konzeption und Planung bis hin zur Integration. Dabei werden nicht nur die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik erläutert, sondern auch praktische Methoden vorgestellt, anhand derer bewertet werden kann, ob sich Produkte oder Prozesse durch den Einsatz von Robotern automatisieren lassen. Das Fachbuch „Industrieroboter“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

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