Neuorientierung Komfortzone verlassen, Neuland betreten

Autor / Redakteur: Pascal von Gunten / Anne Richter

Menschen lieben ihre Komfortzone, sei es im Privaten oder im Beruf. Wie jedoch die aktuelle Entwicklung in der Wirtschaft zeigt, sind viele gezwungen, ihre Komfortzone zu verlassen und Neuland zu betreten. Diese Neuorientierung kann mit Rückschlägen und Ängsten verbunden sein. Was kann man hier tun?

Es ist schwer, neue Ziele zu erreichen ohne die Komfortzone zu verlassen.
Es ist schwer, neue Ziele zu erreichen ohne die Komfortzone zu verlassen.
(Bild: ©cstirit - stock.adobe.com)

Der Begriff der Komfortzone hat sich erst in jüngerer Zeit etabliert. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Die Komfortzone ist der Bereich des Lebens, in dem sich Menschen wohl, sicher und vertraut fühlen und Dinge tun können, die sie kennen und mögen. Viele Menschen haben sich auch im Arbeitsleben ihre Komfortzone eingerichtet. Sie erledigen die Aufgaben mit Routine, manchmal auch mit ein wenig Langeweile. Sie mögen den einen Kollegen, den anderen nicht so sehr. Sie könnten mehr verdienen, aber es ist ganz okay. Und eigentlich könnte es bis zur Rente so weitergehen. Doch der Arbeitsmarkt hat sich massiv verändert. Viele Menschen müssen sich neu orientieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Komfortzone zu verlassen und nach neuen Wegen zu suchen.

Arbeitswelt – früher und heute

Betrachtet man die letzten 30 Jahre, kann man feststellen, dass sich der Arbeitsmarkt ganz rapide verändert hat. Dies ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen: die Globalisierung und die Digitalisierung. Das Internet hat mittlerweile in allen Lebensbereichen Einzug gehalten und die Welt sehr stark geprägt. Ganze Branchen sind weggebrochen, neue sind entstanden. Zudem hat sich die Art und Weise, wie gearbeitet wird, komplett verändert. In vielen Bereichen sind neue Strukturen entstanden. Und viele von den Unternehmen, die sich diesen neuen Strukturen nicht angepasst haben, sind vom Markt verschwunden oder haben massive Probleme. Weiter gibt es immer mehr Menschen, die nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fahren, sondern ihr Büro in der heimischen Wohnung unterhalten. Und es gibt Unternehmen, die ihre Arbeitsplätze in das immer beliebter werdende Home­office auslagern. In der Konsequenz der Veränderungen kann man feststellen, dass die heutige Generation mobiler und flexibler ist als noch vor 30 Jahren.

Neuland betreten und aus Fehlern lernen

Wer heute im Berufsleben steht, kann nicht mehr davon ausgehen, in ein und demselben Betrieb sein gesamtes Arbeitsleben zu verbringen. Die Veränderungen sind in allen Branchen so rasant, dass der Druck auf die Mitarbeiter steigt, immer mithalten zu müssen. Somit ist es gut und wichtig, sich aus der Komfortzone zu verabschieden. Es gilt, Entwicklungen im Blickfeld zu haben und sich neu zu orientieren. Durch die neuen Vorgaben im Arbeitsleben verändern sich die Menschen und passen sich an. Sie betreten Neuland und erleiden Rückschläge. Doch man kann aus jedem Rückschlag lernen und Erfahrung gewinnen. Die Frage ist immer, wie mit Fehlern umgegangen wird. Wichtig ist, einen Fehler zu erkennen und sich einzugestehen. Nur so gibt es die Chance, die Ursache zu erkennen und an dem Fehler zu arbeiten.

Das Gleiche gilt für Rückschläge. Sie können, ebenso wie Fehler, Auslöser von Angst und Unsicherheit sein. Sie schmerzen und demotivieren. Auch kommt es darauf an, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Entscheidend ist, keine Angst aufkommen zu lassen. Angst ist ein schlechter Begleiter. Man hat die Wahl: entweder sich der Angst zu stellen oder sich von ihr besiegen zu lassen. Entscheidet man sich für die erste Möglichkeit, kann man nach einem Rückschlag schnell wieder positiv auf sein Leben blicken und vorwärts denken.

Was hilft?

  • Fehler machen, verbessern und künftig vermeiden: Fehler sind ganz normal. Sie passieren jedem. Wichtig ist, die Ursache zu suchen und aus den Fehlern zu lernen.
  • Rückschläge hinnehmen und wieder aufstehen: Rückschläge sind demotivierend und können die Selbstsicherheit nehmen. Doch auch hier gilt: Man kann daraus lernen, indem man versucht, die Ursachen zu ergründen. Auch Hilfe von Freunden oder Kollegen kann weiterhelfen. Die Ursachenforschung ist die wichtigste Grundlage, um künftige Rückschläge einfacher zu verkraften.
  • Durchhaltewillen und Selbstdisziplin aufbauen: Aufgeben zählt nicht. Auch wenn es ein wenig länger dauert: Wichtig ist, durchzuhalten und Arbeit und Aufgaben zu Ende zu bringen. 
  • Risikobereitschaft erhöhen: Ganz ohne Risiko geht es nicht. Man muss etwas wagen. Auch wenn es am Anfang nicht so gut klappt: Man kann nur gewinnen.
  • Mentale Stärke: Mentale Stärke ist erforderlich, wenn man etwas bewegen will. Nicht jedem ist sie angeboren. Aber man kann sie trainieren und ausbauen.
  • Komfortzone – wir schaffen uns eine neue: Es gilt, sich einen neuen Wohlfühlbereich zu schaffen.

Wichtig ist, sich auf die neuen Anforderungen einzulassen und tief in das neue Arbeitsleben einzutauchen. Die Arbeit vor 30 Jahren mit dem immer gleichen Trott hatte auch etwas Eintöniges, Einseitiges. Die Möglichkeiten, die man heute hat, sind vielseitiger und bunter. Man sollte sie für sich nutzen und Angst und Rückschlägen keine Chance geben Das Leben ist vielseitig wie selten zuvor. Wenn man es für sich annehmen kann, dann kann man auch seine Komfortzone permanent neu- und weiterentwickeln. SMM

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