Kommunikationstool für die Entwicklung
>> Seit der Gründung im Jahre 1849 gehören Kundennähe, Ideenreichtum, technisches Know-how und ein hohes Qualitätsbewusstsein zu den Eckpfeilern des Erfolgs der Egro Coffee Systems AG mit Sitz in Niederrohrdorf AG. Für das neue Modell Egro One wurden die Grafiken für das Ersatzteilwesen und die Produktion mit dem 3DVIA Composer von Solidworks erstellt.
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«Zu einer Kaffeemaschine gehören neben dem Gerät selbst auch Zubehör wie Zahlsysteme, Tassenwärmer oder Kühlschränke. Eine komplette Gerätekombination enthält damit zirka 1500 Teile, die in Hunderte von Baugruppen untergliedert sind», erklärt Christian Schmid, ICT Manager bei Egro. «Die Konstruktion dieser Module startet von einer Plattform aus und setzt dann verstärkt auf die Variantenkonstruktion im Baukastenprinzip. Neben der reinen Funktionalität einer Kaffeemaschine legen wir auch sehr viel Wert auf die ergonomische Gestaltung aller Bauteile, die mit dem Kunden in Berührung kommen, wie etwa dem Dampfhahn. Das Design erfordert viel Arbeit und wird beispielsweise durch die Freiformflächenfunktionen in den 3D-CAD-Systemen unterstützt.»
Erst kürzlich wurde das neueste Produkt, die Egro One, beim 23. Annual-Excellence-Design-Wettbewerb der Zeitschrift «Appliance Design» prämiert. Bewertet wurde im Rahmen des EID Award neben der Leistung, Technik und Steuerfunktion auch die Ergonomie des Gerätes.
Funktionsvielfalt und Bedienkomfort überzeugten
Die Egro One wurde in den letzten zwei Jahren entwickelt. Dabei kam erstmals auch die Kommunikationssoftware 3DVIA Composer zum Einsatz. «Zuerst haben wir ein Konkurrenzprodukt evaluiert, das sich als einziges seiner Art positionierte. Als wir uns mehr mit den Möglichkeiten einer solchen Software beschäftigten, stiessen wir auf 3DVIA Composer und liessen uns anhand einer Demonstration die Lösung im Detail zeigen», so Christian Schmid. Die Entscheidung fiel schnell: Neben der Funktionsvielfalt und dem Bedienkomfort überzeugten auch der Support und Wartungsvertrag, den der Solidworks-Fachhändler Solid Solutions bot. Ein weiterer wichtiger Vorteil war die Schnittstellenvielfalt der Software. Da bei Egro mit verschiedenen CAD-Systemen gearbeitet wird, mussten die nahtlose Anbindung sowie der einfache Datentransfer zwischen den Softwarelösungen gewährleistet sein.
«Auf Basis der Solidworks CAD Software haben wir die Renderings einer kompletten Kaffeemaschine erstellt, die wiederum als Basis für die 3DVIA-Composer-Grafiken dienten», erklärt Christian Schmid die Vorgehensweise. «Die Mitarbeiter im Customer Support definierten im nächsten Schritt, welche Bauteile der Kaffeemaschine letztlich als Ersatzteil deklariert werden und wie die einzelnen Gruppierungen aussehen sollen. Anschliessend haben sie die nicht massstabsgetreuen Visualisierungen in 3DVIA generiert.» Einen grossen Vorteil sieht Christian Schmid in der Bedienung von 3DVIA Composer, da ein Mitarbeiter zwar die Funktionsweise einer 3D-Software verstehen sollte, beispielsweise die verschiedenen Modellierungsebenen, aber letztlich keine CAD-Anwendungskenntnisse mitbringen muss.
Grafiken für Ersatzteilkatalog
Die vom Customer Support erstellten Grafiken und Bilder werden heute auch als Vorstufe des Ersatzteilkataloges verwendet, der mit der Katalogsoftware Docware publiziert wird. Durch die Integration des Viewers könnte das 3DVIA-Format sogar unmittelbar in die Katalogsoftware übernommen, im Ersatzteilkatalog angezeigt und interaktiv genutzt werden. Christian Schmid: «Man muss nur das animierte Bild anklicken und erhält alle Informationen zu einem Kaffeemaschinenmodell. Für den Ersatzteilkatalog stellen wir mit 3DVIA nummerierte Explosionsdarstellungen bereit, die im SVG-Format ausgegeben und anschliessend mit Bestellnummern versehen werden können. Das Verlinken mit der Nummerierung in 3DVIA übernimmt dann wieder die Katalogsoftware. Einfacher geht es nicht.»
Bei den im Ersatzteilkatalog genutzten Visualisierungen handelt es sich um reduzierte Zeichnungen der ursprünglichen 3D-Modelle, unter anderem zur Wahrung des geistigen Eigentums der Konstruktionsabteilung. So sind bis heute gut 200 Ersatzteildarstellungen entstanden. Das Handling der Datenmengen spielt laut Christian Schmid keine Rolle, da sich die Grafiken mit 3DVIA durch Filter reduzieren und in ein kompaktes Datenpaket komprimieren lassen.
Kommunikationswerkzeug für die Arbeitsvorbereitung …
Die mit dem 3DVIA Player erstellten animierten Grafiken wurden im Rahmen der Entwicklung der Egro One erstmals auch in der Arbeitsvorbereitung bei Egro eingesetzt. Die Mitarbeiter konnten genau nachvollziehen, wie Teile verbaut werden und welche Änderungen es zu Vorgängerversionen gab. Die Player-Versionen werden intern auf einem Laufwerk bereitgestellt, auf die neben den Mitarbeitern der Arbeitsvorbereitung auch die Mitarbeiter der Qualitätskontrolle sowie der Produktionsplanung zugreifen können. Sie erhalten über die Player-Versionen alle Daten, einschliesslich der Stücklisten. Werden Änderungen an einem 3D-Modell vorgenommen, so werden die 3DVIA-Visualisierungen nicht automatisch angepasst. Dies wird bei Egro nach wie vor manuell durchgeführt. «In die existierende 3DVIA-Struktur wird einfach die veränderte 3DVIA-Struktur nachgeladen», sagt Christian Schmid. «Hier bietet die Software einen Mechanismus, der prüft, ob es sich um das gleiche oder ein neues Bauteil handelt. Das bedeutet, es wird auf der Stufe von 3DVIA entschieden, wie das Teil weiter bearbeitet und mit Änderungen umgegangen wird. Diese Informationen lassen sich über den Player ein- und ausblenden.»
In der 3DVIA-Player-Darstellung lässt sich auch stufenweise entscheiden, welche Informationen freigegeben werden, wie etwa die genauen Abmessungen eines Bauteils. Egro nutzt hier unter anderem die Möglichkeit, ein Ablaufdatum für ein Modell festzulegen. Da über die Player-Versionen schon der Prototyp einer Kaffeemaschine zur Verfügung steht, über den sich die Produktion schon vorab ein Bild über die Struktur und die Baugruppen machen kann, muss definiert werden, wann dieser nicht mehr gültig ist und das finale Modell bereitsteht. Damit ist sichergestellt, dass alle am Projekt Beteiligten die aktuelle Modellversion nutzen.
... und für die Verkaufsunterstützung
Künftig plant Egro, die 3DVIA-Composer-Lösung auch zur Verkaufsunterstützung einzusetzen. Dabei sollen dem Vertrieb Basismodelle in die Hand gegeben werden, die über das Ein- und Ausblenden von Bauteilen den Kunden mögliche Varianten der Kaffeemaschinen demonstrieren. «Der Funktionsumfang von 3DVIA Composer ist enorm. Die Software bietet immer eine Lösung», so Christian Schmid. «Einzig die Einbindung von Bildern und Grafiken könnte noch besser gestaltet werden, damit mehr Abteilungen die Vorteile nutzen können. Dennoch sind wir von diesem Kommunikationswerkzeug begeistert, auch weil wir in Solid Solutions einen kompetenten Partner gefunden haben, der uns gut berät und im Falle von Fragen immer ansprechbar ist.» <<
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