Marktchancen Schweiz – Deutsche Perspektive

Kooperationen mit der Schweiz bleiben interessant

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Was hat sich mit der Freigabe des Franken-Wechselkurses geändert?

Im Zuge der Freigabe des Franken-Wechselkurses haben wir einen Punkt erreicht, an dem das nicht mehr so funktioniert. Schweizer Unternehmen mussten eine Verteuerung von 15 % innerhalb von kürzester Zeit kompensieren. Wenn dann Importware in die Schweiz nicht freigegeben wird und zusätzlich der Premiumpreis erzielt werden soll, schwächt das mittelfristige auch die Nachfrage nach deutschen Produkten. Das sieht man zum Beispiel beim Einkauf von Hydraulikkomponenten: Eine deutsche Firma hat Exklusivverträge mit einem Schweizer Handelsunternehmen. Das führt zu hohen Preisen in der Schweiz. Ein Schweizer Hersteller verbaut die Komponenten und exportiert die Endprodukte wieder. Den Zuschlag im Einkauf können wir uns im Zuge eines starken Franken nicht mehr leisten und die Unternehmen umgehen die normalen Handlungswege, weil diese zu hohe Preise verlangen.

Wofür stehen Sie ein in dieser angespannten Situation?

Mir ist wichtig festzuhalten: Der Eindruck täuscht, dass die Schweiz nicht mehr fähig ist zu international vernünftigen Konditionen Produkte anzubieten. Wir kämpfen dafür, dass wir marktfähige und kompatible Preise und Leistungen anbieten können.

Was erwarten Sie in diesem Zuge von den deutschen MEM-Unternehmen?

Es ist falsch, von vornherein davon auszugehen, dass Schweizer Produkte zu teuer sind. Wir sind sehr eng mit der gut laufenden deutschen Wirtschaft verbunden und in den Kunden-Lieferanten-Beziehungen gibt es genügend Aufträge. Bei denen muss sehr wohl sichergestellt werden, dass die Preise kompatibel bleiben. Versuchen Sie uns zu denselben Konditionen zu bedienen, wie die Abnehmer in anderen Ländern, weil Sie damit diesen Markt längerfristig absichern. Vergessen Sie das Swiss-Premium in der Schweiz, wenn Sie das weitertreiben, würgen Sie die Industrie in der Schweiz als verlässlichen Handelspartner ab.

Wenn Sie aus der Sicht der deutschen Maschinenbauer argumentieren: Was können sie von engen Kooperationen mit der Schweizer MEM-Industrie erwarten?

Es gibt viele kleine schweizerische Unternehmen, die Ihren hohen Qualitätsanforderungen gerecht werden. Deswegen möchte ich den deutschen Firmen Mut machen: Wenn Sie anspruchsvolle Aufgaben haben, denken Sie daran, in der Schweiz gibt es vielleicht Leute die Lösungen haben. Das kann ich aus eigener Erfahrung im Vertrieb eines deutschen Maschinenbauers bestätigen.

Das Interview erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

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