Marktchancen Schweiz – Deutsche Perspektive

Kooperationen mit der Schweiz bleiben interessant

| Redakteur: Stéphane Itasse

Welche Perspektiven haben Schweizer Unternehmen in der aktuellen Situation und was bedeutet es für die Kooperation mit deutschen Partnern?
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Welche Perspektiven haben Schweizer Unternehmen in der aktuellen Situation und was bedeutet es für die Kooperation mit deutschen Partnern? (Bild: Swissmechanic)

Swissmechanic-Direktor Oliver Müller spricht im Interview mit Heinrich Morgenroth von der Atheneum Partners GmbH in Berlin, über die aktuelle Situation der KMU in der MEM-Branche. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Beziehung zu Deutschland gelegt.

Das Interview führte Heinrich Morgenroth, Business Development Associate bei der Ahteneum Partners GmbH in 10119 Berlin, heinrich.morgenroth@atheneum-partners.com.

Wie sehen Sie die Verflechtung der Schweizer und deutschen MEM-Industrie?

Grundsätzlich lässt sich eine tiefe, historische Verbundenheit beider Industrien feststellen. Als Verband unterstützen wir zum einen die Exportorientierung unserer Mitglieder. Diese kleinen bis mittleren Unternehmen exportieren rund 80 % ihrer Leistungen in den EU-Raum, mit Abstand am meisten nach Deutschland. Auf der anderen Seite stehen die Wirtschaftsgüter, die von deutschen und anderen europäischen Unternehmen in die Schweiz importiert werden. Hier sind die Verflechtungen mit deutschen Unternehmen sehr stark, auch weil der Hauptteil der MEM-Industrie im deutschen Sprachraum liegt. Mit seiner Lage mitten in Europa hat die Schweiz natürlich eine spezielle Stellung inne, auch die KMU sind auf den internationalen Märkten starke Partner.

Welche Produkte werden für die Schweizer Fertigungsindustrie eingeführt?

Das sind vor allem Grundmaterialien unserer Industrieproduktion, das reicht von Stahl bis hin zu Halberzeugnissen. Die Schweiz gilt als ein eher rohstoffarmes Land. Daneben sind Unternehmen der direkten Nachbarstaaten Teil der Produktionskette, mit denen als Zulieferer sehr eng zusammengearbeitet wird. So schicken wir bei der Herstellung von Teilen für Kunststoffverarbeitungsmaschinen halbfertige Produkte zur Wärmebehandlung ins Ruhrgebiet, um sie dann in der Schweiz fertigzustellen. Weiterhin werden von deutschen Unternehmen Komponenten aus der Massenproduktion stark nachgefragt, wie Motoren, Getriebe und Steuerungseinrichtungen.

Worauf legt der Einkäufer eines Schweizer KMUs üblicherweise besonderen Wert?

Die sind von der gleichen Motivation getrieben wie die deutschen Einkäufer. Sicher spielen Qualität, Liefertreue, Flexibilität eine Rolle. Da die Schweiz ein teures Land in der Herstellung ist, liegt der Fokus zum grossen Teil auf qualitativ äusserst hochwertigen Teilkomponenten. Der Preis wird dann zum entscheidenden Faktor, wenn die Funktionalität bei austauschbaren Komponenten nicht massgeblich für das Gesamtprodukt ist. Demnach gibt es keine spezifischen schweizerischen Eigenheiten im Einkauf. Wir spielen da in einer sehr ähnlichen Liga.

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