Antriebstechnik Kugelgewindetrieb als Herausforderung

Redakteur: Hermann Jörg

>> Miniaturisierung ist heute ein Schlagwort schlechthin. Danach richtet sich bald jeder Hersteller von Komponenten; besonders von mechanischen. So auch die Eichenberger Gewinde AG mit ihren bekannten Kugelgewindetrieben (KGT). Gleichwohl sah sich das Unternehmen vor die Aufgabe gestellt, auf ausdrücklichen Kundenwunsch sein Produktprogramm um einen grösseren, ausserhalb des bisherigen Fertigungsprogramms liegenden Kugelgewindetrieb zu erweitern.

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Die gerollte Gewindespindel mit Mutter (ø 40 x 40) vor der Montage. (Bild: Eichenberger)
Die gerollte Gewindespindel mit Mutter (ø 40 x 40) vor der Montage. (Bild: Eichenberger)

joe. Ein Kunde von Eichenberger hat seine Reihe von Lineareinheiten – ebenfalls auf Kundenanforderung hin – erweitert. Da die Lasten, die es zu verschieben gilt, sich neu im Tonnenbereich bewegen, wurden entsprechende Abmessungen erforderlich. Die Komponenten stellten dabei kein Problem dar, selbst für eine Kugelgewindespindel mit dem erforderlichen Durchmesser von 40 mm gibt es genügend Hersteller. Die Fertigung einer derartigen Spindel ist Stand der Technik; ebenso das zu bearbeitende Material. Selbst die Entwickler von Eichenberger sahen bei dieser Spindel keine technischen Probleme, und doch war man zunächst alles andere als euphorisch.

Unternehmensphilosophie versus Kundenwunsch

Seit Jahren verfolgt das Unternehmen Eichenberger die Philosophie der Miniaturisierung. Das heisst generell kleiner, kompakter und filigraner, so wie es der Markt seit Langem fordert. Ein so grosser Kugelgewindetrieb wie der nachgefragte mit 40 mm Durchmesser war im Sortiment nicht vorgesehen; zudem gibt es hier genügend andere Anbieter. Was ist zu tun, wenn der Kunde dies trotzdem verlangt? Er liess keinen Zweifel offen, dass er auch diesen grösseren KGT – nebst all den von ihm bereits eingesetzten Spindeln – aus der gleichen Hand haben wollte. Damit begannen die Herausforderungen für Eichenberger.

Zunächst musste die Geschäftsleitung über die Bücher und entscheiden, ob sie jetzt die über Jahre hinweg erfolgreich verfolgte Maxime der Miniaturisierung aufweichen und sich in ein Gebiet begeben soll, das auch andere abdecken. Letztlich galt es, die bewährte Unternehmensphilosophie gegen den Kundenwunsch abzuwägen. Die Geschäftsleitung entschied: Der Kundenwunsch kommt vor der Geschäftsidee, wohlwissend, dass einige Unbekannte darin steckten.

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