Der Schweizer Metallhändler Brütsch/Rüegger Metals AG ersetzte ein teilweise automatisch arbeitendes Wabenlager durch vollständig automatisierte Langgutlager von Kasto, ergänzt mit zwei adaptierten Bandsägen des gleichen Herstellers.
Kürzere Durchlaufzeiten: Halbzeuge gelangen aus den Lagern direkt zu zwei automatisierten Sägen zum Ablängen.
(Bild: Kasto)
Mehr als 8000 Produkte und 5500 t Lagermaterial umfasst das Portfolio der Brütsch/Rüegger Metals AG in Regensdorf. Der Vollsortimenter für Metallprodukte ist seit seiner Gründung im Jahr 1877 kontinuierlich gewachsen. Derzeit zählt er mit 30 Mitarbeitenden zu den führenden Anbietern für Rohre, Stangen und Profile in der Schweiz. Doch mit dem Wachstum kamen neue Herausforderungen. Das nur teilweise automatisierte Wabenlager aus den 1980er-Jahren in Halle 5 stiess immer häufiger an seine Grenzen. Neben der schlechten Raumausnutzung beeinträchtigten ein hoher Suchaufwand und Sicherheitsrisiken durch manuell gesteuerte Bedienung die Abläufe.
Manuell inzwischen unwirtschaftlich
Der manuelle Rüstprozess mittels Schienenkran wurde zunehmend zum Flaschenhals, die Effizienzanforderungen liessen sich nicht länger erfüllen. «Kontinuierliche Sortimentserweiterungen und die Übernahme der Walter Looser AG, dem führenden Schweizer Anbieter von Halb- und Fertigfabrikaten aus Bronze, führten dazu, dass wir uns nach einem leistungsstarken Nachfolgelösung umsahen», erklärt Patrick Epp, Geschäftsführer bei Brütsch/Rüegger Metals AG und ergänzt: «Die Lagermenge nahm stetig zu und unsere Lagerkapazitäten waren ab einem gewissen Zeitpunkt ausgereizt.» Die Hallen zu erweitern, war aufgrund der vorhandenen Infrastruktur nicht möglich. Damit blieb nur die Verdichtung. Das Unternehmen startete das «Projekt Core». Es galt, die Kapazitäten zu erhöhen, die Lagerhaltung auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen und Prozesse deutlich effizienter zu gestalten.
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Komplett aus einer Hand
Die Anforderungen des Metallspezialisten waren komplex. Das neue System musste eine doppelt so hohe Lagerkapazität bieten, in die 26 m breite Halle 5 passen und sowohl 6 m und 12 m lange Halbzeuge – Stangen, Rohre, Profile – lagern können. Es sollte zuverlässig arbeiten und sich einfach bedienen lassen. Auf der Wunschliste stand zudem die Möglichkeit, sieben verschiedene Ein- und Ausgabestationen zu realisieren, um das Material zeitgleich einzulagern und mit mehreren Sägen zu bearbeiten. Eine besondere Herausforderung war die notwendige Kapazität – denn neben der Fläche war auch die Höhe begrenzt, da auf dem Hallendach eine Photovoltaik-Anlage für grünen Strom sorgt.
Zum Planen und Projektieren berichtet Patrick Epp: «Wir haben intensiv am Markt recherchiert. Von Kasto nutzen wir bereits seit 2018 die Bandsäge ‹Kastowin A 3.3›, mit der wir sehr zufrieden sind.» Der Hochleistungs-Bandsägeautomat für Serienschnitte arbeitet schnell und zuverlässig. Automatikfunktionen, kurze Nebenzeiten und umfangreiche Überwachungssysteme sorgen für hohe Effizienz, Sicherheit und werkzeugschonendes Arbeiten – vom Einzelschnitt bis zur Grossserie. «Dies war einer der Hauptgründe dafür, warum wir uns dann im Jahr 2022 persönlich auf der Messe Logimat in Stuttgart mit Kasto über Ideen für das geplante Lager austauschten.»
Der Spezialist für Säge- und Lagerlösungen bietet mit den beiden Systemen «Unitop» und «Unitower» genau das, was Brütsch/Rüegger Metals AG suchte. «Ein klarer Vorteil von Kasto gegenüber dem Wettbewerb ist, dass wir beide Lager aus einer Hand erhalten», betont Patrick Epp. «Alle anderen Anbieter konnten nur das eine oder das andere liefern.» Diese Systemkompetenz ist kein Zufall. Kasto ist weltweiter Markt- und Technologieführer für Metallsägemaschinen, Langgut- und Blechlagersysteme sowie Materialhandling. Das Unternehmen aus Achern versteht sich nicht nur als Maschinenbauer, sondern als Lösungsanbieter für die gesamte Prozesskette – vom Einlagern über den Transport bis zur Anarbeitung.
Individuell konzipiert
Die nunmehr installierte Anlage besteht aus einem Überfahrlager «Unitop» für 6 m lange Stangen und aus einem Turmlagersystem «Unitower» für 12 m lange Halbzeuge, ergänzt mit zwei Sägezentren der Baureihe «Kastowin». Diese Konstellation ermöglicht es Brütsch/Rüegger, das Langgut in einer Halle platzsparend zu speichern und zu bearbeiten. Beim Überfahrlager bewegt sich ein Regalbediengerät über die in Kassetten abgelegten Metalle und lagert sie schnell ein und aus. Um die geforderte Kapazität trotz vorgegebener Hallenhöhe zu erreichen, wurden beide Lager 4 m tief in den Boden eingebaut.
Das Überfahrlager nutzt den verfügbaren Raum optimal und sorgt dank Rechnersteuerung für Transparenz bei den Beständen. Das System übergibt Langgut in kurzen Zyklen zuverlässig an die drei doppelten Ausgabestationen und fügt sich so nahtlos in den Materialfluss ein. Mit automatischer Stabvereinzelung und Anbindung an die Sägen nutzt die Brütsch/Rüegger Metals AG so ein flexibles Fertigungssystem, das weitgehend ohne Personal auskommt. Im Turmlager lagert der Metallspezialist spezielle Produkte ein. Das betrifft beispielsweise 12 m lange Zylinderrohre für die Hydraulikindustrie. Das Turmlager vereinfacht den Materialfluss und spart durch seine kompakte Bauweise zudem viel Platz. Pro Kassette kann es bis 5 t schwere Halbzeuge aufnehmen und bereitstellen.
Integriertes Gesamtsystem
Der Umbau erfolgte Schritt für Schritt. Zunächst entfernten die Monteure die rechte Hälfte des alten Wabenlagers und das Regalbediengerät (RBG), um Platz für den Neubau zu schaffen. Die Waren lagerte die Brütsch/Rüegger Metals AG während dieser Zeit provisorisch in anderen Hallen. Der linke Teil blieb zunächst stehen und wurde von den Beschäftigten manuell bedient. Eine 4 m tiefe Grube entstand, in die der Sägen- und Lagerhersteller die beiden Lagersysteme installierte. Als nächstes folgte die stirnseitige Einlagerstation «Kastoflow align» am Überfahrlager, dank derer die Brütsch/Rüegger Metals AG das Langgut von den Provisorien und der noch stehenden alten Lagerhälfte effizient in das neue Turmlager überführen konnte. Letztlich demontierten die Fachkräfte die verbliebene Hälfte komplett und errichteten auf der nun freien Fläche drei doppelte Auslagerstationen, die vier Sägezentren automatisch mit Nachschub versorgen. «Es war eine Herausforderung, Umbau und Tagesgeschäft unter einen Hut zu bekommen», blickt Patrick Epp zurück. «Doch die Systeme von Kasto, sowohl die Lagerlösungen als auch die Sägen, haben uns in puncto Effizienz seither weit nach vorne gebracht», lobt der Geschäftsführer.
Stand vom 30.10.2020
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Einfach, effizient und wirtschaftlich
Die Veränderungen sind auf allen Ebenen spürbar. «Die Organisation und der Zugriff auf das Material sind seit dem Umbau viel einfacher», freut sich Patrick Epp. «Und das gilt nicht nur für die Geschwindigkeit des bisherigen Wabenlagers, sondern auch im Vergleich zum Überfahrlager eines anderen Herstellers, das wir im Einsatz haben.» Dank der kurzen Einlagerungs- und vor allem Ausgabezeiten arbeitet der Metallspezialist deutlich effizienter. Das neue Lagersystem hat zudem die Arbeitssicherheit verbessert, da die Waren nun automatisch über Auslagerstationen an die Sägen übergeben werden – ein spürbarer Fortschritt gegenüber der bisherigen manuellen Lager. Die verringerte Fehleranfälligkeit im Rüstprozess wirkt sich direkt auf die Kundenzufriedenheit aus. Schnellerer Zugriff bedeutet kürzere Lieferzeiten – ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in der Just-in-time-Produktion moderner Industriebetriebe. Die Niederlassung des Lager- und Sägenhestellers in der Schweiz sorgt für kurzfristige Hilfe bei Störungen und minimiert Ausfallzeiten.
«Unsere Erwartungen an Performance und Qualität wurden zu 100 Prozent erfüllt», resümiert Geschäftsführer Patrick Epp zufrieden. Sein Fazit bringt es auf den Punkt: «Entscheidende Wettbewerbsfaktoren sind die kompakte Lagerung und die effiziente Verarbeitung unserer Produkte. Kasto liefert komplette Systeme und Lösungen aus einer Hand, auf die wir uns verlassen können.»