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Lean löst keine Probleme
«Lean ist ein Kulturwandel, der nie aufhören darf», ergänzt Ulrich. Wenn ein Unternehmen einmal mit dem Optimieren angefangen habe, darf es sich nach den ersten Verbesserungen nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Immer wieder müssen die Prozesse hinterfragt werden. Es ist Ziel eines jeden Unternehmers, seine Mitarbeiter nicht Mehrarbeit leisten zu lassen, sondern möglichst nur Wert schöpfende Tätigkeiten. Immer mit dem Ziel, nichts zu verschwenden – also auch keine unnötige Arbeitszeit durch ineffiziente Prozesse. Sämtliche Abläufe sollen mit dem bekannten PDCA-Zyklus überprüft werden. Der Plan-Do-Check-Act-Kreislauf ist eine klassische Methode der Qualitätsentwicklung. Und die betrifft nicht nur den Fertigungsbereich. «Lean betrifft alle Abteilungen eines Unternehmens, auch die Administration», sagt Swissmechanic-Chef Müller. Bedenkt man dabei, dass der Anteil der Durchlaufzeit bei einem Industriebetrieb in der Fertigung im Durchschnitt nur 4 Prozent ausmacht und das Backoffice 67 Prozent (siehe Grafik TU Darmstadt/Metternich), dann gilt es, auch im Büro die Abläufe zu hinterfragen und eine Abmagerungskur zu verordnen. Aber: «Lean im Bürobereich ist schwierig umzusetzen», warnt der Berater Ulrich von Wertfabrik. Und wenn wir schon bei den Warnungen sind: «Lean-Projekte brauchen Zeit und Geld und sollten nicht in Krisenzeiten durchgeführt werden», ergänzte Dixi-Polytool-Chef Schuler am Ende seines Vortrages.
… und dann kam Dipl. Ing. Fust
Und dann kam noch Keynote-Sprecher Walter Fust: Der Gründer und Unternehmer liess die Teilnehmer an seinem grossen Erfahrungsschatz teilhaben. Er machte klar, gelegentlich unter Gebrauch von unterhaltsamen Schmonzetten, dass Geduld und Hartnäckigkeit neben seinem Verkaufstalent Anteil an seinem Erfolg haben. Der andere Teil basierte aber auf der Nutzung von neuen Ideen und Technologien. Wie der Einsatz eines Computers für die Zeichnung von Küchen: «Notabene Anfang der 1980. Und wer die Werbung von Fust kennt, weiss: … und es (hat) funktioniert!»
Das Fazit daraus? Wer nicht zu den «First-Movern» gehört, der kann sehr schnell unter die Räder der Zukunft kommen. Doch die ersten Schritte in die Zukunft der Digitalisierung, die funktionieren nur mit «Lean Manufacturing». SMM
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