Engineering Leistung in neuer Qualität dank Usability

Autor / Redakteur: Mart Hürlimann, Marenco AG Swiss Design / Luca Meister

Modular und voll integriert: Das Titrationssystem «Omnis» führt bis zu vier Analysen gleichzeitig durch, ist sicher und besticht durch eine intelligente Software. Die Entwicklung des neuen Metrohm-Systems wurde durch das Human Factors Engineering (HFE) der Marenco AG unterstützt.

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Aus den Iterationen mit Anwendungsspezialisten resultiert perfekter Zugriff auf den Stand-alone-­Titrator und dank 3S-Adaptertechnologie kontaktfreier Umgang mit Chemikalien.
Aus den Iterationen mit Anwendungsspezialisten resultiert perfekter Zugriff auf den Stand-alone-­Titrator und dank 3S-Adaptertechnologie kontaktfreier Umgang mit Chemikalien.
(Bild: Marenco)

Die Metrohm AG bringt mit «Omnis» eine Laborlösung auf den Markt, die Titration auf einem ganz neuen Level präsentiert und eine neue Marke setzt. Für die Auslegung solch komplexer Systeme bedarf es der Hinterfragung gewohnter Prozesse, wenn neue Meilensteine erreicht werden sollen. Usability und Designkompetenz führen hierbei zu völlig neuem Vorgehen.

Der inzwischen geläufige Begriff des Human Factors Engineering (HFE) zeigt auf, worum es in Entwicklungen geht: Nicht der Benutzer soll sich nach dem Gerät richten, sondern das Gerät soll dem Nutzer dienen. Um diese banale Erkenntnis umzusetzen, sind weder Philippe Starcks noch Leonardo da Vincis nötig. Stattdessen ist Teamwork gefragt.

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Der HFE-Prozess nach FDA und IEC 63366 zeigt gut strukturiert, was berücksichtigt werden sollte, um überzeugende Produkte zu entwickeln. Sprachen wir in der Vergangenheit von Teams bestehend aus Entwicklungs-Spezialisten, macht der HFE-Prozess sichtbar, dass das zu eng gefasst war.

Definition Benutzer, Benutzung und Umfeld

Produkte werden von Menschen unter bestimmten (oder unbestimmten) Bedingungen in einem oder diversen Umfeldern bedient. Dass zum Festlegen dieser Ausgangslage ein Ingenieur nicht der passende Fachmann ist, scheint klar. Hier sind Usability-Spezialisten gefragt, welche die Anwender in den Prozess integrieren und dafür besorgt sind, deren Bedürfnisse über die gesamte Entwicklungszeit zu verteidigen. Im Fall des Metrohm-Projekts gehörten Laboranten und Anwendungsspezialisten dazu, welche die Ergebnisse über den gesamten Prozess begleiteten – was zur radikalen Vereinfachung des Handlings führte.

Nutzerbedingte Gefahren

Eine wichtige Fehlerquelle in der Anwendung ist der Benutzer. Es stellt sich daher die Frage, woher diese Fehler rühren. Sind Prozesse monoton, was zu Ermüdung führt, oder findet Informationsdarstellung auf eine Art statt, die nur hochqualifizierte Nutzer verstehen? Am Beispiel der Omnis-Software-Lösung lässt sich gut vermitteln, wie der User-Experience-Experte zu intuitiver Bedienung verhilft. Grafische Darstellung der Hardware auf dem Bedieninterface macht ein Interpretieren der Realität unnötig. Kontextabhängige Bedienung zeigt nur, was im Moment wichtig ist. Die Arbeit im Labor wird einfach und effizient wie nie zuvor.

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