Brütsch/Rüegger Tools hat als Werkzeugspezialist alle machbaren Prozesse bereits digitalisiert und andere Unternehmen beim Digitalisieren unterstützt. Aus den Erfahrungen haben die Spezialisten eine innovative Software entwickelt, die Digitalisierung zur Chance macht.
Aus den stets aktuell erfassten Maschinendaten lassen sich wichtige Informationen zum Optimieren der Prozesse ableiten.
(Bild: Brütsch/Rüegger Tools)
Die Produktion zu digitalisieren ist inzwischen existenzielle Pflicht für Fertigungsunternehmen. Speziell KMU fühlen sich allerdings wegen der Komplexität oft überfordert. Sie benötigen einfach anzuwendende Werkzeuge. Diese sollen ihnen ermöglichen, aus der Vielzahl an Daten und Informationen aus ihrer Produktion richtige Schlüsse zu ziehen und somit die Prozesse effizienter zu gestalten.
Brütsch/Rüegger Tools als Traditionsunternehmen bietet Fertigungsbetrieben seit über 140 Jahren Werkzeuge aller Art. In dieser Zeit haben die Werkzeuge – insbesondere die Fertigungswerkzeuge – und auch die Kunden von Brütsch/Rüegger Tools, allen voran die Fertigungsunternehmen, diverse technologische Entwicklungen durchlaufen. Heute stehen alle, zusammen mit der gesamten Fertigungsindustrie, vor einem der entscheidendsten Schritte. Es geht um den Wechsel von der klassischen Fabrik hin zur vernetzten, automatisierten Smart Factory. Als Werkzeuglieferant ist es für Brütsch/Rüegger Tools essenziell, Kunden das für jede Herausforderung ideale, hochwertige «Tool» anbieten zu können. Allerdings gab es das bisher nicht für die Bewältigung der digitalen Transformation. Deshalb entwickelten die Experten bei Brütsch/Rüegger Tools es selbst. Aus dieser Initiative heraus entstand im Jahr 2016 die Software Jellix. Dabei handelt es sich um die erste Schweizer «Internet of Things»-Plattform (IoT). Sie bildet den «Ankerpunkt» im Unternehmen, an dem sämtliche Fäden zusammenlaufen. Die Plattform vereinfachte erheblich, heterogene und voneinander getrennte Maschinenparks digital miteinander zu verbinden und diese mit neuen und bestehenden Softwares kommunizieren zu lassen. Somit wertet die Software-Plattform Jellix Fertigungsbetriebe ohne grossen Aufwand zu Smart Factorys auf.
Der Bereich «Industrial Solutions» beim Werkzeugspezialisten verfolgt stets das Ziel, Lösungen zur Beschleunigung der industriellen digitalen Transformation anzubieten. Das beinhaltet, die Produktionskapazität durch die Reduzierung von Maschinenstillstandzeiten zu erhöhen, Mitarbeitenden essenzielle Informationen zur Verfügung zu stellen und unnötige Prozesse zu eliminieren. Doch um diesem Anspruch nachhaltig zu genügen, musste die bestehende Software-Plattform Jellix weitergedacht werden. Als Ergebnis dieses Prozesses gibt es nunmehr die Software Hive Digital Suite. Sie umfasst die vier industriellen Applikationen Quality Control, Worker Instruction, Inventory sowie Shopfloor. Gemeinsam erschliessen diese Elemente das gesamte Transformationspotenzial von Fertigungsbetrieben.
Exakt messen, um zu optimieren
Das Modul Shopfloor ermöglicht, die Macht von Maschinendaten zu nutzen und dadurch die verfügbare Produktionskapazität zu erhöhen. Das gelingt ganz ohne Investitionen in zusätzliche Maschinen. Dazu bezieht die Software Daten aus allen relevanten Quellen, von Produktionsanlagen über Serverstrukturen bis hin zu Drittanbieter-Programmen wie ERP-, PLM- oder MES-Systemen. Auf diese Weise lassen sich alle wichtigen Messgrössen, darunter der Maschinenstatus, das Asset Management oder die Planungsübersicht, durchgehend in Echtzeit messen und verfolgen. Durch die Nutzung von Machine Learning und KI-Algorithmen wandelt das Software-Modul Shopfloor diese Daten dann in nachvollziehbare und damit verwertbare Informationen um. Nutzerinnen und Nutzer der Software Hive Digital Suite sind somit dank der Macht ihrer Maschinendaten in der Lage, eine Feinplanung in Echtzeit vorzunehmen, eine Down-Time-Analyse durchzuführen oder ihre Produktion zu visualisieren. Auch der Schlüsselindikator OEE (overall equipment efficiency), der das Potenzial zur Erhöhung der Produktionskapazitäten und Maschinenauslastung beschreibt, lässt sich in Echtzeit kalkulieren und transparent abbilden. Das hat zahlreiche Vorteile. Erfahrungsdaten zeigen, dass Fertigungsunternehmen durch die Einführung der Software Hive Digital Suite unverzüglich von um 25 Prozent kürzeren ungeplanten Stillstandzeiten profitieren. Etwa ein Jahr nach der Implementierung erhöht sich die Produktionskapazität des vorhandenen Maschinenparks um bis zu 15 Prozent. Weil das Software-Modul Shopfloor die Basis zur Optimierung von Leistungskonstanten bereitstellt, werden unliebsame Folgen, wie Lieferverzögerungen und Bottlenecks, immer mehr zur Ausnahme.
Der Autor Raphaël Müller ist Leiter Industrial Solutions und Senior Consultant bei Brütsch/Rüegger Tools in Urdorf. SMM
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Stand vom 30.10.2020
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