Verpackung ohne Luft

Massgeschneidert verpackt

| Redakteur: Silvano Böni

Die vollautomatische Verpackungsmaschine für Päckchen bis 15 Kilogramm. Der Clou: Die Maschine packt die zu versendenden Waren nur mit so viel Kartonumverpackung ein wie nötig.
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Die vollautomatische Verpackungsmaschine für Päckchen bis 15 Kilogramm. Der Clou: Die Maschine packt die zu versendenden Waren nur mit so viel Kartonumverpackung ein wie nötig. (Bild: SEW)

Der Versand von Paketen und Päckchen steigt, bedingt durch den Online-Handel, seit Jahren. Viele Waren werden in Versandverpackungen verpackt, die teilweise grösser sind als die Ware selber. Dies hat sich der niederländische Spezialist Neopost zum Anlass genommen und eine Verpackungsmaschine entwickelt, welche die Umverpackung inline auf das Mass der Ware schneidet, verpackt, verklebt und labelt. Mit dabei: Antriebs- und Automatisierungstechnik von SEW-Eurodrive.

Wohl jeder hat schon das eine oder andere Mal im Internet Waren bestellt, egal ob beruflich oder privat. Was immer wieder auffällt? Die Verpackung ist zu gross, ein Grossteil des Pakets besteht aus Luft. Der niederländische Verpackungsspezialist Neopost hat sich hier nun Abhilfe einfallen lassen; und zwar nicht einfach so, sondern weil er sich mit dem Verpacken von Sendungen hervorragend auskennt. Denn meistens ist das Unternehmen durch die eher handlichen bis tischgrossen Verpackungsstationen für Briefe jeglicher Art zuständig. Da aber durch das Internet viele Postbriefe mittlerweile elektronisch abgewickelt werden und der Briefversand rückläufig ist, hat man sich bei Neopost auf seine Stärken konzentriert und die letzten zwei Jahre eine vollautomatische Verpackungsmaschine für Päckchen bis 15 Kilogramm entwickelt – der Clou an der Sache: Die Maschine packt die zu versendenden Waren nur mit so viel Kartonumverpackung ein wie nötig – ein Auffüllen mit «Luft» ist nicht mehr notwendig.

Zahlreiche Vorteile

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Versender kann die Varianz an bevorrateten Standardkartons reduzieren, da die Maschine quasi auf Mass arbeitet. Das Füllmaterial kann drastisch reduziert werden – erste Feldtests zeigen ein Einsparpotenzial zwischen 150 000 und 250 000 Euro pro Jahr. Auch entsprechende einfache Verpackungstätigkeiten können entfallen, was nochmal zwischen 150 000 und 300 000 Euro an Personalkosten reduziert. Durch die grössenoptimierten Umverpackungen können die Transporteure in gleich grossen Gebindegrössen mehr Waren befördern, ohne dass es ein Mehr an LKW auf den Strassen benötigt. In manchen Ländern, vor allem den USA, kann dadurch sogar das Porto gesenkt werden.

Unterstützung durch Roboter

Im Detail funktioniert das so: Ein Logistiker bündelt die zu versendenden Produkte und scannt die Barcodes am Anfang des Prozesses ein. Damit ist die Vollständigkeit der Bestellung sichergestellt und in der Software werden Empfänger und Sendung miteinander verbunden, damit im späteren Verpackungsprozess ein Roboter just-in-time die Rechnung der Sendung beilegen kann.

Nach dem Zusammenstellen der Waren geht es zum nächsten Schritt. Hier werden die Waren durch einen 3D-Scanner geführt, der das Volumen des späteren Päckchens und damit das Schnittmuster der Umverpackung berechnet. Dann im nächsten Schritt werden die Waren, zusammen mit der parallel geschnittenen Umverpackung über ein kurzes Förderband in den Portalroboter geführt. Hier wird die Umverpackung in Windeseile um die Ware aufgefaltet und die Rechnung beigefügt, welche direkt neben der Station ausgedruckt und über einen Pick-and-Place-Roboter eingelegt wird.

Direkt im Anschluss kommt das Päckchen eine Station weiter und wird so verklebt, dass es in den Versand kann. Vorher werden aber noch an der letzten Station der Adressaufkleber, die Frankierung und der Lieferschein angebracht. Nun ist das Päckchen bereit zur Transportoptimierung beim Transporteur.

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